"Demokratie vor Ort ist lebendig"

Zwischenstand zur Kommunalwahl: Parteien ordnen Hessentrend ein

In Hessen wurde am Sonntag auf vielen Ebenen gewählt.
Symbolfoto: O|N

16.03.2026 / REGION - Alles dreht sich derzeit um Zahlen: Noch liegt zwar kein endgültiges Ergebnis der hessischen Kommunalwahl vor, doch die ersten Trendergebnisse zeichnen bereits ein klares Bild. Die CDU steuert erneut darauf zu, landesweit stärkste Kraft zu werden, während auch andere Parteien ihre ersten Bilanzen ziehen und die Auszählung weiterläuft.



Eine genaue Übersicht zum Stand der Wahlen haben wir für Sie bereits zusammengefasst (O|N berichtete). Ministerpräsident Boris Rhein sagte bereits am Sonntagabend gegenüber der Presse: "Nach den ersten Ergebnissen stabilisiert sich der positive Eindruck: Die CDU bleibt klar die Nummer 1 bei der Kommunalwahl." Es zeichne sich deutlich ab, dass die CDU nach wie vor die stärkste Kraft in Hessen bleibe. Auch der hessische CDU-Generalsekretär Leopold Born gab seine ersten Einschätzungen ab. Mehr dazu lesen Sie hier.

Grüne zeigen sich zufrieden mit den Trendergebnissen der Kommunalwahl

Die beiden hessischen Landesvorsitzenden Anna Lührmann und Julia Frank zeigen sich zufrieden mit den Trendergebnissen der Kommunalwahl. In einer Pressemitteilung heißt es: "Wir freuen uns, dass wir offenbar gegenüber unserem hessischen Ergebnis bei der Bundestagswahl von 12,6 Prozent zulegen konnten. Das ist eine Trendwende für uns Grüne in Hessen. Unser Rekordergebnis bei der Kommunalwahl von vor fünf Jahren konnten wir leider noch nicht wieder erreichen."

Weiter heißt es: "Unsere Wahlkämpfenden haben einen außergewöhnlich engagierten Wahlkampf in den Kommunen geführt und alles gegeben für mehr Leben vor Ort. Dafür bedanken wir uns sehr herzlich." Mit ihrem Ergebnis setze sich der Aufwärtstrend für die Grünen, wie bei den Wahlen in Baden-Württemberg und Bayern, fort. "Es gibt wieder mehr Vertrauen in uns Grüne", so das Fazit der beiden Politikerinnen.

Eroglu (Freie Wähler) zum Trend: "Starkes Signal für die Bedeutung kommunaler Mitbestimmung"

Zur laufenden Auszählung der Kommunalwahlen in Hessen erklärt der Landesvorsitzende der Freien Wähler Hessen, Engin Eroglu: "Die Zwischenstände zeigen klar: Die Demokratie vor Ort ist lebendig. Die Wahlbeteiligung ist in Hessen im Vergleich zur letzten Kommunalwahl um rund vier Prozentpunkte gestiegen. Das ist ein starkes Signal für die Bedeutung kommunaler Mitbestimmung."

Nach den aktuellen Trendergebnissen liegen die Freien Wähler nur knapp unter dem Ergebnis von 2021. "Mit einem Minus von rund 0,1 Prozentpunkten bewegen wir uns nahezu auf bisherigem Niveau und sind in mehr Landkreisen vertreten als 2021. Vor dem Hintergrund der bundespolitisch schwierigen Lage und der noch nicht abgeschlossenen Auszählungen ist das ein solides Zwischenergebnis", so Eroglu. "Bei Kommunalwahlen zählen Persönlichkeit und lokale Verwurzelung. Viele unserer Kandidatinnen und Kandidaten erzielen stabile Ergebnisse und erfahren starke Unterstützung vor Ort", betont Eroglu. Er dankt an dieser Stelle allen Wahlhelferinnen und Wahlhelfern sowie den ehrenamtlich engagierten Kandidatinnen und Kandidaten: "Demokratie vor Ort lebt vom Einsatz vieler Menschen. Ihnen gilt mein aufrichtiger Dank."

Die Linke Hessen feiert Kommunalwahlergebnis und blickt Richtung Landtag 2028

Nach den ersten Auszählungen in hessischen Kommunen zieht Die Linke Hessen eine durchweg positive Bilanz. Mit einem landesweiten Zuwachs von 1,8 Prozentpunkten erreicht die Partei ein Gesamtergebnis von 5,8 Prozent und festigt damit ihre Position als feste politische Größe im Bundesland. In einer Pressemitteilung heißt es: "Wir haben in allen Landkreisen Hessens zugelegt. Die Linke ist damit in Hessen verwurzelt", erklären Desiree Becker und Jakob Migenda, Landesvorsitzende der Linken Hessen. "Wir haben gezeigt, dass die starken Zahlen der vergangenen Bundestagswahl keine Eintagsfliege waren. Dass wir landesweit nun über der Fünf-Prozent-Marke liegen, bricht einen jahrelangen Trend und ist der Startschuss für unsere Rückkehr in den Landtag im Jahr 2028."

Besonders in den urbanen Zentren konnte die Partei ihre Stärke beweisen. In Gießen, Kassel, Offenbach, Marburg wurden herausragende, teils zweistellige Ergebnisse erzielt. Auch in Frankfurt am Main deutet der Trend mit rund 9 Prozent auf ein starkes Mandat hin. Doch Becker und Migenda betonen, dass der Erfolg weit über die Großstädte hinausgeht: "Wir freuen uns massiv über den Zuwachs in der Fläche, wie etwa im Werra-Meißner-Kreis, wo wir in Witzenhausen über 14 Prozent erzielt haben. Dass wir selbst in Regionen wie Fulda über 5 Prozent holen, zeigt, dass unsere Themen überall ziehen. Wir werden in Zukunft flächendeckend in Fraktionsstärke in den hessischen Kreistagen sitzen und dort eine hörbare Stimme für die Menschen sein."

FDP: "Das Ergebnis ist für uns schmerzhaft"

Alexander Müller, Generalsekretär der FDP Hessen, hat das am Montag vorliegende Trendergebnis der Kommunalwahl als enttäuschend für die Freien Demokraten bezeichnet. "Der Bundestrend schlägt leider durch, so dass wir vor allem auf Ebene der Kreise und kreisfreien Städte Verluste hinnehmen müssen. Das ist für uns natürlich schmerzhaft", erklärt Müller in einer offiziellen Pressemitteilung.

Zuversichtlich stimmt die Freien Demokraten der differenzierte Blick auf die Ebene der Städte und Gemeinden. "Vor allem in unseren Hochburgen haben wir gute, zweistellige Ergebnisse erzielt, von Rosenthal über Morschen und Willingen bis nach Steinbach, Bruchköbel und Wehrheim – die gute Arbeit vor Ort wird von den Wählerinnen und Wählern anerkannt. Diese Ergebnisse und das große Engagement der Mitglieder im Wahlkampf machen deutlich: Die FDP ist dank einer starken Basis weiterhin fest kommunal verankert. Das ist ein ermutigendes Signal. Darauf müssen wir als Freie Demokraten aufbauen. Denn klar ist: Mit dem heutigen Tag beginnt für uns der Landtagswahlkampf", erläutert Müller. (mkr/pm) +++

Kommunalwahl 2026: Osthessen hat es in der Hand - weitere Artikel

↓↓ alle 33 Artikel anzeigen ↓↓

X