Einzigartige Lichtshow

Spektakuläres Finale zum Jubiläum: Die Stiftsruine wird zur riesigen Leinwand

Mit einer spektakulären Illumination wurde die Stiftsruine selbst zum Mittelpunkt des Jubiläumsabends.
Fotos: Uwe Hildebrand

14.07.2026 / BAD HERSFELD - Den krönenden Abschluss des Jubiläumstages zum 75-jährigen Bestehen der Bad Hersfelder Festspiele bildete am Samstagabend ein ganz besonderes Schauspiel. Nachdem in der Stiftsruine mit der Revue "Meisterstücke und Missgeschicke" auf sieben Jahrzehnte Festspielgeschichte zurückgeblickt worden war, rückte schließlich die eigentliche Hauptdarstellerin in den Mittelpunkt: die Stiftsruine selbst.



Mit einer rund 20-minütigen Illumination verwandelte Medienkünstler Gregor Eisenmann aus Wuppertal die historischen Mauern in ein beeindruckendes Meer aus Licht, Farben und bewegten Bildern. Viele Besucher verfolgten gebannt, wie die romanische Kirchenruine zur riesigen Leinwand wurde und ihre eigene Geschichte erzählte.

Kapitel für Kapitel durch 75 Jahre Festspiele

Die Lichtinstallation entstand eigens für das Jubiläumsjahr der Festspiele. Ziel war es nicht, die Fassade lediglich spektakulär in Szene zu setzen, sondern die besondere Geschichte des Bauwerks und seine Bedeutung für die Bad Hersfelder Festspiele künstlerisch erlebbar zu machen. Dafür beschäftigte sich Eisenmann über einen längeren Zeitraum intensiv mit der Stiftsruine. Er recherchierte vor Ort, sichtete historische Exponate, fotografierte zahlreiche Details und sammelte umfangreiches Bildmaterial, das später in die Projektionen einfloss.

Die Inszenierung führte das Publikum in mehreren Kapiteln durch Vergangenheit und Gegenwart der Spielstätte. Zunächst rückten Architektur und historische Elemente wie Fenster, Säulen und Gewölbe in den Fokus. Anschließend öffnete sich die Projektion symbolisch dem Inneren der Stiftsruine und schließlich der Theaterwelt selbst. Auch das, was dem Publikum normalerweise verborgen bleibt, fand seinen Platz: Entwürfe von Kostümen, Maskenbild und weitere kreative Prozesse hinter den Kulissen wurden in einer künstlerisch abstrahierten Bildsprache auf die Mauern projiziert.

Ein Gesamtkunstwerk zum Jubiläum

Begleitet wurde die visuelle Reise von einem musikalischen Spannungsbogen. Ruhige klassische Klänge gingen nach und nach in moderne elektronische Musik über und verbanden Vergangenheit und Gegenwart zu einem stimmungsvollen Gesamterlebnis.

Die Illumination setzte damit einen würdigen Schlusspunkt unter den Jubiläumstag. Sie machte deutlich, dass die Stiftsruine weit mehr ist als nur Kulisse - sie ist seit 75 Jahren das Herzstück der Bad Hersfelder Festspiele und an diesem Abend selbst die eindrucksvollste Bühne. (Constantin von Butler) +++

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