Hält die SPD ihre Hochburgen?

Rote Welle oder schwarzes Bollwerk? So wählte der Kreis zuletzt

Torsten Warnecke (SPD), Landrat aus Bad Hersfeld, führt seine Partei auf Listenplatz 1 in die Kreistagswahl. Für die CDU steht Fachleitung für Prozessmanagement Andreas Börner (links) aus Rotenburg an der Fulda auf Platz 1 der Liste.
Grafik: O|N

11.03.2026 / REGION HEF-ROF - Am 15. März entscheidet sich, wie sich die politischen Mehrheiten in den Städten und Gemeinden des Landkreises Hersfeld-Rotenburg verschieben. Ein Blick zurück auf die letzte Kommunalwahl zeigt jedoch klare Tendenzen: In vielen Orten war die SPD besonders stark, in anderen dominierte die CDU. Die Zahlen offenbaren, wo von Hochburgen gesprochen werden kann - und wo das Rennen deutlich knapper ausfiel.



Im März 2021 lag Kreisweit die Wahlbeteiligung bei 53,9 Prozent. Insgesamt waren 96.650 Menschen wahlberechtigt, 52.061 gaben ihre Stimme ab. Bei den gültigen Stimmen lag die SPD mit 1.062.392 Stimmen klar vor der CDU, die 737.295 Stimmen erreichte.

Kommunale Ergebnisse zeigen klares Bild

Auch in den Kommunen zeigt sich ein deutliches Bild. In Alheim hatte die SPD mit 43,5 Prozent die Nase vorn, während die CDU auf 35,1 Prozent kam. Ähnlich deutlich war es in Bad Hersfeld: Dort erreichte die SPD 32,4 Prozent, die CDU kam auf 21,9 Prozent.

In Bebra drehte sich das Bild. Hier wurde die CDU mit 38,1 Prozent stärkste Kraft, die SPD lag bei 25,9 Prozent. In Breitenbach am Herzberg trat die CDU nicht an, die SPD erhielt 4.959 Stimmen, lag jedoch hinter dem Bürgerforum Herzberg.

Eine klare SPD-Hochburg war Cornberg. Die Sozialdemokraten erreichten dort 50,04 Prozent, die CDU lediglich 9,3 Prozent. Noch deutlicher war das Ergebnis in Friedewald, wo die SPD 57,6 Prozent holte. Auch in Hauneck dominierte die SPD mit 49,4 Prozent gegenüber 20,0 Prozent für die CDU.

Kommunalbild bleibt überwiegend zugunsten der SPD

In Haunetal hingegen setzte sich die CDU mit 40,8 Prozent vor der SPD mit 30,2 Prozent durch. Deutlich rot gefärbt zeigte sich Heringen mit 52,7 Prozent für die SPD, während die CDU 19,0 Prozent erzielte. Auch in Hohenroda war die SPD mit 45,3 Prozent klar vor der CDU mit 11,5 Prozent.

In Kirchheim lag die SPD mit 56,1 Prozent vor der CDU mit 43,9 Prozent. Eine absolute Ausnahme stellte Ludwigsau dar: Dort kam die SPD auf herausragende 92,3 Prozent. In Nentershausen erreichte die SPD 64,6 Prozent, die CDU 35,4 Prozent.

In Neuenstein wiederum war die CDU mit 57,7 Prozent stärker als die SPD mit 42,3 Prozent. In Niederaula erzielte die SPD 37,9 Prozent, während die CDU nur 9,4 Prozent erreichte. Auch in Philippsthal lag die SPD mit 52,9 Prozent deutlich vor der CDU mit 21,4 Prozent.

In Ronshausen kam die SPD auf 47,4 Prozent, die CDU auf 32,5 Prozent. In Rotenburg an der Fulda lag die SPD mit 39,2 Prozent ebenfalls vor der CDU mit 27,9 Prozent. In Schenklengsfeld erreichte die SPD 36,3 Prozent. Und auch in Wildeck war die SPD mit 44,3 Prozent stärker als die CDU mit 16,5 Prozent.

SPD dominiert in 15 von 20 Kommunen

Das Fazit aus den Zahlen fällt eindeutig aus: In 15 der 20 betrachteten Kommunen lag die SPD bei der letzten Kommunalwahl vor der CDU. Nur in drei Städten und Gemeinden - Bebra, Haunetal und Neuenstein - hatte die CDU die Nase vorn.

Damit war die SPD in der klaren Mehrheit der Orte stärkste Kraft und prägte das politische Bild im Landkreis deutlich stärker als die Christdemokraten. Die Ausgangslage vor der nächsten Wahl ist also klar verteilt - doch ob die roten Hochburgen Bestand haben oder schwarze Bastionen ausgebaut werden, entscheidet sich am 15. März. (Constantin von Butler) +++

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