Fragen von Ehrenamt bis Nahost-Krieg

Grüner Wahlkampf: Omid Nouripour zum Kaffeeplausch im Rädchen

Den Schlips brauchte er nicht. Der grüne Bundestagsabgeordnete Omid Nouripour kam zum Kaffeeplausch nach Fulda ins Rädchen
Fotos: Marvin Myketin

12.03.2026 / FULDA - Nach dem Besuch bei der Feuerwehr in Bad Hersfeld war der Besuch des Grünen Bundestagsabgeordneten Omid Nouripour in Osthessen noch nicht zu Ende. Weiter ging es nach Fulda, wo er im "Rädchen" in der Karlstraße zum Bürgergespräch eingeladen hatte. Ausdrücklich wolle er keine langen Vorträge halten, sondern sich mit den Anwesenden über das austauschen, was ihnen auf dem Herzen liegt, hieß es in der Einladung. "Auf ein Käffchen mit Omid Nouripour"sollte kurz vor der Kommunalwahl noch einmal die Gelegenheit bieten, den Bundespolitiker Omid Nouripour und die Kandidaten für die Fuldaer Stadtverordnetenversammlung zu treffen, Fragen zu stellen und ins Gespräch zu kommen.


Der seit 2006 in der Bundespolitik aktive 50-Jährige war außenpolitischer Sprecher, gemeinsam mit Ricarda Lang Bundesvorsitzender seiner Partei und ist aktuell Vizepräsident des Deutschen Bundestages. Als gebürtiger "Frankfurter Bub" sei ihm die Region ja nicht fremd, wurde er von den Gastgebern angekündigt. Seit Tagen tingele er durch Hessen, erklärte er zu Beginn, und betonte die Wichtigkeit der Kommunalwahlen. "Was in den Gemeinde-und Stadtparlamenten passiert, welche Entscheidungen dort getroffen werden, hat für die Bürger unmittelbare Auswirkungen und ist sofort erlebbar. Das schafft Vertrauen in die Demokratie." Die Kommunen stöhnten unter kaum zu bewältigenden Altschulden, die zum Teil noch aus falschen Beschlüssen aus den 70er- und 80er-Jahren stammten. Wenn dann noch weitere Pflichtaufgaben des Bundes finanziert werden sollen, sei die Belastung einfach zu groß. Deshalb sei er für das alte Prinzip: 'wer bestellt, der bezahlt'.

Umwelt, Ehrenamt und die Lage im Iran

Nouripour schwärmte von seinem vorhergehenden Besuch im Hersfelder Stadtteil Hohe Luft. Die gemeinsame Baumpflanzaktion sei sein bisher schönstes Erlebnis im Wahlkampf gewesen. Ein Lehrer, der zufällig mit seiner 4. Schulklasse vorbeigekommen sei, habe mit den Kindern ein Lied dazu angestimmt. Es folgte ein Lob der Feuerwehr im Besonderen und des Ehrenamts im Allgemeinen: "Diese Leute haben einen Beruf, eine Familie, Freunde und Hobbys und sind trotzdem für uns alle im Einsatz, wenn es brennt." Das seien diejenigen, die unser Land zusammenhielten. Die Tatsache, dass sie immer mehr tätlichen Angriffen ausgesetzt wären, sei unerträglich.

Als gebürtigen Iraner beunruhigt der Krieg im Nahen Osten Nouripour natürlich besonders. 16 Länder seien dort von dem Konflikt betroffen. Er schilderte die mühsamen Versuche, Kontakt zu Freunden und Familie vor Ort zu halten, um zu erfahren, wie es aktuell um sie steht. Über 30.000 Menschen seien im Iran vom Regime erschossen worden. Es sei völlig unklar, wie es dort weiterginge, die USA hätten keine Pläne für die Zukunft des Landes. Er kritisierte das Verhalten von Bundeskanzler Friedrich Merz, der geschwiegen habe, als Trump Spanien in seinem Beisein drohte, weil es den Angriff als Bruch des Völkerrechts verurteilt hatte. Er mahnte an: "Wir wollen nicht in einer Welt ohne Regeln leben".

Die Besucher im Rädchen hatten noch viele weitere Fragen - von globaler Bedeutung bis zur Kommunalpolitik vor Ort. (ci)+++

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