Von Petersberg, über die SGJ zu Borussia

Fußball im Herzen, Leidenschaft im Blut: Meik Voll und seine Liebe zum Spiel

Ein Leben ohne Fußball ist für Meik Voll (50) einfach unvorstellbar.
Fotos: E. Reinhardt

29.12.2025 / FULDA - Ein Leben ohne Fußball? Einfach unvorstellbar. Das gilt wohl für viele Menschen auf der Welt und für einen ganz besonders: Meik Voll (50). Seit fünf Jahrzehnten schon begleitet ihn der Ball, und wer ihn sieht, spürt sofort: Dieser Mann lebt den Sport! Der gebürtige Petersberger zeigte schon als junger Spieler, was in ihm steckt - nämlich Leidenschaft, Ehrgeiz und Wille. Heute steht er an der Seitenlinie, dort, wo Emotionen kochen und Entscheidungen fallen. "Mich hat es schon immer gepackt, das Maximale erreichen zu wollen", sagt er - und das glaubt man ihm definitiv aufs Wort.



Im OSTHESSEN|NEWS-Sportgespräch plaudert der Fußball-Fanatiker aus dem Nähkästchen und nimmt uns mit hinter die Kulissen: Was fasziniert ihn so an diesem Sport? Welche Erinnerungen, Momente und Geschichten wird er wohl nie vergessen? Und was hat ihn in seiner Karriere eigentlich ganz besonders geprägt? Lesen Sie selbst!

Meik Voll ist 50 Jahre alt, Ehemann, Familienvater, Berufssoldat - und Fußballer durch und durch. Seit seinem fünften Lebensjahr jagt er dem Ball hinterher, war auf den verschiedensten Plätzen der Region unterwegs, erlebte Auf- und Abstiege und begleitete unzählige Spieler. Über seinen Cousin Rolf Gollin - der hier in Osthessen übrigens ziemlich bekannt ist - fand er den Weg zum Sport und natürlich zu Borussia Mönchengladbach, seinem Herzensverein. Seine ersten Schritte machte Voll beim RSV Petersberg, wo er vom Jugendspieler bis in die 1. Mannschaft hineinwuchs. Es folgten Stationen in Flieden, bei Borussia Fulda und schließlich die Rückkehr nach Petersberg, wo seine aktive Karriere im Jahre 2012 endete. Doch das sollte es noch lange nicht gewesen sein!

"Ich wusste schon immer, was ich an diesem Sport habe"

Als Spielertrainer in Neuhof, später als Coach der zweiten Mannschaft von Borussia Fulda, dann sieben prägende Jahre in Flieden - man könnte sagen: Meik Voll hat die osthessische Fußballlandschaft mitgestaltet. Er scoutete anschließend für den OFC Offenbach, trainierte in Thalau, Ehrenberg und Johannesberg. Von 1999 bis 2007 spielte er aktiv in der Bundeswehrnationalmannschaft mit und steht seit 2022 als Co-Trainer an der Seitenlinie. Eine Aufgabe, die seine berufliche Welt mit seiner sportlichen verbindet. Im O|N-Gespräch wird immer wieder klar: Fußball ist weit mehr als nur ein Hobby - es ist sein Leben. "Ich wusste schon immer, was ich an diesem Sport habe", betont er. Als Stürmer, als Außenverteidiger oder als Trainer - der Familienvater hat jede Rolle angenommen, weil sie ihm unglaublich viel Freude bereitet. "Man hat jede Erfahrung mitgenommen. Sei es Erfolg oder Misserfolg."

Werte, die für ihm von großer Bedeutung sind: "Disziplin, Ordnung, bedingungsloser Wille, Fleiß und körperliche Fitness." Das klingt zwar erstmal ziemlich streng, doch Meik selbst ist herzlich, offen und nahbar. Ein Trainer, der fordert, aber vor allem seine Leute versteht. "Man muss das Vertrauen eines Menschen für sich gewinnen, um erfolgreich zu sein", bringt er auf den Punkt.

"Der Sport bleibt immer spannend"

Seine schönsten Erinnerungen? Die erzählt er uns natürlich mit einem Schmunzeln im Gesicht: "Der erste Oberliga-Einsatz mit Petersberg unter Jürgen Krawczyk. Die Meisterschaft mit Flieden unter Stefan Walter. Aufstiege, Abstiege, der Kampf um den Klassenerhalt und noch so einiges mehr." Es sind Momente, die man nie vergisst, weil man daran wächst. "Der Sport bleibt immer spannend", verdeutlicht der 50-Jährige.

Zum Alltag gehören natürlich auch die einen oder anderen Veränderungen: Abgänge, Neuzugänge, frische Kader, neue Herausforderungen. Fußball ist eben Bewegung und Entwicklung. Heute blickt er stolz zurück und ist dankbar für alles, was er bislang so erlebt hat. Seine abschließenden Worte zur SG Johannesberg: "Ich habe mich sehr wohlgefühlt, es war der Heimatort meines verstorbenen Vaters."

"Ich möchte so erfolgreich wie möglich sein"

Seit kurzem ist er wieder zurück bei Borussia Fulda - als Trainer und als Ur-Borusse. Er tritt in die Fußstapfen von Marko Karamatic, der die Mannschaft viele Jahre lang begleitet und geprägt hat. Der SC steht aktuell auf Platz eins der Kreisoberliga Fulda Mitte - eigentlich eine perfekte Ausgangslage. "Ich habe da unglaublich Lust drauf. Wieder als Borusse aufzutauchen, hat schon einen besonderen Charme", findet Meik.

Die ersten Weichen sind bereits gestellt: Fünf Neuzugänge, ein breiter Kader, klare Ziele. Und sein persönlicher Plan? "Ich möchte den Wunsch des Vereins erfüllen und so erfolgreich wie möglich sein. Wenn wir dieses Jahr den Aufstieg nicht schaffen, probieren wir es einfach wieder", sagt er mit ganz viel Zuversicht.

Vorrangig will der Chefcoach also den Vorsprung verteidigen - und die Zeit neben dem Rasen genießen. Denn eines ist sicher: ein Leben ohne Fußball? Für Meik Voll bleibt das wahrscheinlich für immer unvorstellbar. Und für viele weitere Menschen ganz sicher auch. (Julia Schuchardt)+++

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