Zwischen Tischtennis und Familie

Von klein auf die Kelle in der Hand: Torsten Mähner im O|N-Sportgespräch

Meister mit der zweiten Mannschaft, Familienmensch und von klein auf tischtennisbegeistert – Torsten Mähner aus Eichenzell.
Fotos. Erik Spiegel

01.04.2026 / FULDA - Bevor es in die Schule ging, stand Torsten Mähner aus Eichenzell (Kreis Fulda) schon an der Tischtennisplatte - den Schläger in der Hand und eine Leidenschaft im Herzen. Aus ihm sollte mal einer der besten Spieler der Region werden. Wie auch sonst, wenn schon die ganze Familie tischtennisbegeistert ist und man den Sport in die Wiege gelegt bekommt?



Mähner ist Teil der zweiten Mannschaft des TTC RhönSprudel Fulda-Maberzell. Der Club aus der Domstadt steht schon seit einigen Jahren für Profisport in der Region und ist mit seiner A-Mannschaft in der ersten Tischtennisbundesliga vertreten. Im O|N-Sportgespräch erzählte der gebürtige Eichenzeller von seinem Werdegang, den größten Erfolgen und vor allem über seine Liebe zum Sport und die Zukunft mit Familie und Haus.

Anfänge in Eichenzell und erste Erfolge

"Tischtennis begleitet mich eigentlich schon mein ganzes Leben", sagt Torsten Mähner. Mit gerade einmal fünf Jahren fing er an, Tischtennis zu spielen. Nicht nur sein Vater spielte aktiv, seine ganze Familie war, soweit er sich erinnern kann, verliebt in den Sport und selbst aktiv. So erfuhr er von Beginn an Förderung für sein Talent, was sich im späteren Verlauf der Karriere noch nützlich zeigen sollte.

Seinen ältesten Pokal erhielt er mit sieben Jahren im Jahr 2000. Fünf Jahre später, mit 12 Jahren, spielte er zum ersten Mal in der Herrenmannschaft des TLV Eichenzell und spielte schon bald auch auf Bundesebene deutsche Meisterschaften in seiner Altersklasse – 2007 gewann er das U15-Bundesranglistenturnier. Schnell wurde klar: Torsten Mähner musste höher spielen – nächste Station: Maberzell.

"Profi zu werden war nie wirklich in meinem Kopf"

Mit höherklassigen Gegnern kam auch ein immer stärkerer Leistungsdruck einher. Viele Spieler in seinem Alter waren auf Sportinternaten und trainierten neun oder zehnmal in der Woche. "Für sie war Tischtennis Teil ihres täglichen Lebens. Ich ging noch normal zur Schule", blickt Mähner nostalgisch zurück. Mit geringerem Aufwand schaffte er es dennoch, auf deutschen Meisterschaften konstant gute Ergebnisse abzuliefern. Dennoch ließ auch ihn die Unsicherheit, ob die Zukunft als Profisportler überhaupt was für ihn sei, nicht los. Deshalb entschied er sich dafür, Tischtennis weiter als Hobby zu praktizieren.

Mit Engagement und Herzblut in der zweiten Mannschaft bis hin zum Meistertitel

Die Erfolge des Eichenzellers setzten sich fort und bestätigten über die Jahre hinweg, dass er sich auch in einer der höchsten Spielklassen des deutschen Tischtennis behaupten kann. Mit der zweiten Mannschaft von Maberzell schaffte er es sogar bis hin zur zweiten Bundesliga. Zuletzt konnte Maberzell II mit Torsten Mähner als Mannschaftsführer nicht nur in die Regionalliga aufsteigen, sondern wurde zusätzlich in der Oberliga Meister. "Wir haben das Team mit jungen Spielern aus der Region ganz neu aufgebaut und die ganze Saison konstant gut gespielt", betont er stolz. Mit im Team dabei neben der Nummer zwei Alexey Tronin: Ben-Luca Köhler und Florian Hans aus Marbach, beide jeweils 16 Jahre und somit halb so alt wie der erfahrene Spieler. "Im Tischtennis hat das Alter nicht viel zu sagen, bei den beiden und bei uns als Mannschaft passt das Zusammenspiel sehr gut."

Tischtennis auf Spitzenniveau

Es sei natürlich immer etwas schwierig, Zuschauer für die zweite Mannschaft zu begeistern, erklärt Mähner im Sportgespräch. Dennoch bietet man mit der Reserve auch abseits der etablierten ersten Mannschaft immer wieder mit Abstand die höchste spielerische Qualität im regionalen Tischtennissport. "Maberzell ist vielen als DER Tischtennisverein in der Region bekannt, wird aber oft nur mit der Bundesligamannschaft assoziiert. Wir in der Zweiten bieten attraktives Tischtennis, auf Spitzenniveau mit Spielern aus der Region." Es lohne sich immer, auch ein Spiel der Zweitvertretung zu besuchen und das Team zu unterstützen.

Als talentiert, bodenständig und auch als Familienmensch zeigt sich Torsten Mähner als er OSTHESSEN|NEWS zum Sportgespräch besucht. Er selbst ist Vater eines zweijährigen Sohnes, arbeitet im Vertrieb in der Solarsparte von Fronius in Neuhof und hat sich erst kürzlich den Traum vom Eigenheim für seine junge Familie erfüllt. Auf die Frage, ob in Zukunft auch mal Schluss sei mit Tischtennis, antwortete er zögernd nur eines: "Vielleicht irgendwann" – aber irgendwann ist noch nicht jetzt. (Philipp Gerhard) +++

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