Kleiner Verein - Großes Turnier

"Wie eine kleine WM" - JSG Südring fährt mit großen Träumen nach Stuttgart

"Wie eine kleine WM" - JSG Südring fährt mit großen Träumen nach Stuttgart.
Fotos: Julia Pracht

27.04.2026 / NEUHOF - Wenn Stefan Kischporski und Oliver Heurich, beide von der F-Jugend der Spielgemeinschaft Südring, über den im Mai bevorstehenden Schwabenlandcup sprechen, merkt man schnell: Hier geht es um mehr als nur Fußball. Der Trainer der F-Jugend Kischporski und der Vater eines Spielers Heurich blicken mit Vorfreude auf eine ganz besondere Reise ins Schwabenland.



Zu Gast im OSTHESSEN|NEWS-Sportgespräch sprechen die beiden über das anstehende Turnier, die tolle Mannschaft, bei der Eltern und Kinder alle an einem Strang ziehen, und das Besondere an der F-Jugend der JSG Südring.

"Das Ganze ist ja eigentlich aus einer einfachen Idee entstanden", erzählt Kischporski. Über eine E-Mail der Turnieragentur wurde er auf das internationale Turnier aufmerksam. "Das klang direkt spannend: gut organisiert, bezahlbar und mit internationalem Charakter." Schnell war klar: Das könnte ein echtes Highlight für die Kinder werden.

Mini-WM als großes Erlebnis

Im Mittelpunkt steht das Turnier im Schwabenland bei Stuttgart, das als "Mini-WM" ausgetragen wird. Statt im gewohnten Vereinsnamen treten die Teams unter Länderflaggen an - die JSG Südring geht gleich mit zwei Mannschaften ins Rennen: als Mexiko und Uruguay. "Allein das sorgt schon für eine ganz besondere Atmosphäre", sagt Kischporski. Stefan Kischporski übernimmt das Team Mexiko und der aktuelle Co-Trainer Daniel Schüßler wird Uruguay beim Turnier betreuen.

Gespielt wird im 4+1-Modus. Für die Kinder bedeutet das nicht nur eine Umstellung vom gewohnten Funino, sondern auch einen Schritt Richtung "großer Fußball". Entsprechend wurde in den vergangenen Wochen gezielt darauf hingearbeitet.

"Wir machen das schon mit einer gewissen Vorbereitung", erklärt der Trainer. "Aber ganz wichtig: Wir reden hier von Kindern. Unser Motto ist ganz klar: Erlebnis vor Ergebnis."

Eine Gemeinschaft, die trägt

Dass die Reise überhaupt möglich wird, liegt vor allem an der starken Gemeinschaft im Verein. Rund 30 Kinder umfasst die F-Jugend insgesamt - nach Stuttgart fährt allerdings nur ein Teil. Eine Entscheidung, die sensibel gehandhabt wurde.

"Als Team sehen wir uns bewusst als eine große Einheit: Wir trainieren gemeinsam und treten auch bei unseren regulären Funino-Spieltagen in der gesamten Gruppe an", erklärt Kischporski. Für dieses spezielle Turnier war es jedoch notwendig, die Teilnahme aus organisatorischen Gründen sowie aufgrund des sportlichen Anspruchs einzugrenzen. Unabhängig davon bleiben alle Kinder ein wichtiger Teil der Gemeinschaft und bekommen regelmäßig Möglichkeiten, sich im Spiel und Training zu zeigen und weiterzuentwickeln.

Elternvertreter Oliver Heurich beschreibt die besondere Dynamik so: "Das ist nicht einfach nur ein Team - das sind Freundschaften. Viele von uns sind richtig eng geworden." Dass gleich 17 Erwachsene mitfahren, spricht für sich. "Wir freuen uns einfach darauf, ein ganzes Wochenende zusammen zu verbringen."



Vom Grill bis zum "Teamarzt"

Auch abseits des Platzes zeigt sich, wie viel Engagement in dem Projekt steckt. Die Finanzierung wurde durch Eigenanteile, Turniereinnahmen und viele kleine Unterstützungen gestemmt.

"Da reicht es manchmal schon, wenn jemand auf einem von uns organisierten Turnier eine Bratwurst isst oder ein Getränk kauft", sagt Kischporski schmunzelnd. Besonders beeindruckend: Innerhalb von anderthalb Tagen war der Eigenanteil eingesammelt - ein Zeichen des Vertrauens innerhalb der Gruppe.

Kuriose und zugleich schöne Geschichten gehören ebenfalls dazu. So wird ein Vater, der eigentlich nichts mit Fußball am Hut hat, kurzerhand zum "Teamarzt". "Der hat sich komplett ausgestattet und fährt jetzt mit - einfach, weil er das Projekt so gut findet", erzählt Kischporski.

Mehr als nur Fußball

"Neben dem Sport geht es um Selbstständigkeit, Teamgeist und gemeinsame Erinnerungen. "Die werden das nie vergessen", ist sich Heurich sicher. Auch Kischporski sieht den Mehrwert vor allem in der Entwicklung der Kinder: "Man merkt jetzt schon, wie sie daran wachsen - ohne Druck, aber mit viel Begeisterung."

Was bleibt?

Sportlich ist vieles offen. Internationale Teams, unbekannte Gegner, ein straffes Programm mit mindestens sechs Spielen - die Herausforderung ist groß. Doch die Zielsetzung ist klar formuliert: "Wenn die Kinder gesund zurückkommen und sagen, es war ein tolles Wochenende, dann war es ein voller Erfolg", sagt Kischporski. Und ergänzt mit einem Lächeln: "Aber gegen ein paar Siege hätten wir natürlich auch nichts."

Am Ende ist es genau diese Mischung, die das Projekt so besonders macht: ein bisschen Wettbewerb, ganz viel Gemeinschaft - und für die Kinder das Gefühl, einmal selbst Teil einer kleinen Weltmeisterschaft zu sein. (Nicolas Kraus)+++

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