"Football erfüllt mich"

Ein Sport, ein Team, eine Familie: Enes Sahman und die Fulda Saints

Wir haben ihn im OSTHESSEN|NEWS-Sportgespräch getroffen!
Fotos: Maurice Schumacher

25.03.2026 / FULDA - Leidenschaft, Teamgeist und unerschütterlicher Zusammenhalt: Enes Sahman ist blutiger Footballer und fühlt sich bei den Fulda Saints, deren Trikot er seit neun Jahren trägt, einfach pudelwohl. Die Männer spielen in der Regionalliga Mitte, haben sich mittlerweile zu einem richtigen Aushängeschild für ganz Osthessen entwickelt und sind mit ihrer besonderen Ausstrahlung und ihrem unermüdlichen Einsatz gar nicht mehr wegzudenken.



Was das eingeschworene Team ausmacht? Power, gegenseitige Unterstützung und ganz viel Disziplin. Doch eigentlich ist es noch so viel mehr als das. Die Männer halten zusammen, wenn es drauf ankommt, und sind quasi wie eine große Familie, die in allen Lebenslagen füreinander da ist. "Die Saints gehen über eine Sportmannschaft weit hinaus – sowas habe ich noch nirgendwo erlebt", beschreibt der 28-Jährige im OSTHESSEN|NEWS-Gespräch.

Erste Schritte im Football: Begeisterung, Zweifel und ein Neustart

Enes Sahman ist gebürtiger Fuldaer und arbeitet nach seinem erfolgreich abgeschlossenen Studium derzeit als Sozialarbeiter. Als Kind hat er die verschiedensten Sportarten ausprobiert – von Fußball über Kampfsport – und ist durch seinen Kumpel und Kommilitonen Patrick Dendtler, Quarterback bei den Fulda Saints, zum American Football gekommen. "Ich war auf der Suche nach einem neuen Sport und hab dem Ganzen einfach mal eine Chance gegeben", erinnert sich Enes zurück. Im Probetraining kam dann aber die Ernüchterung: "Es war ganz anders, als ich gedacht hatte. Unstrukturiert und wenig anfängerfreundlich." Patrick blieb, Enes entschied sich dagegen. Aber das sollte definitiv nicht das Ende sein.

"Football ist erschöpfend und anstrengend, aber auch spannend und verrückt"

Ein ganzes Jahr lang hat der Quarterback den 28-Jährigen überredet – und das ohne Punkt und Komma. 2018 hat's dann endlich Klick gemacht und heute spielt Enes im neunten Jahr bei den Fulda Saints. Ein Leben ohne Football? Mittlerweile unvorstellbar für ihn. "Dieser Sport ist eine ganz andere Beanspruchung für den Körper. Auf der einen Seite ist es erschöpfend, anstrengend und hart und auf der anderen Seite beeindruckend, spannend und verrückt", fasst er im Sportgespräch zusammen. Eingesetzt wird der Footballer beidseitig auf dem Feld – sowohl in der Defense als auch in der Offense. "Ich bin zufrieden mit meiner Leistung und gespannt, was die nächsten Jahre so bringen." Ob die Männer irgendwann wieder den Sprung in die Landesliga schaffen? Toll wäre das allemal.

Meisterschaft, Aufstiege und Teammomente

Wir wollten unbedingt wissen: Welche Erlebnisse und Erfahrungen wird Enes wohl niemals vergessen? "Definitiv die Meisterschaft in 2019. Diesen Erfolg mitzuerleben, war ein pures Hochgefühl für mich", erzählt er mit einem Schmunzeln im Gesicht. Aber eigentlich sind es nicht die Triumphe, Aufstiege und Heimspiele, die ihm in Erinnerung bleiben. Vielmehr sind es die kleinen Momente mit seinen Teamkollegen und Kumpels, die ihn so sehr berühren. "Wir sind eine eingeschworene Truppe und haben viele schöne Jahre miteinander erlebt. Die Jungs sind herzensgute Menschen und akzeptieren dich so, wie du bist", bringt Enes auf den Punkt. Im Interview wird immer wieder deutlich, wie dankbar er ist, Teil dieser Mannschaft zu sein. Auch wenn nicht immer alles gut läuft, rücken die Männer nur noch näher zusammen. Und so sollte es doch eigentlich auch sein, oder?

"Ich bin erstaunt, wozu mein Körper in der Lage ist"

Football ist bekanntlich ein harter Sport – körperlich wie auch mental. Es ist eine Mischung aus Intensität, Athletik sowie taktischem Anspruch und genau das macht ihn auch so faszinierend für viele Menschen auf dieser Welt. "Es knallt immer wieder, die Leute rennen in dich rein. Trotzdem bin ich erstaunt, wozu mein Körper eigentlich in der Lage ist. Erst durch Football bin ich zu dem selbstbewussten Mann geworden, der ich heute bin", berichtet Enes ehrlich gegenüber O|N. Er kann seine Gedanken ausschalten, alles herauslassen und einfach im Moment leben. "Es ist ein verrücktes Gefühl und meine Leidenschaft wird Jahr für Jahr intensiver."

Zusammenhalt, Disziplin, Euphorie: Genau so charakterisiert der 28-Jährige seine ganz große Passion. "Ich bin unglaublich dankbar, dass ich mich nach anfänglichen Schwierigkeiten doch für Football entschieden habe und viele tolle Menschen kennenlernen durfte. Der Sport gibt mir Energie und bringt mich gleichzeitig an meine Grenzen", schwärmt Enes. Hat jemand Lust bekommen, sich selbst auszuprobieren? Na dann: Auf geht's! (Julia Schuchardt)+++

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