Ein Blick hinter die Wahlkampf-Parolen
Viel Farbe, wenig Inhalt? Der große Plakat-Check zur Kommunalwahl
Fotos: Marvin Myketin
14.02.2026 / FULDA -
Irgendwas wird bald wieder gewählt - das geht derzeit vielen durch den Kopf, wenn sie durch Osthessen fahren. Die Wahlplakate hängen schon. Aber es wird nicht irgendetwas gewählt. Die Kommunalwahl am 15. März gilt als richtungsweisend. Rund 4,7 Millionen Hessen entscheiden über die künftige Zusammensetzung der kommunalen Parlamente. Dafür werben die Parteien schon ordentlich auf Wahlplakaten - aussagekräftig sind dabei aber nicht alle.
Klar ist: Die Kommunalwahl ist eine Personenwahl. Man wählt in erster Linie seinen Nachbarn, Kollegen und eben die Menschen, die man kennt und denen man vertraut. Parteipolitik spielt hier eine eher untergeordnete Rolle. Aber: Auch der beste Kandidat bringt der Kommune wenig, wenn er keine realistischen Konzepte für die Gemeinde hat. Natürlich geht es im zweiten Schritt dann auch um Mehrheiten – ohne die geht nichts voran. In Hessen wird in 421 Gemeinden und Städten gewählt. In 21 Landkreisen werden auch die Räte und Kreistage im Frühjahr 2026 neu gewählt.
Die SPD setzt auf ihren Plakaten verstärkt auf Personen - erfahrene Kommunalpolitiker, wie Michael Busold, Robert Fey, Dr. Thomas Bobke und Christine Fischer. "Immer da. Mit Herz für Fulda", heißt es auf ihren Plakaten. Konkrete Projekte und Maßnahmen werden kaum beworben. Lediglich ein Plakat, zusammen mit den Jusos, setzt auf "Gute Schulen für alle" - ein wichtiges Versprechen, dem sicherlich jeder zustimmen wird. Was die SPD aber sonst bewegen will, das weiß nur die Partei selbst (hoffentlich).
Anders sieht es bei den Plakaten von VOLT aus. Hier wirbt die Partei mit Anna Kleespies, Dagmar Heil und Elke Hohmann. Auch der aus der Fastnacht bekannte Volker Elm ist auf Plakaten mit dem Slogan "Vielfältig. Bunt. Lebenswert. Foll ist lila" zu sehen. Außerdem ist deren Motto: "Europäisch denken. Lokal handeln." Ein weiteres gelungenes Plakat verspricht "Besseres Klima statt heisse Luft." Ein knackiger Spruch - bis auf den Rechtschreibfehler.
Gestalten wollen nicht nur die Grünen - auch die CWE. Auf vielen schönen Fotos werden die Kandidaten präsentiert. "Wir gestalten Fulda", heißt es darauf. Auf einem weiteren Plakat wirbt die Bürgerliste, wie könnte es auch anders sein, mit: "CWE nah am Bürger". Konkrete Inhalte fehlen aber auch hier.
Konkrete Inhalte liefert aber die Linke. "Ärztliche Versorgung sichern, gerade in ländlichen Gemeinden", will die Partei, wenn sie es in die Parlamente schafft. Dafür geht aus den Wahlplakaten aber nicht hervor, wie die Personen heißen, die diese Mammutaufgabe konkret später durchsetzen wollen.
Die AfD wirbt mit dem Spitzenkandidaten für den Kreistag, Jan Nolte. "Zeit für die Alternative", heißt es dort. Welche Inhalte hat die Alternative? Was will sie für die Kommune bewegen? Das bleibt unklar. Auffallend ist auch wieder: Die Partei hat ihre Plakate extra weit nach oben gehängt. Wenn es nach der AfD geht, wäre die Partei sowieso schon in allen Parlamenten ganz oben. Wie gut, dass es eine Demokratie gibt und die Bürger darüber abstimmen, wer bei der Wahl ganz oben steht.
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