Marathon bewegt tausende Menschen

Pfingsten in Bimbach: Wenn ein Ort zur Radsportheimat wird

Frank Scheiber und Christoph Blum leben den Radsport.
Fotos: Victor Brühl

09.04.2026 / FULDA - Beim RSC Bimbach spürt man sofort, dass hier mehr passiert als nur ein Radsportevent. Der Verein lebt für den Rhönradmarathon und der Marathon lebt durch den Verein. Seit Jahrzehnten verwandelt sich der rund 2.300-Einwohnerort Bimbach (Gemeinde Großenlüder im Landkreis Fulda) an Pfingsten in ein buntes, fröhliches Radsportdorf, in dem über 5.000 Menschen aus ganz Europa zusammenkommen. Sie rollen durch Hessen, Thüringen und Bayern, genießen die Landschaft, die Gemeinschaft und dieses besondere Gefühl, das man nur hier findet: Freiheit, Glücksmomente und echte Verbundenheit.



Einer, der dieses Gefühl seit fast 20 Jahren kennt, ist Christoph Blum. Der Fernsehjournalist aus Schlitz (Vogelsbergkreis) ist seit 2008 im Verein und kümmert sich heute um Öffentlichkeitsarbeit und Social Media. Für ihn ist der Marathon ein Herzensprojekt: "Jeder bringt sich mit dem ein, was er kann und genau das macht unseren Verein so besonders. Jede Radfahrt fühlt sich für mich an wie ein kleiner Urlaub." Seine Begeisterung für den Sport begleitet ihn seit seinem 20. Lebensjahr. Mittlerweile ist Radfahren für ihn mehr als ein Hobby – es ist ein echtes Lebensgefühl.

Gemeinschaft, Familie und jede Menge Spaß

An der Spitze des Vereins steht Frank Scheiber, seit 25 Jahren Mitglied und seit fünf Jahren erster Vorsitzender. Er kommt aus Großenlüder (Landkreis Fulda) und ist ein echter Technik‑ und Radsportenthusiast. Schrauben, tüfteln, fahren – egal ob am Rennrad, Mountainbike oder Gravelbike. "Der Vorteil am Radsport ist, dass man individuell trainieren kann. Aber das Schönste ist, dass wir hier eine Gemeinschaft haben, die fast wie eine große Familie ist", erzählt er im OSTHESSEN|NEWS-Sportgespräch. Diese Gemeinschaft trägt den Verein durch das ganze Jahr, denn die Organisation des Rhönradmarathons ist eine Mammutaufgabe.

Und doch bleibt alles bewusst bodenständig. "Wir wollen keine kommerziellen Ziele verfolgen. Wir machen das aus Leidenschaft", betont Frank. Und das spürt man auch: Vom kostenlosen Camping über die handgemachte Verpflegung bis hin zur familiären Atmosphäre – der Marathon ist ein Event von Radfahrern für Radfahrer. Viele nennen ihn liebevoll "das Wacken des Radsports", weil der ganze Ort von Zelten, Rädern und guter Laune erfüllt ist.

Vielfalt für jedes Alter und jedes Bike

Die Streckenvielfalt ist beeindruckend: zehn Varianten zwischen 25 und 250 Kilometern, dazu die legendäre Bimbach 400 für Extremradler. Seit letztem Jahr setzt der Verein unter anderem auch auf Gravel und hat zwei spezielle Routen ausgearbeitet, die 2025 noch weiter ausgebaut werden sollen. Jugendliche bis 18 starten kostenlos und für Kinder gibt es erstmals einen eigenen Sammelpass – inklusive Freigetränk im Ziel für die Kleinsten.

"Die Leute identifizieren sich mit unserer Philosophie"

Dass der RSC Bimbach weit über die Region hinausstrahlt, hat auch der Bund Deutscher Radfahrer (BDR) bestätigt: Der Verein wurde als Organisation mit der größten Breitensportwirkung ausgezeichnet. Ein Ritterschlag für ein Team, das komplett ehrenamtlich arbeitet. Rund ums Pfingstwochenende sind etwa 180 Helfer im Einsatz – Vereinsmitglieder, Familien, Kinder, Freunde, Menschen aus dem Ort. "Die Leute identifizieren sich mit unserer Philosophie. Viele sind stolz, bei uns mitzuarbeiten", sagt Christoph.

"Jeder ist herzlich eingeladen bei uns Mitglied zu werden."

Man merkt dem Verein an, wie viel Herzblut da drinsteckt: 130 Mitglieder, vom jungen Gravel‑Fan bis zum Senior, der zwar nicht mehr fährt, aber weiterhin aktiv am Vereinsleben teilnimmt. Gemeinsame Ausfahrten, Social Rides ab April, Etappenfahrten durch Europa, vergünstigte Ausrüstung, ein eigener Vereinsbus – der RSC bietet viel und verbindet Generationen. "Bei uns hat es noch niemand bereut, Mitglied geworden zu sein", sagt Frank mit einem Lächeln im Gesicht.

Am Ende geht es beim RSC Bimbach immer um dasselbe: gemeinsam draußen sein, fahren, reden, lachen. Oder wie es Christoph und Frank zusammenfassen: "Radfahren bedeutet für uns Freiheit, Glücksmomente, Fitness und Gemeinschaft." Mehr Infos über den Verein, den Social Ride oder den Rhön-Special-Cup finden Sie hier. Der Radmarathon findet wie gewohnt am Pfingstwochenende, 24. und 25. Mai 2026, statt. (Julia Schuchardt)+++

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