OSTHESSEN|NEWS-Sportgespräch Extra

Sedat Gören: "Man kann Offenbach nicht mit Barockstadt vergleichen"

Sedat Gören zu Besuch in der O|N-Redaktion
Fotos: Yannik Overberg

22.02.2023 / FULDA - Am Samstag wird es wieder ernst für die SG Barockstadt Fulda-Lehnerz. Das erste Pflichtspiel des Jahres steht auf dem Programm - und das hat es gleich in sich. Mit den Offenbacher Kickers kommt ein Traditionsverein zum Hessenpokal-Viertelfinale in die Johannisau. Ein echter Leckerbissen also. Im OSTHESSEN|NEWS-Sportgespräch spricht SGB-Trainer Sedat Gören über die Vorfreude aufs Spiel, die holprige Vorbereitung und den Traum vom DFB-Pokal. 



Im O|N-Sportgespräch lassen wir immer Menschen aus verschiedenen Sportarten der Region zu Wort kommen. Anlässlich des Pokalkrachers zwischen der SG Barockstadt und Kickers Offenbach heute mit einer Extra-Ausgabe. 

O|N: Sedat, nach wochenlanger Vorbereitung steht jetzt das erste Pflichtspiel vor der Tür. Wie groß ist die Vorfreude, dass es wieder losgeht?

Sedat Gören: Die Freude ist natürlich groß. Sechs Wochen Vorbereitung liegen dann hinter uns und dafür wollen wir uns gegen Offenbach belohnen. Auch wenn gerade die äußerlichen Bedingungen in der Vorbereitung nicht immer optimal waren, ist jeder bereit, das Letzte aus sich herauszuholen.

O|N: Mit den Kickers kommt direkt ein großer Name nach Fulda, das Stadion ist schon seit Wochen ausverkauft, hinzu kommt noch diese K.O.-Spiel-Atmosphäre. Einen schöneren Auftakt kann es nicht geben, oder?

Gören: Nein, das ist schon optimal. Ein guter Gegner, ein volles Stadion, ich denke, alle können sich auf ein tolles Fußballspiel freuen. 

O|N: Für deinen Gegenüber Ersan Parlatan ist das Pokalspiel sogar wichtiger als der Rückrundenauftakt in die Regionalliga eine Woche später. Siehst du das ähnlich?

Gören: Wir sind in den letzten Jahren immer weit gekommen, sind teilweise unglücklich aufgrund von Verletzungen oder anderen Dingen, die wir nicht beeinflussen konnten, ausgeschieden. Während Corona wurden wir ja sogar einmal aus dem Wettbewerb genommen, weil die Hessenligisten nicht mehr mitspielen durften. Jetzt stehen wir wieder hier und wollen genau wie Offenbach auch das Spiel unbedingt gewinnen und eine Runde weiterkommen.  

O|N: Drei Siege fehlen noch und man würde erstmals im DFB-Pokal stehen. Erwischt man sich manchmal beim Träumen oder ist das noch ganz weit weg? 

Gören: Träumen darf jeder, das gehört dazu. Man braucht ja Träume, um Erfolg zu haben. Von daher ist das vollkommen ok. Wenn es dann klappt, umso schöner, wenn nicht, ist es aber auch kein Beinbruch. Ziel Nummer eins bleibt es, die Liga zu halten, darauf liegt der Fokus. 

O|N: Dann bleiben wir im Hier und Jetzt. Die Vorbereitung lief etwas holprig, die Ergebnisse stimmten auch nicht immer. Ist die Mannschaft dennoch bereit für den Auftakt?

Gören: Die Ergebnisse sollte man nicht zu hoch bewerten, die haben wir hintangestellt. In den letzten Jahren hatten wir oft sehr gute Ergebnisse in der Vorbereitung und sind dann schlecht in die Rückrunde gestartet. Das hat also nichts zu heißen. Das letzte Spiel gegen Baunatal war dennoch gut. Wie sich die Mannschaft präsentiert hat, wie sie den Rückstand noch gedreht hat, das macht Mut. Man hat gesehen, dass der Wille total da ist, das gibt mir ein gutes Gefühl. 

O|N: Siehst du euch dennoch als Außenseiter?

Gören: Man kann Offenbach nicht mit Barockstadt vergleichen. Offenbach ist der klare Favorit. Sie hatten schon in der Vorbereitung ganz andere Möglichkeiten und eine ganz andere Infrastruktur. Während wir mit den Platzverhältnissen zu kämpfen hatten, waren sie beispielsweise im Trainingslager. Wir werden einfach ans Limit gehen und versuchen mitzuhalten. Wenn es dann funktioniert und wir eine Runde weiterkommen, wäre es ein Riesenerfolg für uns. 

O|N: Beim ersten Aufeinandertreffen in der Liga konntet ihr sehr gut mithalten, habt sogar einen Punkt mitgenommen. Seitdem hat sich beim OFC aber einiges getan. Mit Ersan Parlatan sitzt unter anderem ein neuer Trainer auf der Bank. Welchen Eindruck macht die Mannschaft auf dich?

Gören: Man merkt auf jeden Fall, dass sie wieder zueinandergefunden haben. Sie sind gefestigt und bringen ihre Qualitäten wieder auf den Platz. Und dass sie Qualität haben, ist ja unbestreitbar. Sie haben Tabellenführer Ulm zu Hause mit 3:1 geschlagen und ihnen die erste Niederlage zugefügt. Auch wenn sie acht Punkte Rückstand auf die Tabellenspitze haben, habe ich sie im Kampf um den Aufstieg noch nicht abgeschrieben. Ich traue ihnen zu, dass sie da noch mal rankommen. 

O|N: Bei euch ist hingegen wenig passiert. Mit Dennis Owusu kam nur ein Neuer im Winter dazu. Warum hat man auf weitere Neuzugänge verzichtet?

Gören: Zum einen, weil die Mannschaft absolut intakt ist. Es ist nicht immer leicht, im Winter drei, vier Neuzugänge in eine Mannschaft zu integrieren. Wir wollten einfach keine Unruhe reinbringen. Der Teamgeist macht uns so stark, ich will auch weiterhin, dass sich die Jungs auf und neben dem Platz super verstehen. Zum anderen, haben wir auch den Bedarf nicht gesehen. Die Mannschaft hat ja gezeigt, dass sie die nötige Qualität besitzt.  

O|N: Worauf wird es am Samstag ankommen?

Gören: Die Grundtugenden müssen in allererster Linie stimmen. Wir müssen in den Zweikämpfen präsent sein, müssen alles reinwerfen. Dann bin ich mir sicher, dass wir in das Spiel finden werden. Wir haben eine gute Mannschaft, haben auch schon zigmal gezeigt, dass wir gegen gute Mannschaften mithalten können. Der Druck liegt auf jeden Fall bei Offenbach, und man weiß ja, der Pokal hat seine eigenen Gesetze-. 

O|N: Sedat Gören, vielen Dank für das Gespräch. (fh)+++

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