In der Stiftsruine

Vom Winterschlaf zur großen Bühne: Der Aufbau der Festspiele beginnt!

Techniker und Helfer arbeiten bereits an den ersten Strukturen für die Bühne. Die Festspiele in Bad Hersfeld stehen in den Startlöchern.
Fotos: Stadt Bad Hersfeld

21.03.2026 / BAD HERSFELD - Noch wirkt die Stiftsruine in Bad Hersfeld ruhig und beinahe verlassen. Die mächtigen Mauern der ehemaligen Abteikirche stehen still im Frühling - doch hinter den Kulissen beginnt bereits ein aufwendiger Prozess. Denn hier entsteht in wenigen Wochen eine der beeindruckendsten Theaterbühnen Deutschlands. Die Bad Hersfelder Festspiele sind immerhin das kulturelle Aushängeschild der Region.



Im Jahr 2026 steht ein besonderes Jubiläum an: 75 Jahre Festspiele. Die Saison beginnt am 26. Juni 2026 mit der Premiere von "Parzival - Die Suche nach dem Heiligen Gral". Bereits wenige Tage zuvor startet mit "Pippi Langstrumpf" das Kinder- und Familienprogramm. Auf dem Spielplan stehen außerdem das Musical "Something Rotten!", die Komödie "Lysistrata" sowie Gastspiele im Schloss Eichhof wie "Die Schule der Frauen" und "Achtsam Morden". Ergänzt wird das Programm durch Konzerte und Sonderformate, sodass die Festspiele über mehrere Wochen hinweg nahezu täglich kulturelle Höhepunkte bieten.

Großprojekt mit enormen Dimensionen

Damit dieser Wandel gelingt, läuft der Aufbau seit einigen Tagen auf Hochtouren. Technischer Leiter Dietmar Wolf gibt Einblicke in den Beginn der Arbeiten: "Seit Montag arbeiten wir jetzt intensiv mit unserem Team." Neben der festen Mannschaft sind wie jedes Jahr auch externe Partner beteiligt: "Die ersten Zulieferfirmen sind sogar schon vor Ort."

Die Dimensionen des Projekts sind enorm. Schritt für Schritt entstehen neue Strukturen innerhalb der historischen Mauern. Erste Veränderungen sind bereits sichtbar. "Die Grundkonturen der Hinterbühne und der Kryptaüberbauung sind zu erkennen", beschreibt Wolf den aktuellen Stand. Gleichzeitig laufen viele Arbeiten parallel - von Transportwegen bis hin zu logistischen Abläufen, die perfekt ineinandergreifen müssen.

1500 Quadratmeter große Bühne entsteht

In den kommenden vier Wochen nimmt die eigentliche Bühne Gestalt an. "Dann wird die komplette Bühnenfläche von 1500 Quadratmetern aufgebaut", erklärt Wolf. Danach folgt die Zuschauertribüne, die Platz für rund 1400 Menschen bietet. Erst im Anschluss wird die Anlage wetterfest gemacht.

Ein entscheidender Moment ist erreicht, sobald das Dach installiert ist. "Dann folgt der technische Teil", sagt Wolf. Licht- und Tontechnik werden integriert, die für die Inszenierungen unverzichtbar sind.

Enger Zeitplan bis zur Premiere

Parallel dazu entsteht abseits der Ruine ein weiterer wichtiger Teil der Produktionen. "Mit einer zweiten Gruppe stellen wir jetzt bereits die Bühnenbilder her", berichtet Wolf. In Werkstätten wird gesägt, geschweißt und gebaut - alles abgestimmt auf die Anforderungen der einzelnen Stücke.

Sobald die Technik steht, beginnt die künstlerische Arbeit direkt vor Ort und die Bühnenproben fangen an. Dann erwacht die Stiftsruine endgültig zum Leben.

Der Zeitplan ist eng gesteckt. "26. Juni: auf diesen Termin arbeiten wir zu", betont Wolf. Bis zur Premiere bleibt nicht mehr viel Zeit - und doch wächst mit jedem Tag ein einzigartiger Theaterraum, der Geschichte und Gegenwart eindrucksvoll miteinander verbindet.
(Constantin von Butler) +++

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