Die nächsten Ziele stehen fest

Ehrgeiz, Kraft und Präzision: Kunstturner Benedikt Ritz im O|N-Sportgespräch

Benedikt Ritz (18) ist Kunstturner und war bei OSTHESSEN|NEWS für das Sportgespräch zu Gast
Fotos: Victor Brühl

18.07.2026 / FULDA - Viele Menschen kennen Geräteturnen nur aus der Schule: Barren, Reck, Balken und so weiter sind daher für die meisten nur Begriffe aus einer vielleicht schon längst fernen Zeit. Das gilt aber natürlich nicht für jeden und insbesondere für den 18-jährigen Benedikt Ritz aus Burghaun-Steinbach (Landkreis Fulda) geht das Turnen weit darüber hinaus. Mit viel Disziplin und dem Willen zum Erfolg konnte er sich mit dem TV Petersberg im vergangenen Jahr bei der hessischen Meisterschaft durchsetzen und in der Klasse LK2 den Titel für sich behaupten.



Im O|N-Sportgespräch sprachen wir mit Benedikt darüber, wie er zum Turnen kam, was ihn motiviert und selbstverständlich auch über seine weiteren Ziele. Dabei wurde klar - Turnen ist, obwohl in der Region eher nicht verbreitet, spannend und fordert den Sportlern einiges ab.

Turnhalle statt Fußballfeld - Benedikt hatte andere Pläne

Wie so viele Jungs in seinem Alter und natürlich auch seine Freunde startete er seine sportliche Karriere auf dem Fußballplatz. Da hieß es: "Stollenschuhe an und loskicken." Schnell merkte er allerdings, dass das nicht der richtige Weg für ihn ist. "Eine Freundin von mir hat damals schon geturnt und getanzt und sie hat mir damals gesagt, dass es beim Turnverein eine neue Jungsgruppe gibt", erinnert sich Benedikt und erklärt, dass sein Anfang etwas schwer war, er sich aber nicht von der neuen Herausforderung abhalten ließ. "Ich hatte schon immer Spaß an Bewegung und Salto-Geschichten und habe dementsprechend zwar ein wenig Talent mitgebracht - natürlich war da aber auch viel Arbeit erforderlich." Mit acht Jahren begann für den heute 18-Jährigen also eine große Leidenschaft.

Sein bester Freund, mit dem er damals Fußball spielte, war zunächst erstmal traurig darüber, dass er nun allein im Verein Fußball spielen musste. "Bei den Freundinnen kam es aber ziemlich gut an, dass nun auch Jungs mit im Verein sind", erklärte Benedikt, sprach aber auch davon, dass die Reaktionen nicht alle positiv waren. "Klar wurde sich am Anfang darüber auch ein bisschen lustig gemacht - da waren die Meinungen unterschiedlich", fügte er hinzu.

Durchziehen, an sich arbeiten und weiterentwickeln

Trotz der teilweise komischen Blicke und der eher rar gesäten turnenden Jungs in der Region ließ sich Benedikt nicht davon abhalten, seiner Leidenschaft nachzugehen. "Ich finde, man sollte vor allem bei sowas nicht so viel auf andere hören - es ist schließlich dein eigenes Ding. Du machst, was du willst, und steckst für dich selbst deine Arbeit in den Sport und nicht für andere", betonte der 18-Jährige. Aber auch für die eigenen Erfolge zu kämpfen, gehört natürlich mit dazu und da war es im vergangenen Jahr für Benedikt und den TV Petersberg endlich so weit.

"Ich würde sagen, dass die Hessenmeisterschaft definitiv mein bisher größter Erfolg war. Klar gab es auch noch kleinere Erfolge und auch dass mein Trainer mich mit jetzt 74 Jahren seit diesen 10 Jahren begleitet, zähle ich auch dazu. Er ist auch einfach mehr als nur ein Trainer, sondern auch eine Bezugsperson, und ich habe ihn schon immer mehr als einen zweiten Opa gesehen, den man nicht hatte", sagte uns der Turner im O|N-Gespräch.

Am schwierigsten war es für ihn, das allerdings alles mit der Schule zusammenzubringen und das Lernen für das Fachabitur mit dem ständigen Training zu verbinden, da genau zur Zeit der Meisterschaft auch die Abschlussprüfungen anstanden. "Die Meisterschaften waren eine Woche nach der Prüfung und man hatte dadurch noch den Leistungsdruck von verschiedenen Seiten", gibt Benedikt zu verstehen. Auch wenn er sein FOS in der Fachrichtung Wirtschaft und Verwaltung absolvierte, wurde ihm schnell bewusst, dass ihm hier der Bezug zum Sport fehlte. "Jetzt fange ich ab dem 1. September meine Ausbildung als Physiotherapeut an."

Die Zukunft im Blick

Aktuell turnt Benedikt für den TV Petersberg in der Landesliga und auch wenn die letzte Saison relativ gut lief, ist für diese Saison natürlich der Aufstieg das klar gesetzte Ziel. "Ich will auch in den Team- und Einzelwettkämpfen weiter überzeugen und später in der LK1 turnen - wenn man diese Klasse gewinnt, dann könnte man auch an den deutschen Meisterschaften teilnehmen, das wäre natürlich der Traum", sagt uns Benedikt. Mit genügend Kraft und dem Willen zum Erfolg stehen die Chancen für den aktuell 18-Jährigen allerdings gut, dass dieser Traum vielleicht schon in naher Zukunft in Erfüllung gehen könnte.

Abschließend appellierte Benedikt auch an all diejenigen, die sich vielleicht unsicher darüber sind, was sie machen wollen, welcher Sport sie interessiert und wo ihre Stärken liegen: "Wie bei allem sollte man erstmal anfangen und nicht darauf hören, was andere sagen. Sobald der Erfolg dann kommt, denken andere Menschen auch wieder völlig anders darüber. Dabei ist es egal, welcher Sport es ist - Erfolg ist immer ein tolles Gefühl, welches ungemein pusht." (pg) +++

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