Zuschauerpreis an Riccardo Greco

"Ein unglaublicher Sommer": Festspiele verabschieden sich mit großer Gala

Riccardo Greco wurde für seine Rolle als Shakespeare in "Something Rotten!" mit dem Zuschauerpreis ausgezeichnet.
Fotos: Constantin von Butler

17.08.2026 / BAD HERSFELD - Es war genau der Abschluss, den sich die 75. Bad Hersfelder Festspiele verdient haben. Noch einmal große Stimmen, noch einmal diese besondere Atmosphäre in der Stiftsruine - und noch einmal ein Abend, an dem zu spüren war, was in den vergangenen Wochen entstanden ist. Für Intendantin Elke Hesse endete mit der großen Abschlussgala am Sonntag ihre erste Saison zurück in Bad Hersfeld. Und auch wenn sie selbst gar nicht viel sprechen wollte: Emotional wurde es trotzdem.



Einen großen Anteil daran hatte das Festspiel-Orchester unter der Leitung von Christoph Wohlleben. Musikalisch ging es quer durch die Genres: Rossinis "Barbier von Sevilla" war ebenso dabei wie "Mission Impossible", "E.T." oder das "Phantom der Oper". Gerade diese Mischung machte den Abend aus. Mal wurde es groß und wuchtig, dann wieder ganz leise. Dazu Licht und Farben in der Ruine - das Orchester bekam dafür immer wieder kräftigen Applaus.

Viele bekannte Gesichter noch einmal auf der Bühne

Auch zahlreiche Darsteller aus den Produktionen dieses Sommers waren noch einmal zu erleben. Valerie Luksch, Varja Sjöström, Gayle Tufts und Riccardo Greco gehörten zu denen, die an diesem Abend auf der Bühne standen. Intendantin Elke Hesse war die Freude über den Abend deutlich anzumerken. "Wir erleben hier ein Feuerwerk auf der Bühne. Mein ganzer Respekt gilt unseren Darstellern und dem kompletten Team", sagte sie.

Mit der Gala ging für Hesse zugleich die erste Saison ihrer zweiten Amtszeit in Bad Hersfeld zu Ende. "Es war ein unglaublicher Sommer. Aber ich will gar nicht von Abschied reden - ich freue mich schon auf das nächste Jahr."

Auch Bürgermeisterin Anke Hofmann blickte auf Wochen zurück, die für sie offenbar viel zu schnell vergangen waren. "Es fühlt sich an, als hätten wir erst letzte Woche mit den Festspielen angefangen", sagte sie. Bei allem Lob für Ensemble und Mitarbeiter vergaß sie auch diejenigen nicht, die Abend für Abend in die Stiftsruine gekommen waren: "Was wären wir ohne unser Publikum?"

Zuschauerpreis für Riccardo Greco

Für Riccardo Greco hielt der letzte Festspielabend noch einen ganz eigenen Höhepunkt bereit. Als Shakespeare in "Something Rotten!" hatte er sich in den vergangenen Wochen in die Herzen vieler Zuschauer gespielt. Bei der Abschlussgala wurde nun klar, wie gut seine Rolle beim Publikum angekommen war: Greco gewann den Zuschauerpreis.

Intendantin Elke Hesse und Bürgermeisterin Anke Hofmann überreichten ihm den von Juwelier Matthias Laufer-Klitsch gestifteten Ring. Greco war die Überraschung anzusehen. "Das ist etwas ganz Besonderes für mich", sagte er. Lange bei sich selbst blieb er mit dem Lob allerdings nicht. Greco richtete den Blick sofort auf das Ensemble, mit dem er diesen Festspielsommer bestritten hatte. "Ich habe so tolle Kollegen - sie alle hätten diesen Preis verdient", sagte er: "Ich habe noch nie etwas gewonnen und ich hätte niemals damit gerechnet, dass ich heute damit anfange."

Dass er nicht nur als Shakespeare funktioniert, zeigte Greco an diesem Abend ebenfalls noch einmal. Gemeinsam mit Valerie Luksch - die die Stiftsruine mit ihren Auftritten regelrecht verzauberte - sang er aus dem "Phantom der Oper" und sorgte damit für einen der musikalischen Höhepunkte der Gala.

Irgendwann war dann auch dieser lange Festspielsommer tatsächlich vorbei. Die letzten Töne verklangen, der Applaus setzte noch einmal ein - und für die Besucher ging es ein letztes Mal in dieser Saison hinaus aus der Ruine. Nach den 75. Bad Hersfelder Festspielen war Schluss. Zumindest bis zum nächsten Sommer. (Constantin von Butler) +++

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