75 Jahre Theatergeschichte

Ein Abend voller Gänsehautmomente: Festspiele feiern großes Jubiläum

75 Jahre Bad Hersfelder Festspiele - dieses Jubiläum wurde am Samstagabend genau so gefeiert, wie es sich viele gewünscht hatten.
Fotos: André Söllner

13.07.2026 / BAD HERSFELD - 75 Jahre Bad Hersfelder Festspiele - dieses Jubiläum wurde am Samstagabend genau so gefeiert, wie es sich viele gewünscht hatten: mit Theater, Musik, Erinnerungen und einem großen Dank an all jene, die die Stiftsruine seit Generationen mit Leben füllen. Nach einem abwechslungsreichen Tagesprogramm bildete die eigens für den Festspielgeburtstag entwickelte Revue "Meisterstücke und Missgeschicke" den Höhepunkt des Jubiläums, bevor eine aufwendig inszenierte Lichtshow die historischen Mauern der Stiftsruine in Szene setzte.



Seit ihrer Gründung im Jahr 1951 haben sich die Bad Hersfelder Festspiele zu einer der bedeutendsten Freilichtbühnen Deutschlands entwickelt. Was einst mit den Mysterienspielen in der romanischen Kirchenruine begann, lockt heute Jahr für Jahr rund 100.000 Besucher nach Bad Hersfeld. Klassiker der Weltliteratur, große Musicals, prominente Schauspieler und außergewöhnliche Inszenierungen haben die Festspiele weit über die Region hinaus bekannt gemacht - und die Stiftsruine zu einem kulturellen Wahrzeichen werden lassen.

Eine Hommage an sieben Jahrzehnte Theater

Passend zum Jubiläum stand jedoch nicht ein einzelnes Stück im Mittelpunkt, sondern die Geschichte der Festspiele selbst. Dramaturgin Stine Kegel und Oberspielleiter Michael Schachermaier schufen mit "Meisterstücke und Missgeschicke" eine rasante Revue, in der Figuren aus sieben Jahrzehnten Festspielgeschichte aufeinandertreffen. Hamlet begegnet Faust, Maria Stuart trifft auf Evita, Romeo zeigt Julia die West Side - sechs Schauspieler schlüpfen dabei mit schnellen Rollenwechseln in unzählige Figuren und lassen Erinnerungen an große Theatermomente wieder aufleben.

Große Figuren, große Erinnerungen

Passend zum Jubiläum stand jedoch nicht ein einzelnes Stück im Mittelpunkt, sondern die Geschichte der Festspiele selbst. Dramaturgin Stine Kegel und Oberspielleiter Michael Schachermaier schufen mit "Meisterstücke und Missgeschicke" eine rasante Revue, in der Figuren aus sieben Jahrzehnten Festspielgeschichte aufeinandertreffen. Hamlet begegnet Faust, Maria Stuart trifft auf Evita, Romeo zeigt Julia die West Side. Bijan Zamani, Nils Höddinghaus, Anne Lebinsky, Markus Gertken, Laura Dittmann und Andrès Mendez schlüpfen dabei mit beeindruckendem Tempo in unzählige Rollen und lassen mit schnellen Wechseln Erinnerungen an große Theatermomente der vergangenen 75 Jahre wieder aufleben.

"Heute muss gefeiert werden"

Bürgermeisterin Anke Hofmann machte bereits zur Eröffnung deutlich, welche Bedeutung der Abend für die Stadt hat. "Es ist eine große Ehre", sagte sie mit Blick auf das Jubiläum. Nach dem gelungenen Start der neuen Spielzeit sei nun der richtige Zeitpunkt gekommen, innezuhalten. "Heute muss gefeiert werden. Heute wird gelacht. Heute geht es um uns."

Auch Intendantin Elke Hesse, die bereits von 2006 bis 2009 die Festspiele leitete und in diesem Jubiläumsjahr zurückgekehrt ist, blickte bewegt auf den besonderen Abend. "75 Jahre und kein bisschen leiser geworden", sagte sie. Die Festspiele hätten "Sommer für Sommer begeistert" und seien ohne die Menschen vor und hinter der Bühne nicht denkbar. Besonders hob sie die Rolle der Besucher hervor: "Unser Publikum ist ein riesiger Teil der Festspiele."

Auf die nächsten 75 Jahre!

Dass hinter der Jubiläumssaison viel Arbeit steckt, verschwieg Hesse nicht. "Es war ein Hürdenlauf, den wir hinter uns gebracht haben", erklärte sie. Umso größer sei nun die Freude über das gelungene Jubiläum. "Ich freue mich auf eine ganz tolle Feier."

Den Schlusspunkt des Geburtstagsabends setzt schließlich nicht ein Vorhang, sondern Licht. Gegen 22.30 Uhr verwandelt eine eigens entwickelte Projektion des Medienkünstlers Gregor Eisenmann die Fassade der Stiftsruine in ein lebendiges Kunstwerk. Architektur, Theatergeschichte und moderne Lichtkunst verschmelzen dabei zu einem stimmungsvollen Finale - und machen sichtbar, was die Bad Hersfelder Festspiele seit 75 Jahren auszeichnet: die einzigartige Verbindung aus Geschichte, Kultur und Gemeinschaft. (Constantin von Butler) +++

Bad Hersfelder Festspiele 2026 - weitere Artikel

↓↓ alle 51 Artikel anzeigen ↓↓

X