Kommunalwahl-Trend

SPD verteidigt Führung in der Stadt - CDU vorne im Kreis, AfD legt deutlich zu

Die Stimmzettel-Auswertung in Breitenbach am Herzberg - hier stand auch eine Bürgermeisterwahl auf dem Programm.
Fotos: O|N / Hans Hubertus Braune

16.03.2026 / REGION HEF-ROF - Der Wahlabend bringt erste politische Verschiebungen in Osthessen ans Licht: In Bad Hersfeld liefert sich die SPD ein enges Rennen mit der CDU, während die FWG überraschend stark abschneidet. Im Landkreis Hersfeld-Rotenburg wiederum liegt die CDU knapp vor der SPD, doch vor allem eine Partei sorgt für Aufmerksamkeit: Die AfD legt deutlich zu und etabliert sich als starke Kraft im Kreistag. Allerdings gilt: Die jetzt vorliegenden Zahlen sind nur ein Trend.


Denn ausgezählt wurden bislang ausschließlich Stimmzettel mit einfachen Listenkreuzen. Die Stimmen aus den Stimmzetteln mit Kumulieren und Panaschieren werden erst in den kommenden Tagen ausgewertet - und können das Ergebnis noch verändern.

Erste Trends in Bad Hersfeld: SPD knapp vor CDU

In der Kreisstadt Bad Hersfeld zeichnet sich nach Auszählung der unverändert abgegebenen Stimmzettel ein enges Rennen zwischen SPD und CDU ab. Nach aktuellem Stand kommt die SPD auf 29,25 Prozent der Stimmen und liegt damit knapp vor der CDU, die 27,92 Prozent erreicht. Dahinter folgt die FWG mit einem überraschend starken Ergebnis von 20,52 Prozent. Die Grünen kommen auf 13,02 Prozent, während die FDP derzeit bei 9,29 Prozent liegt.

Insgesamt wurden alle Schnellmeldungen aus den Wahllokalen übermittelt, sodass ein erster belastbarer Trend vorliegt. Dennoch kann sich das Bild noch verändern, sobald die Stimmzettel mit kumulierten und panaschierten Stimmen ausgewertet werden.

Zum Vergleich: Bei der letzten Kommunalwahl im Jahr 2021 lag die SPD in Bad Hersfeld bei 32,4 Prozent, die CDU bei 21,9 Prozent, die Grünen bei 12,7 Prozent und die FDP bei 11,5 Prozent.

Kreistagswahl: CDU knapp vor SPD - AfD deutlich stärker

Auch bei der Kreistagswahl im Landkreis Hersfeld-Rotenburg gibt es bereits erste Trends. Hier (Stand Sonntagabend 22:30 Uhr) liegt aktuell die CDU mit 29,29 Prozent vorne. Dahinter folgt die SPD mit 27,39 Prozent. Besonders auffällig ist das starke Abschneiden der AfD. Die Partei kommt nach aktuellem Stand auf 22,12 Prozent und wäre damit klar drittstärkste Kraft im Kreistag.

Die Grünen erreichen derzeit 7,54 Prozent, die Freien Wähler 7,16 Prozent und Die Linke 3,37 Prozent. Die FDP liegt momentan bei 2,77 Prozent. Auch hier handelt es sich jedoch ausschließlich um die Auswertung der unverändert abgegebenen Stimmzettel.

Ein Blick auf die letzte Kreistagswahl zeigt deutliche Verschiebungen: Damals lag die SPD noch mit 37,2 Prozent klar vorne, gefolgt von der CDU mit 25,8 Prozent. Die Grünen kamen auf 9,2 Prozent, die AfD auf 8,3 Prozent, die UBL auf 6,4 Prozent, die FDP auf 5,2 Prozent und die Freien Wähler auf 5 Prozent.

Warum das Ergebnis noch nicht endgültig ist

Die Kommunalwahl in Hessen gilt als eine der komplexesten Wahlen überhaupt - vor allem bei der Auszählung. Grund dafür sind die Möglichkeiten des Kumulierens und Panaschierens, die es den Wählern erlauben, ihre Stimmen frei auf Kandidaten zu verteilen.

Beim Panaschieren können Stimmen auf Kandidaten verschiedener Parteien verteilt werden. Beim Kumulieren dürfen Wähler einzelnen Kandidaten bis zu drei Stimmen geben. Diese individuell ausgefüllten Stimmzettel werden nicht am Wahlabend, sondern erst in den kommenden Tagen ausgewertet. Deshalb werden am Sonntagabend zunächst nur die Stimmzettel mit einfachen Listenkreuzen gezählt. Daraus ergibt sich ein erstes Trendergebnis - das endgültige Resultat kann sich danach jedoch noch deutlich verschieben.

Endgültige Ergebnisse erst in den kommenden Tagen

Wie stark sich die ersten Trends noch verändern werden, zeigt sich erst in den nächsten Tagen. Sobald die Stimmen aus den kumulierten und panaschierten Stimmzetteln ausgezählt sind, wird sich das endgültige Kräfteverhältnis in Bad Hersfeld und im Landkreis Hersfeld-Rotenburg zeigen. Fest steht jedoch schon jetzt: Die politische Landschaft in Osthessen könnte sich mit dieser Kommunalwahl deutlich verschieben. (Constantin von Butler) +++

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