Frauenpower, Leidenschaft und Emotionen

Hersfelds Handball-Duo: Aufstieg, Leidenschaft und echte Führungsstärke

Für Alina Braun und Hannah Berg bedeutet Handball einfach alles.
Fotos: E. Reinhardt

11.01.2026 / FULDA - Frauenpower, Leidenschaft und pure Emotionen: Für Alina Braun (27) und Hannah Berg (28) ist Handball weit mehr als nur ein Sport - es ist ein zentraler Bestandteil ihres Lebens. Schon von klein auf stehen die beiden auf dem Feld, haben sich Schritt für Schritt hochgearbeitet und ihren Heimatverein, den TV Hersfeld, mit Mut, Talent und jeder Menge Engagement an die Spitze geführt. Seit dieser Saison spielen die Mädels in der Regionalliga mit und können stolzer natürlich kaum sein.



Die zwei Freundinnen gehören zu den Gesichtern des Frauenhandballs in Bad Hersfeld (Landkreis Hersfeld-Rotenburg). Beide verbindet eine lange Geschichte mit dem Sport und inzwischen auch eine enge gemeinsame Rolle als Spielführerinnen ihres Teams. Im OSTHESSEN|NEWS-Sportgespräch plaudern sie aus dem Nähkästchen und geben einen Einblick hinter die Kulissen. Welches Erlebnis werden die beiden wohl nie vergessen? Lesen Sie selbst!

"Handball ist ein Wahnsinnsausgleich zum Alltag"

Ehrgeizig, kämpferisch, fokussiert und willensstark: genau so kann man Alina und Hannah eigentlich ganz gut beschreiben. Erstere steht bereits seitdem sie fünf ist in der Halle, Hannah fing sogar ein Jahr früher an. Während die 28-Jährige durch ihre handballbegeisterte Familie früh in die Halle kam, war Alina zunächst im Kinderturnen aktiv und fand über eine befreundete Trainerin schlussendlich zum Handball. Gemeinsam trainierten sie schon bei den Minis, trennten sich später kurzzeitig, bevor Alina wieder zu ihrem Heimatverein zurückkehrte. "Handball bedeutet mir unglaublich viel", sagt Hannah. "Es ist ein Wahnsinnsausgleich zum Alltag. Eineinhalb Stunden nur an den Ball zu denken, tut einfach gut. Und die Freundschaften, die man im Sport hat, sind einzigartig." Auch Alina beschreibt den Sport als festen Bestandteil ihres Lebens, der kaum wegzudenken ist: "Handball gehört für mich einfach dazu. Es macht Spaß, fordert einen und ohne würde einfach etwas fehlen."

Der Sport selbst fasziniert sie bis heute: Er ist schnell, bewegend, körperlich und mitreißend. "In der Halle bekommt man viel mehr vom Spiel mit als beispielsweise beim Fußball. Alles ist kompakter, jedes Tor zählt, und die Energie, die freigesetzt wird, ist einzigartig", erklärt Alina. Beide verfolgen auch Profi-Handball, verbringen ihre Wochenenden oft mit Sport - und im Winter gerne auch mal auf der Skipiste. "Handball ist hart, emotional und einfach der geilste Sport der Welt", bringen es beide auf den Punkt.

Wenn die Halle zur Wand wird

Ob eine Halle gut gefüllt ist, spüren die Spielerinnen natürlich sofort. Zwischen 150 und 200 Zuschauer kommen jeweils im Schnitt - bei den Männern sind es mehr, was beide schade finden. "Wir hoffen, dass sich das mit der Regionalliga ändert. Man merkt, dass das Interesse wächst, aber es könnten ruhig noch mehr sein", findet Hannah. Wenn die Halle voll ist und das Publikum die Stimmung trägt, verändert sich das Spielgefühl komplett: "Dann stehen die Leute wie eine Wand hinter dir. Manchmal braucht man genau das."

Alina spielt auf der Position Halbrechts, Hannah ist nach langer Zeit auf Rechtsaußen inzwischen wieder am Kreis zu Hause. Wir haben nachgehakt: Was braucht man eigentlich für Eigenschaften, um im Handball erfolgreich zu sein? "Man muss sein Ego auch mal zurückstellen. Wir haben ein gemeinsames Ziel und dafür gibt jede im Training 100 Prozent", sind sich die Zwei einig. Disziplin, Ausdauer, Kraft, Schnelligkeit und Reaktionsfähigkeit gehören natürlich dazu - ebenso mentale Stärke. Der Sprung in die Regionalliga hat ihnen gezeigt, wie hoch das Niveau beim Handball sein kann: mehr Tempo, mehr Härte, weniger Pfiffe. "Den Unterschied spürt man sofort", so Hannah.

Aufstieg in die Regionalliga: "Wir haben dominiert und durchgezogen"

Welche Momente werden die Kapitäninnen nie vergessen? "Besonders prägend waren die beiden Aufstiege: 2017/18 in die Landesliga und 2024/25 schließlich in die Regionalliga. 2023/24 verpassten wir den Aufstieg aufgrund von Punktabzügen in Folge von fehlenden Schiedsrichtern im Verein." Umso größer war die Freude ein Jahr später: "Das Gefühl nach dem Aufstieg war einfach nur schön. Es hätte auch anders ausgehen können, aber wir haben die Saison dominiert und es knallhart durchgezogen", lässt Alina Revue passieren. Nach dem entscheidenden Auswärtsspiel in Guxhagen wartete ein Partybus vor der Halle - gefeiert wurde erst in Bad Hersfeld und anschließend auf Mallorca.

Die Atmosphäre innerhalb der Mannschaft beschreiben beide als familiär, verbunden und vertrauensvoll. Viele Mädels spielen schon lange zusammen, die Mischung aus jungen und erfahrenen Spielerinnen passt und auch die Neuzugänge haben sich schnell integriert. "Wir sind ein richtig eingeschworenes Team", so Hannah. Ihr gemeinsames Ziel für die Saison ist ganz klar: der Klassenerhalt. "Wenn wir das schaffen, können wir definitiv zufrieden sein"

Hannah und Alina sehen sich als Ansprechpartnerinnen - in guten wie in schwierigen Phasen. "Wir versuchen immer, die Mannschaft zu pushen. Egal ob Sieg oder Niederlage", verdeutlichen die beiden abschließend zum Sportgespräch. (Julia Schuchardt)+++

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