Fulminante PK macht Laune

Elke Hesse setzt auf Qualität und viel Neues: Hoffentlich wird der Mut belohnt

Voller Vorfreude und Begeisterung stellte die neue Intendantin Elke Hesse das Programm für die Festspielsaison 2026 vor
Fotos: Hans-Hubertus Braune

28.08.2025 / KOMMENTAR - Elke Hesse ist wieder da: Und wie. Während der Pressekonferenz am Dienstagmittag präsentierte sich die Intendantin voller Elan, voller Hingabe und Begeisterung. Nur gut eine Woche nach der Abschlussgala der vergangenen Festspielsaison stehen die Zeichen in Bad Hersfeld auf Neuanfang.



Während die Saison um den bisherigen Intendanten Joern Hinkel erfolgreich lief, wurde im Hintergrund ebenso hart an der Zukunft gearbeitet.

Das Erscheinungsbild wurde komplett überarbeitet. Eine Agentur aus Hamburg hat das Logo der Festspiele erneuert, es kommt modern rüber. Die Internetseite wurde ebenso neu gestaltet. Selbst die Pressekonferenz glich einer kleinen Inszenierung. Die Medienvertreter und weitere Gäste, etwa aus der Stadtpolitik oder den Freunden der Stiftsruine nahmen auf der Bühne der Stiftsruine Platz. Ein besonderer, ein magischer Ort. Die einzelnen Inszenierungen wurden mit Rollups präsentiert. Mehrere Regisseure waren ebenfalls vor Ort und geben bereits erste Einblicke. Und Hesse selbst: Ihr Lachen steckt an, ihre Präsenz ist beeindruckend. In der Stadt hängen bereits die neuen Werbeplakate und der Vorverkauf beginnt in Kürze. Elke Hesse gibt von Beginn an Vollgas. Sie will die Festspiele noch mehr in die Bevölkerung bringen, will alle Generationen einbinden.

"Michael Schachermaier als Oberspielleiter und mir liegt vor allem künstlerische Qualität am Herzen. Gerade im Jubiläumsjahr ihres 75-jährigen Bestehens wollen wir deutlich machen, dass die Bad Hersfelder Festspiele eine Ikone bedeuten. Es handelt sich hier nicht um irgendein Festspiel, sondern eine Benchmark in einer Reihe mit Salzburg, Bayreuth und Bregenz. Wir spielen dabei nicht nur die leichte Note des Musicals, sondern wollen das Besondere der Bühnenwelt in vielerlei Varianten zeigen", wird Hesse in einem Interview der Festspiele zitiert.

Zeichen für Aufbruch und Vielfalt

Mit ihrer Vision, das Festival nicht nur im Jubiläumsjahr, sondern während ihrer gesamten Schaffenszeit in Bad Hersfeld künstlerisch zu erneuern und verstärkt junge Stimmen einzubinden, setzt Elke Hesse sicher ein Zeichen für Aufbruch und Vielfalt. In einem Interview kündigte sie an: "Theater muss uns im Innersten berühren und zugleich gesellschaftlich herausfordern. Genau das möchte ich in Bad Hersfeld verwirklichen." Doch die Vision der neuen Festspielleiterin reicht noch weiter.

Eine Gesamtstrategie aus vielen Einzelimpulsen soll die Bad Hersfelder Festspiele zu einer unverwechselbaren Marke machen – immer mit dem Bewusstsein der 75-jährigen Tradition und dennoch mit dem Mut zum Aufbruch. Bürgerprojekte sind dabei eine Komponente, ebenso wie ein Festivalzentrum. Hier sollen Menschen aus Stadt und Region mit Menschen der Bühne in Austausch kommen und Publikum und Noch-Nicht-Publikum angesprochen werden. "Nicht zuletzt wird ein modifiziertes Branding und ein zeitgemäßes Kommunikationskonzept mit neuen Antworten für den digitalen Auftritt punkten", verspricht die Intendantin.

Zusätzliche Sponsoren und Stiftungen

Die neue Intendantin sprüht vor Energie, vor Ideen. Sie setzt auf das überragende Hersfelder Festspielteam und auf neue Formate. Es wird spannend, zu sehen, ob das alles funktioniert. Denn auch die gebürtige Wienerin hat keine Gelddruckmaschine im Gepäck. Mit Unterstützung von zusätzlichen Sponsoren und Stiftungen viel sie den drohenden Förderkürzungen der Politik entgegenwirken.

Bei allem Sparzwang dürfen die politischen Vertreter von Bund, Land und Stadt nicht vergessen, welch kulturelle und gesellschaftliche Bedeutung das Theater für das Miteinander im Land hat. Sparen am falschen Ende macht wenig Sinn. Elke Hesse hat Großes vor und setzt dabei ein hohes Level an: Sie will das Quartett. Bad Hersfeld soll auf einer Ebene mit Salzburg, Bayreuth und Bregenz stehen. Sie geht damit in die Offensive.

Ihr erster Auftritt als neue Intendantin war stark und hat Lust gemacht auf mehr. Eines verbietet sich dabei meiner Meinung: Irgendwelche Vergleiche mit dem Vorgänger zu ziehen. Joern Hinkel und Elke Hesse sind höchst unterschiedlich. Nun hat Hesse das Zepter in der Hand. Seien wir weiterhin dankbar, was war und freuen uns auf das, was kommt. (Hans-Hubertus Braune) +++

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