Wasserballer aus Leidenschaft

Von Budapest, über Paris, nach Fulda: David Horvath (36) im O|N-Portrait

Der 36-Jährige ist Wasserballer durch und durch.
Fotos: Erik Spiegel

06.02.2026 / FULDA - Sportlich, athletisch und diszipliniert bis zum Gehtnichtmehr: so könnte man David Horvath, (Spieler-)Trainer der Wasserfreunde Fulda eigentlich ganz gut beschreiben. Der 36‑Jährige lebt Wasserball mit jeder Faser seines Körpers und kann sich ein Leben ohne diesen Sport kaum vorstellen. "Es geht um Kraft und Schnelligkeit. Das liebe ich", betont er.


Im OSTHESSEN|NEWS‑Sportgespräch haben wir den gebürtigen Ungarn getroffen, der seit mehr als 26 Jahren im Wasser steht und davon bereits die Hälfte in Fulda. Was fasziniert ihn so sehr an seinem Sport? Und welche Ziele verfolgt er mit seiner Mannschaft? Lesen Sie selbst!

Pure Leidenschaft und Faszination

Budapest, Paris und Fulda: David kam in seiner Karriere bereits ziemlich rum und erlebte so einiges, das er wohl nie vergessen wird. Mit gerade einmal neun Jahren begann der heute 36‑Jährige im Becken zu trainieren, und ist dem Sport seitdem treu geblieben. Man merkt ihm sofort an: Er macht das aus Leidenschaft - und das ist das Entscheidende. "Ich war in meiner aktiven Karriere viel unterwegs und auch hier in Deutschland habe ich so einiges gesehen", lässt er die Zeit Revue passieren. Mittlerweile lebt er seit 13 Jahren in Fulda und fühlt sich gemeinsam mit seiner Frau und seinen beiden Kindern pudelwohl in der rund 70.000-Einwohner-Stadt.

In 2021 übernahm er das Traineramt der ersten Mannschaft der Wasserfreunde Fulda und springt bei Bedarf selbst noch als Zentralspieler ins Wasser. Was ihn am Sport besonders fasziniert? "Das Körperliche - es geht um Kraft und Schnelligkeit", sagt er. Harmlos ist Wasserball allerdings nicht: Zweimal eine gebrochene Nase und weitere Verletzungen gehören zu seiner sportlichen Vergangenheit. Was es braucht, um erfolgreich zu sein, weiß er genau: "Definitiv viel Training, Ausdauer, Kraft, Koordination und Konzentration. Man ist immer in Bewegung und braucht ordentlich Power", fasst der 36-Jährige zusammen.

Trainer - "aber auch Psychologe"

David Horvath blickt im O|N-Gespräch auf seine ersten echten Trainererfahrungen zurück und erzählt, dass er bereits in Ungarn intensiv mit dem Nachwuchs gearbeitet hat. "Ich hatte schon früh meine Lizenz als Wasserballtrainer", sagt er, "aber ich musste das alles weiterentwickeln, Schritt für Schritt." Für Horvath bedeutet Trainersein weit mehr als nur sportliche Anleitung. "Du bist auch Psychologe", betont er. "Jeder ist ein anderer Charakter." Diese Vielfalt macht die Aufgabe anspruchsvoll, aber auch ziemlich spannend.

Er beschreibt, wie sehr ihn die Verantwortung fordert: "Ich bin als Trainer müder als als Spieler. Als Spieler denkst du nur an dich und als Trainer an die ganze Mannschaft." Seine eigene sportliche Vergangenheit sieht er mit Humor. "Schwimmen hab ich nicht gern gemacht", gibt er zu, "aber Wasserball gehört dazu."

"Die Ergebnisse sind nicht so toll - es war mal besser"

Der Start in die aktuelle Saison war alles andere als einfach. "Am Anfang wussten wir nicht einmal, ob wir in derselben Liga bleiben können", erzählt Horvath. Vier Stammspieler hatten den Verein verlassen und die Mannschaft stand vor einer schwierigen Entscheidung. "Wir haben uns trotzdem für unsere Liga entschieden", sagt er, "auch weil wir unseren Nachwuchsspielern mehr Chancen geben wollten." Sportlich läuft es noch nicht so ganz wie erhofft. "Die Ergebnisse sind nicht so toll - es war schon mal besser", sagt er. Besonders schmerzlich war der Abgang des Torwarts: "Er war einer der besten in der Liga. Dass er uns verlassen hat, hat uns wehgetan." Trotzdem bleibt das Ziel klar: "Klassenerhalt. Und wichtig ist, dass wir uns weiterentwickeln."

Die Saison läuft noch bis April 2026, mit zwei bis drei Spielen pro Monat. Horvath denkt langfristig: "Am Ende der Saison will ich, dass sich unsere Jungs entwickelt haben." Trotz aller Schwierigkeiten ist er zufrieden mit dem Zusammenhalt: "Ich bin froh, dass wir trotzdem zusammenbleiben und auf die jungen Spieler aufbauen können." (Julia Schuchardt)+++


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