Zu Gast bei Zentrum Mensch

Wenn der Fußballer zum Patienten wird: Das Gesundheitsteam der SGB

Wenn der Fußballer zum Patienten wird: Das Gesundheitsteam der SGB.
Fotos: Maurice Schumacher

16.08.2026 / FULDA - Auf dem Platz stehen die Fußballer der SG Barockstadt Fulda-Lehnerz im Mittelpunkt. Hinter den Kulissen kümmert sich jedoch ein großes und sehr professionelles Gesundheitsteam darum, dass die Spieler fit bleiben, Verletzungen behandelt werden und angeschlagene Akteure Schritt für Schritt zurückkehren. Seit dem Aufstieg der SGB in die Hessenliga (und schon früher beim TSV Lehnerz) besteht die Kooperation mit dem Zentrum Mensch – der Gesundheits- und Physio-Praxis mit Standorten in Eichzenzell und Fulda. Zum Team gehören unter anderem Zentrum Mensch-Inhaber Michael Franz, sein Geschäftsführer Christopher Bunk und Teamarzt Dr. med. Ralph Hönscher.



Was zunächst mit Konditions- und Athletiktraining begann, entwickelte sich zu einer umfassenden Betreuung. Die Physiotherapeuten übernehmen die Nachsorge nach Training und Spielen, behandeln Beschwerden und erstellen individuelle Trainingsprogramme. Die Spieler absolvieren zudem regelmäßig Einheiten im Zentrum Mensch, die digital erfasst werden. OSTHESSEN|NEWS war bei Zentrum Mensch in der Domstadt zu Gast und hat dort ein sehr interessantes Gespräch mit den Physiotherapeuten Bunk und Franz sowie Teamarzt Hönscher geführt.

Von der Verletzung zurück auf den Platz

Verletzt sich ein Spieler während eines Spiels, geht es zunächst um eine schnelle Einschätzung: Kann er weiterspielen oder würde eine weitere Belastung die Verletzung verschlimmern? Je nach Bedarf folgen weitere Diagnostik und Untersuchungen.

Anschließend beginnt der stufenweise Weg zurück. Nach der Behandlung folgen individuelle Belastungen und fußballspezifisches Training, bevor der Spieler wieder ins Mannschaftstraining einsteigt. Dabei arbeiten Arzt, Physiotherapeuten und Trainer eng zusammen.

"Wir arbeiten nach Return-to-Activity- oder Return-to-Sports-Algorithmen", erklärt Doc Hönscher. Bestimmte Meilensteine müssen erreicht werden, bevor die nächste Belastungsstufe beginnt.

Prävention statt Reparatur

Mindestens genauso wichtig wie die Behandlung ist die Vorbeugung. Aufwärmen, individuelle Athletik und das gezielte Arbeiten an persönlichen Schwachstellen gehören zum Alltag. Häufige Verletzungen im Fußball sind unter anderem Probleme an Sprunggelenken und Knien sowie muskuläre Verletzungen. Michael Franz erklärt: "Wir haben für jeden Spieler individuell einen Trainingsplan, der perfekt auf ihn abgestimmt ist, entworfen."

Moderne Testverfahren helfen dabei, die Spieler noch individueller zu betreuen. Belastungstests, Bewegungsanalysen und Reaktionstests liefern Daten zu Fitness, Koordination und Beweglichkeit. "Du kannst einen super Body haben und ganz schnell laufen. Aber wenn du dich nicht koordinieren und nicht schnell reagieren kannst, ist das schlecht", erklärt Physio Michael Franz.

Auch der Rasen spielt eine Rolle

Auch die Rahmenbedingungen gehören für das Gesundheitsteam zur Prävention. Beim Spiel gegen Havelse wurde etwa die Verletzungsgefahr durch den schlechten Platz thematisiert. Ein harter oder beschädigter Rasen kann die Belastung auf Gelenke erhöhen.

Deshalb wird auch bei der SG Barockstadt genau hingeschaut, wenn es um die Qualität des Spielfeldes geht. Die medizinische Abteilung kann ihre Einschätzung abgeben – die endgültige Entscheidung über den Spielort treffen allerdings andere Verantwortliche.

"Nicht nur 9-to-5"

Damit die Abläufe funktionieren, ist die Kommunikation zwischen Arzt, Physiotherapeuten, Spielern und Trainern entscheidend. Über eine datenschutzkonforme Plattform werden Informationen ausgetauscht und die nächsten Schritte abgestimmt.

Und das Gesundheitsteam arbeitet längst nicht nur zu klassischen Arbeitszeiten. "Das ist tatsächlich nicht nur 9-to-5", heißt es im Gespräch. Auch am Wochenende oder im Urlaub kann eine medizinische Entscheidung notwendig werden.

Vom Leistungssport in die Physiotherapie

Die Erfahrungen aus dem Leistungssport fließen beim Zentrum Mensch auch in die Behandlung anderer Patienten ein. Im Mittelpunkt stehen eine ausführliche Befundung und eine individuell abgestimmte Therapie.

"Der Fußballer soll wieder auf den Platz, der Mensch wieder in seinen Alltag oder ins Berufsleben", so Christopher Bunk. Entscheidend sei dabei auch die Eigenverantwortung. Denn gute Physiotherapie endet nicht auf der Behandlungsliege: Patienten wie Fußballer bekommen Übungen und Trainingspläne an die Hand und müssen selbst aktiv an ihrer Genesung arbeiten.

Der Blick hinter die Kulissen zeigt damit: Hinter der Fitness einer Regionalliga-Mannschaft steckt längst mehr als Massage und Eisbeutel. Medizin, Physiotherapie, Athletik, Diagnostik und Prävention greifen bei der SG Barockstadt eng ineinander. (Nicolas Kraus) +++

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