Im hr-Kulturformat

Vom großen Risiko zum gefeierten Hauptdarsteller: Thieß Brammer ganz privat

In der Stiftsruine musste sich Thieß Brammer dem Druck und seinen eigenen Selbstzweifeln stellen.
Archivfoto: O|N/Hans-Hubertus Braune

25.07.2026 / BAD HERSFELD - Kann ein bislang weitgehend unbekannter Schauspieler die Bad Hersfelder Festspiele tragen? Hält er dem enormen Druck in der gewaltigen Stiftsruine stand? Und schafft er es, seine Selbstzweifel rechtzeitig vor der Premiere zu überwinden? Eine neue hr-Reportage begleitet Thieß Brammer auf dem bislang wohl wichtigsten Weg seiner Karriere - vom angespannten Hauptdarsteller bis zum gefeierten Träger des Großen Hersfeldpreises.



Die zweite Folge der zweiten Staffel des Kulturformats "make it!" dreht sich um den gebürtigen Berliner und seine Titelrolle in "Parzival oder die Suche nach dem Heiligen Gral". Ausgestrahlt wird die 45-minütige Reportage am Dienstag, 4. August, um 22 Uhr im hr-fernsehen.

Die Kamera ist bei Höhen und Tiefen dabei

Das Format begleitet Menschen aus der hessischen Kulturszene während eines besonderen Kulturereignisses oder eines künstlerischen Prozesses. Video-Journalisten zeigen, wie aus einer ersten Idee etwas Großes entsteht. Dabei sollen nicht nur die Erfolge, sondern auch intime Momente sowie die ungefilterte Realität mit allen Höhen und Tiefen eingefangen werden.

Bei Thieß Brammer ist die Ausgangslage besonders brisant. In der Vergangenheit setzten die Bad Hersfelder Festspiele immer wieder auf prominente Schauspieler wie Axel Prahl oder Richy Müller. Große Namen gelten für viele als Zugpferde, die überregionale Aufmerksamkeit erzeugen und die mit öffentlichen Geldern unterstützten Theaterproduktionen rechtfertigen sollen.

Die Reportage stellt daher bewusst provokante Fragen: Funktionieren die Festspiele auch mit einem "Nobody" wie Brammer? Kann er dem Druck der Hauptrolle standhalten? Und braucht es aufwendiges und kostspieliges Festspieltheater überhaupt noch?

Eine Hauptrolle mit enormem Druck

Brammer übernimmt im Jubiläumsjahr der Bad Hersfelder Festspiele die Titelrolle in "Parzival". Die Uraufführung von "Parzival oder die Suche nach dem Heiligen Gral" eröffnete die 75. Spielzeit in der Stiftsruine. Regisseur Michael Schachermaier brachte dafür den mehr als 800 Jahre alten Stoff von Wolfram von Eschenbach auf die Bühne. Im Zentrum steht ein junger Mann, der Fehler macht, scheitert und auf seiner Suche lernen muss, Verantwortung zu übernehmen und Mitgefühl zu entwickeln.

Für Brammer bedeutete die Rolle eine große Chance - aber auch eine enorme Belastung. Der Schauspieler zeigte sich dankbar für die Aufgabe, geriet mit der näher rückenden Premiere jedoch zunehmend unter Druck. Die Kameras begleiteten ihn dabei, wie er mit den Erwartungen und seinen eigenen Selbstzweifeln umging.

Jury zeichnet Brammer mit Großem Hersfeldpreis aus

Wie erfolgreich Brammer die Herausforderung bewältigte, zeigte sich spätestens zur Halbzeit der Festspiele. In der Jubiläumsspielzeit wurde er für seine Darstellung des Parzival mit dem Großen Hersfeldpreis ausgezeichnet.

Die Jury bezeichnete ihn als "einen beeindruckenden Schauspieler", der die Entwicklung seiner Figur mit großer Natürlichkeit und Präsenz verkörpere. Brammer selbst stellte bei der Preisverleihung jedoch nicht seine eigene Leistung in den Vordergrund. "Vieles hängt gar nicht von mir ab, sondern von vielen anderen Menschen. Es ist ein Geschenk, auf dieser Bühne spielen zu dürfen." (Constantin von Butler) +++

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