Schlechte Wahlbeteiligung in der Region

Schwache Mitte, starke Ränder: Fulda steht vor schwieriger Koalitionssuche

Die Sitzverteilung der Stadtverordnetenversammlung wird sich stark verändern
Archivfoto: Martin Engel

18.03.2026 / KOMMENTAR - Die Stimmen der Fuldaer Stadtverordnetenversammlung sind ausgezählt - und aus den endgültigen Ergebnissen lassen sich einige Schlüsse ziehen. Die Wahlbeteiligung ist schlecht. Und die neue Sitzeverteilung wird eine Herausforderung - eine Koalition aus CDU, FDP und CWE ist nicht mehr möglich. Das liegt auch am Erfolg der AfD.



Die Beteiligung bei der Wahl zur Stadtverordnetenversammlung liegt bei 52 Prozent. Zum Vergleich: Bei der letzten Bundestagswahl gaben 82,5 Prozent der Wahlberechtigten ihre Stimme ab. Die Hälfte der Fuldaer ist also nicht zur Wahl gegangen. Also müsste der Hälfte der Fuldaer egal sein, was mit Kitas, Schulen, Haushalt, Steuern, Bebauungsplänen oder Sporteinrichtungen passiert. Klar ist: Gerade bei der Kommunalwahl wäre es wichtig gewesen, seine Stimme abzugeben. Hier wird entschieden, wie die Weichen der Heimat gestellt werden.

Wer nun umso mehr in unserer Heimat mitreden kann, ist die AfD. Sie bekommt 12 Sitze. Das sind acht mehr als bei der letzten Kommunalwahl. Ob sich die Partei tatsächlich für die Interessen der Fuldaer einsetzen wird, bleibt abzuwarten. Auf Bundes- und Landesebene sieht man vermehrt, dass die AfD eher wichtige Entscheidungen behindert als voranbringt.

Welche Koalition wird es ?

Für die CDU wird es dadurch nun schwieriger, eine Koalition zu bilden. Ein Bündnis aus CDU, FDP und CWE, wie es derzeit besteht, ist Geschichte. Möglich sind nun verschiedene Konstellationen. Etwa aus CDU, SPD, FDP und Freien Wählern. Auch die Grünen kämen für eine Koalition mit der CDU infrage. Doch auch hier würde noch eine Partei für eine Mehrheit fehlen.

Hier wird deutlich: Durch eine fehlende starke Mitte und die daraus entstehende Stärke an den Rändern werden die nächsten Wochen spannend. Fulda hat sich aber genau dafür entschieden. Ohne eine starke Mitte und eine deutliche Mehrheit werden Projekte behindert und deren Realisierung verlangsamt. Die Konsequenzen werden also nicht nur die Stadtverordneten zu spüren bekommen, sondern auch die Bürger. Besonders die, die am Wahlsonntag lieber auf dem Sofa geblieben sind, als den Gang zur Wahlurne anzutreten, brauchen sich dann nicht zu wundern. (Moritz Pappert) +++

O|N-Reporter Moritz Pappert
Foto: Carina Jirsch

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