Das sagen die Generalsekretäre der Parteien

"Seit zehn Jahren bestes Ergebnis": CDU sieht sich klar als Wahlsieger

Die Karte zeigt: Die CDU ist klar stärkste Kraft in Hessen
Foto: Screenshot Statistisches Landesamt Hessen

16.03.2026 / WIESBADEN - Hessen hat gewählt. Das aktuelle Trendergebnis der Kommunalwahl zeigt: Die CDU führt mit 29,7 Prozent, dahinter die SPD mit 20,2 und die AfD mit 15,9 Prozent. Die Grünen kommen auf 14,4 Prozent und die FDP auf 3,7 Prozent. Die Wahlbeteiligung lag bei 54,4 Prozent und damit rund vier Prozentpunkte höher als bei der Kommunalwahl 2021. Am Montagmorgen haben die Generalsekretäre der Parteien im Hessischen Landtag in Wiesbaden vor der Landespressekonferenz ein Statement gegeben. OSTHESSEN|NEWS war vor Ort.



CDU-Generalsekretär Leopold Born

"Eins steht fest: Die CDU legt zu. Wir sind mit Abstand die stärkste Kraft und erreichen seit zehn Jahren das beste Kommunalwahlergebnis für die CDU hier in Hessen", macht Born deutlich. Und er betont: "Wir legen in Hochburgen zu. Dort, wo wir auf Platz zwei oder drei waren, stehen wir wieder auf Platz eins. Auch in den großen Städten sind wir stark und gewinnen zurück. Beim amtlichen Endergebnis werden voraussichtlich über 30 Prozent liegen. Das zeigt, dass wir deutlich zulegen und 10 Prozent über der SPD liegen werden."

Born macht weiter deutlich: "Uns freut, dass die Wahlbeteiligung um vier Prozent auf 54 Prozent gestiegen ist. Uns ist es gelungen, zwei Bürgermeisterwahlen direkt zu gewinnen. Wir befinden uns in sieben Stichwahlen. Die Rathäuser, die wir schon geführt haben, haben wir behalten und wir gewinnen weiter Rathäuser zurück."

Mit Blick auf die AfD erklärt der Generalsekretär der CDU-Hessen: "Uns gelingt es durch gute Arbeit vor Ort und die Renaissance der Relapolitik, die AfD wieder klein zu machen. Im Vergleich zur Bundestagswahl verliert die AfD knapp zwei Prozent." Von 421 Kommunen in Hessen sei die CDU in 406 angetreten. Die AfD nur in 90. "Das ist für uns keine Kommunalpartei und keine Alternative vor Ort." Born betont abschließend: "Es wird keine Zusammenarbeit mit der AfD geben. Das Wahlergebnis ist ein klares Signal, dass die Probleme vor Ort entscheidend sind."

AfD-Vorstandssprecher Andreas Lichert

In den Großstädten konnte die AfD weniger punkten. Anders sieht es in ländlichen Regionen aus. "Wir können sehr zufrieden sein und haben uns verdreifacht", so Lichert. Und er betont: "Bei den Landkreisen ist das Ergebnis deutlich stärker. Das ist ein ermutigendes Zeichen und spricht für unsere Kandidaten. Wir konnten zwar nicht in allen Gemeinden antreten, hatten aber dennoch 1.800 Kandidaturen."

Zur Brandmauer sagt Lichert: "Die CDU und AfD sind zwei völlig unterschiedliche Parteien. Es ist schwierig, eine gemeinsame Basis zu finden. Bei der Brandmauer geht es um Parteitaktik. Solange die CDU mitmacht, dass ihre Inhalte unter die Räder kommen, um des Machterhaltens willen, wird es schwierig. Kurzfristig bin ich weniger optimistisch."

SPD-Generalsekretärin Josefine Koebe

"Wir haben große Lichtblicke, wenn wir uns Offenbach oder die Kreise anschauen, in denen die SPD stärkste Kraft ist. Wir freuen uns auch über Hanau, wo es uns gelungen ist, mit Dr. Bieri in die Stichwahl zu gehen", erklärt die Generalsekretärin. Und zeigt sich zuversichtlich: "Wir konnten ein starkes Angebot machen. Wir Sozialdemokratien profitieren meistens auch nochmal von kumulierten und panaschierten Stimmen."

Mit Blick auf das AfD-Ergebnis sagt Koebe: "Mich erschreckt, dass wir immer zwischen CDU und SPD einen großen blauen Balken sehen. Das ist keine Partei, die die Demokratie nach vorne trägt." Und weiter erklärt sie: "Gerade in ländlichen Räumen verlieren wir Menschen. Es geht darum, dass wir hinschauen müssen, warum das Vertrauen schwindet." Auch der Bundestrend sei keiner, der Rückenwind gibt. "Der größte Schatz, den die SDP hat, sind die Mitglieder vor Ort. Die gilt es als Partei wieder zu stärken, sodass man wieder stolz sein kann auf die Marke SPD."

Sprecherin des Grünen-Landesverbands Julia Frank

"Wir sind zufrieden mit dem Ergebnis. Wir konnten aber nicht mit dem Erfolg von 2021 anknüpfen. Im Vergleich mit der Bundestagswahl sehen wir aber einen klaren Aufwärtstrend. Wir sind positiv optimistisch", freut sich Frank. Besonders in den Städten konnten die Grünen punkten. Im ländlichen Raum war das Ergebnis etwas schwächer. "Wir haben uns sehr gefreut über unsere neu gegründeten Ortsverbände, die direkt 17,5 Prozent holen konnten. Das ist schon stark."

Die Politik der Grünen werde laut Frank oft als ideologisch beschrieben. "Wenn's aber ans Portemonnaie geht, sehen die Menschen, dass unsere Politik doch die richtige ist."

FDP-Generalsekretär Alexander Müller

"Das Trendergebnis war für die FDP bitter. Das war kein gutes Ergebnis. In den Kreisen ist das Ergebnis nicht gut, aber wir haben Städte wie Bruchköbel, in der wir die Bürgermeisterin stellen, mit 23 Prozent", so Müller. Bei der Kommunalwahl komme es darauf an, dass die Leute vor Ort gute Arbeit machen. "Aber der Bundestrend ist negativ und das hat uns auch das Ergebnis vermasselt", zeigt sich der Generalsekretär zerknirscht.

Und er macht klar: "Es müssen stärkere Impulse aus Berlin kommen und daran müssen wir arbeiten." Die FDP sei die einzige Partei, die dafür stehe, dass Menschen ihren Traum verwirklichen könnten, ohne staatlich zu stark eingeschränkt zu werden.

Zu den Themen, mit denen die FDP die Wähler in Hessen künftig überzeugen will, erklärt Müller: "In Hessen brauchen wir im Haushalt Reformen. Der Staat gibt immer mehr Geld aus. Wir müssen Bürokratie abbauen. Weniger Ministerien und einfach sparen." Abschließend macht er klar: "Eine liberale Partei hat es in Deutschland schwer." (Moritz Pappert) +++

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