"Der beste Sommer meines Lebens"
Sportgespräch mit Ryan Ullrich: Von Breitenbach in die NBA-Welt
Foto: Alex Punjabi
14.09.2026 / FULDA/BREITENBACH/H. -
Ryan Ullrich hat einen besonderen Sommer hinter sich. Der junge Athletiktrainer war mit einer internationalen Basketball-Akademie in den USA, betreute dort Nachwuchsspieler und bekam bei einer Sportmediziner-Fortbildung Einblicke in die Arbeit rund um die NBA. Im Sportgespräch erzählt er von seiner Zeit in Las Vegas, seiner Arbeit mit Athleten und seinen persönlichen Zielen.
Drei Wochen in Las Vegas
"Das war der beste Monat meines Lebens", sagt Ullrich über seine Zeit in den USA. Drei Wochen war er mit Dixon Score, einer Basketball-Akademie aus Andorra, vor Ort. Als Assistenz- und Athletiktrainer betreute er ein U17-Mädchenteam, eine U17-Jungenmannschaft und ein U15-Team.Die Bedingungen waren nicht immer einfach: Temperaturen von 40 bis 50 Grad, wechselnde Trainingsmöglichkeiten und die ungewohnte Umgebung stellten Ullrich vor Herausforderungen. "Jeden Tag hieß es nur: adaptieren", erzählt er. Die Spieler lernte er größtenteils erst vor Ort kennen. Vorab erhielt er Informationen der Trainer zu den jeweiligen Athleten. Anschließend beobachtete er sie im Training und setzte individuelle Schwerpunkte.
Athletiktraining ist mehr als Fitness
Vor allem Knie- und Fußprobleme beschäftigten die Spieler. Ullrich arbeitete außerdem an Lauf- und Sprungtechnik und daran, Bewegungsabläufe zu verbessern. Dabei verfolgt er einen individuellen Ansatz. Wenn ein Spieler Präventionsmaßnahmen oder Rehabilitationsmaßnahmen nicht umsetzt, will Ullrich zunächst wissen, warum. Erst danach wird nach einer passenden Lösung gesucht. Neben Athletiktraining arbeitet er im Basketball auch an Dribbling, Wurf und weiteren Bereichen des Player Development. NBA-Stars aus nächster Nähe
Besonders eindrucksvoll war für Ullrich die Nähe zur NBA. Während seines Aufenthalts begegnete er unter anderem Trae Young, Jeremy Lin, Collin Sexton und Baron Davis. Auch Verantwortliche aus NBA-Teams waren bei Veranstaltungen und Fortbildungen dabei.Trotzdem habe er sich nicht als Fan verhalten. "Wenn ich nach etwas gefragt habe, dann waren es Tipps, aber nicht ein Autogramm oder ein Foto", erzählt der aus Breitenbach am Herzberg (Landkreis Hersfeld-Rotenburg) stammende Ullrich. Für ihn stand die Arbeit im Vordergrund. Viel Wissen nahm er zudem aus einer Sportmediziner-Fortbildung mit. Dort traf er auf Experten aus verschiedenen Bereichen des Spitzensports. Sein wichtigstes Learning: Auch komplexe Themen lassen sich auf die entscheidenden Punkte herunterbrechen.
Der nächste Schritt soll nach oben führen
Ullrich arbeitet mittlerweile mit Athleten aus verschiedenen Sportarten und Leistungsklassen. Einige seiner Spieler haben es in die Nationalmannschaft, in die U16- und U19-Bundesliga oder in die dritte Liga geschafft. Parallel steht seine Bachelorarbeit an. Langfristig möchte Ullrich im Leistungssport weiter nach oben. Auch eine Tätigkeit als Assistenz- oder Cheftrainer kann er sich vorstellen.