Auszählung läuft

Am Tag nach der Heimats-Wahl - Parteien fiebern auf finales Ergebnis hin

Aktuell werden noch die Personenstimmen ausgezählt.
Symbolbild: Stadt Fulda / Johannes Heller

17.03.2026 / REGION FD - Osthessen hat gewählt! In Stadt und Kreis Fulda stehen die Ergebnisse der Trendwahl - sprich der unveränderten Stimmzettel - fest. Eine klare Mehrheit entfällt auf die Christdemokraten. Auch die AfD konnte zahlreiche Stimmen auf sich vereinen. Weniger rosig fällt das Ergebnis für SPD und Grüne aus, die FDP schwindet beinahe gänzlich von der Bildfläche.



Wie bewerten die Parteien und Wählergruppen selbst den Ausgang der Wahl, das erste vorläufige Ergebnis? OSTHESSEN|NEWS hat bei den Spitzenkandidaten nachgehakt. Das Bild ist - wie zu erwarten - gemischt.

Bei den Christdemokraten - Enttäuschung in der Stadt, Zufriedenheit im Kreis

An der Spitze der Kreisliste der Christdemokraten steht Thomas Hering. Er erklärt: "Das Trendwahlergebnis im Kreis ist aus meiner Sicht wirklich zufriedenstellend. Wie vor fünf Jahren erhoffe ich mir zudem einen Zuwachs nach Auszählung der Stimmzettel mit Personenstimmen für meine Partei, die CDU. Inwieweit also das letztmalige Endergebnis erreicht oder gar übertroffen werden kann, bleibt zunächst abzuwarten, ebenso etwaige Optionen für Mehrheitsbildungen, wo der Blick auch auf die übrige Bewerberlandschaft zu richten sein wird."

Die Liste für die Stadtverordnetenversammlung führt Margarete Hartmann. Sie sagt gegenüber OSTHESSEN|NEWS: "Für mich ist das Ergebnis niederschmetternd, erdrückend, enttäuschend. Wir hatten gehofft, dass wir noch eine Vier an erste Stelle zu bekommen. Das Ergebnis stellt uns nun vor eine große Herausforderung. Damit müssen wir klarkommen." Klar sei aber auch: "Davon geht die Welt nicht unter."

AfD will Brandmauer fallen sehen

Jan Nolte ist Spitzenkandidat der AfD für den Kreistag. Er erklärt: "Mit diesem starken Ergebnis setzt sich ein bundesweiter Trend fort: Die Menschen wollen ganz überwiegend keine Brandmauer, sondern konservative Politik. Die Frage ist jetzt, wann die CDU diesen Wählerwunsch endlich anerkennt und gemeinsam mit der AfD umsetzt."

Der AfD-Spitzenkandidat für die Stadtverordnetenversammlung, Frank Schüßler, war für unsere Redaktion bislang nicht zu erreichen.

SPD muss Einbußen hinnehmen

Für die Sozialdemokraten will Michael Busold an der Listenspitze in den Kreistag einziehen. "Das Trendergebnis bewegt sich leider im Rahmen dessen, was wir befürchtet haben. Wir bewegen uns bei der Kreiswahl im Landestrend. Das Bedauerliche ist, dass die Ehrenamtlichen für die bundespolitischen Stimmungen mit in Haftung genommen werden. In den Gemeinden mag das noch anders sein, aber auf höheren Ebenen wie der Stadt oder dem Landkreis trifft uns das."

In der Stadt steht Jonathan Wulff auf Listenplatz 1. "Ich bin natürlich enttäuscht, aber auch erschrocken", sagt er OSTHESSEN|NEWS. Sowohl das starke Ergebnis der AfD, wie auch die Zersplitterung im Parteispektrum seien der Anlass für letzteres. "Das ist das Paradoxe: Der Bürger wünscht sich klare Entscheidungen, aber es gibt kaum noch Mehrheiten von Gruppierungen, die sich auf etwas einigen können", so Wulff. Er schließt mit einer Spitze: "Erfreulich ist, dass sich mehr Leute für die Wahl interessiert haben. Wenn sie sich dann noch für die Parteiprogramme interessiert hätten, wäre es noch besser gewesen."

Grüne sehen sich als etabliert - Dank an Wahlhelfer

Als Spitzenkandidatin für Bündnis90/Die Grünen zum Fuldaer Kreistag ordnet Deborah Müller-Kottusch die Trendwahl-Ergebnisse ein: "Mit unserem Ergebnis in der aktuellen Trendwahl für den Kreis von 8,85 Prozent erfahren wir keine Überraschung. Ich empfinde uns als etabliert und akzeptiert - dieses Feedback haben wir im Wahlkampf von den Bürgerinnen und Bürgern erfahren. Es wird sich zeigen, welchen Einfluss die letzten noch nicht ausgezählten Stimmzettel haben - es sind immerhin 40 Prozent, die bisher nicht berücksichtigt sind. Es freut mich besonders, dass wir einige Gemeinden dabei haben, in denen wir richtig starke grüne Ergebnisse eingefahren haben. Wir sind stolz auf die tolle Arbeit vor Ort, der wir dies zu verdanken haben."

Marie-Louise Puls steht an der Spitze der städtischen Liste. "Das Trendwahlergebnis von etwa 11,7 Prozent war für uns nicht völlig überraschend, zufriedenstellend ist es aber nicht. Gleichzeitig ist es nur ein Zwischenstand, da aktuell noch Stimmen ausgezählt werden – hier kann sich also noch etwas bewegen. Mit Spannung schauen wir deshalb auch auf die Einzelergebnisse, die darüber entscheiden, wie sich unsere künftige Fraktion zusammensetzen wird. Mein Dank gilt besonders unseren Kandidatinnen und Kandidaten, wie auch den Wahlkämpferinnen und Wahlkämpfern, die sich in den vergangenen Wochen mit großem Engagement für grüne Ideen eingesetzt haben. Unabhängig vom endgültigen Ergebnis wollen wir nun schnell ins Arbeiten kommen: Die voraussichtlichen Mandatsträgerinnen und -träger treffen sich bereits heute Abend, um die nächsten Schritte vorzubereiten."

Schweigen von der FDP

An der Spitze der FDP-Kreisliste steht Mario Klotzsche. Für die Stadt steht Michael Grosch an erster Stelle. Ein Statement ihrerseits zu den finalen Trendergebnissen liegt unserer Redaktion nicht vor.

CWE sieht kommunalpolitische Themen als Verlierer der Wahl

Für die CWE ist Thomas Grünkorn als Spitzenkandidat ins Rennen um die Kreistagsmandate gegangen. Er war bislang für unsere Redaktion nicht zu erreichen.

In der Stadt tritt Martin Jahn auf Listenplatz 1 an. Er erklärt gegenüber OSTHESSEN|NEWS: "Das Trendergebnis ist natürlich für uns nicht sehr angenehm und hat uns negativ überrascht. Aber so wie wir es gehört haben an den Ständen beim Wahlkampf, haben kommunalpolitische Themen keine große Rolle gespielt. Das hat es uns schwer gemacht. Wir hoffen natürlich, dass sich bis zum Endergebnis noch etwas tut. Irgendwo will man die kommunale Arbeit ja auch belohnt sehen."

Freie Wähler feiern - Hartmann schafft Doppeleinzug

Wilhelm Hartmann: "Das Ganze habe ich mir so gewünscht und ich freue mich natürlich, wenn der Fleiß und die Arbeit, die man in den Wahlkampf investiert hat, so honoriert werden. Aber die eigentliche Arbeit fängt jetzt erst an. Mein Handy empfängt gerade noch mehr Glückwunsch-Nachrichten als zu meinem Geburtstag, der erst ein paar Tage her ist. Das ist eine gigantische Motivation, für meine Heimatstadt mitzugestalten."

Die Linke sieht sich in ihrer Rückkehr bestätigt

Als Spitzenkandidatin der Linken für den Kreistag ist Nina Gärtner angetreten. Ein Statement ihrerseits liegt unserer Redaktion leider nicht vor.

Für die Linke in der Stadt ist Robin Burkard ins Rennen gezogen. Er sagt: "Die Trendwahlergebnisse zeigen, dass unsere Themen in Fulda auf Resonanz stoßen. Wir haben sehr früh mit Haustürwahlkampf begonnen, viele Gespräche geführt und die Anliegen der Bürgerinnen und Bürger direkt in unseren Wahlkampf aufgenommen. Dass wir uns gegenüber der letzten Wahl deutlich verbessern konnten und unser Ziel, wieder in Fraktionsstärke in die Stadtverordnetenversammlung einzuziehen, erreicht haben, verdeutlicht dies. So ist das Ergebnis für uns vor allem ein Auftrag: Wir wollen die starke soziale Stimme in Fulda sein – für bezahlbares Wohnen, funktionierende Infrastruktur und eine Stadt, die solidarisch miteinander umgeht. Kurz: "Die Linke in Fulda ist zurück."

Volt sieht sich als einen von vier Wahlsiegern

Torsten Jahn ist als Volt-Spitzenkandidat für den Kreistag angetreten. Er erklärt: "Es gibt im Landkreis Fulda laut aktuellem Auszählungsstand vier Parteien mit einem Wählerzuwachs, eine davon ist Volt. Wir haben voraussichtlich unsere Sitzanzahl im Parlament verdoppelt. Leider ist der Rechtsruck auch im Kreis bedauerlich und die Arbeit der Fraktionen wird unter diesem Vorzeichen stehen. Wir sind optimistisch, im Stadtparlament und im Kreistag die Farbe Lila einfließen zu lassen und Akzente in den Bereichen Bildung, Digitalisierung, Wohnraum, ÖPNV und Wirtschaftsförderung zu setzen. Nun prüfen wir Möglichkeiten zur Fraktionsbildung und konkretisieren Vorhaben, sprechen Aufgaben ab und bereiten unser Team für die Arbeit der Legislaturperiode in Stadt und Landkreis vor. Danke an dieses engagierte Team für den tollen Wahlkampf - aus der Region für die Region."

Die Spitzenkandidatin der Lilanen für die Stadtverordnetenversammlung, Elke Hohmann, sagt: "Über vier Prozent in der - das ist ein klares Signal! Die Fuldaerinnen und Fuldaer wollen eine starke Stimme für Europa im Stadtschloss. Genau das wollen wir sein."

Die endgültige Auszählung für den Kreistag und die Stadtverordnetenversammlung läuft derweil noch. (mmb) +++

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