Traumlage, große Aufgabe

Riecht noch nach Gummi: Exklusive Einblicke in das Goodyear-Gelände

Das Gelände ist riesig und ein echtes Filetstück
Foto: Erik Spiegel

14.07.2026 / FULDA - Es ist für Unternehmen ein traumhafter Standort mitten in Fulda: das ehemalige Goodyear-Gelände an der Künzeller Straße. Nachdem die Stadt Fulda per Vorkaufsrecht das rund 17 Hektar große Industrieareal gekauft hat, wird das Gelände nun städtebaulich entwickelt. Eine mögliche Nachnutzung ist noch völlig offen - interessierte Investoren gibt es aber einige. Am Montag hatten die regionalen Pressevertreter die exklusive Möglichkeit, das Gelände zusammen mit Bürgermeister Dag Wehner (CDU) und Stadtbaurat Daniel Schreiner (parteilos) zu begutachten.


Auch wenn noch nicht klar ist, wie das Gelände genutzt werden soll, ist das Ziel klar: Hier soll neue Flächen für Industrie und Gewerbe entstehen. Dadurch sollen Arbeitsplätze geschaffen werden. "Wir wollen Arbeitsplätze für die Stadt und die Region erhalten. Die Größe der Aufgabe wird Ihnen spätestens in der nächsten Stunde bewusst", erläutert Bürgermeister Dag Wehner zu Beginn des Rundgangs.

Und die Dimension wurde schnell klar. Nachdem man das Pförtnerhäuschen an der Künzeller Straße passiert hat, ging es vorbei an dem denkmalgeschützten großen Verwaltungsgebäude aus den 50er Jahren, den Laderampen der Lkw, hinein in die erste Halle. Diese sind komplett entkernt und teilweise sogar einsturzgefährdet. Es riecht nach Gummi. Immer wieder sieht man Löcher im Boden, an denen früher mal schwere Maschinen standen.

Anfragen von sämtlichen Branchen

Stadtbaurat Daniel Schreiner verspricht beim Rundgang über das Gelände: "Wir wollen den Fulda-Reifen-Schriftzug und den Industrieschornstein erhalten." Immer wieder wird deutlich, dass viel an den Hallen nachträglich angebaut und verändert wurde. Im hinteren Teil des Geländes, in Richtung "Am Kleegarten" sieht man besonders die Höhenunterschiede im Verlauf des Geländes. Auch das macht eine bauliche Veränderung herausfordernd. Besonders mit Blick auf die Idee, eine Straße von Nord nach Süd verlaufen zu lassen. "Das wird derzeit schon mit Gutachtern untersucht", so Schreiner.

Anfragen von Unternehmen gebe es schon aus allen Branchen - etwas Konkretes könne man aber noch nicht sagen. Unklar ist auch, ob das Gelände komplett von einem Unternehmen genutzt wird oder an viele verschiedene Firmen vergeben wird. Letzteres ist aber wohl eher wahrscheinlich. "Wir schauen uns unterschiedliche Varianten an. Auch ein Bundeswehrstandort ist denkbar", bestätigt Bürgermeister Wehner auf Nachfrage.

Klar ist: Die Fläche ist attraktiv - das Gelände ist groß, die Anbindung optimal. Jetzt wird es aber Monate, wenn nicht sogar Jahre dauern, bis hier wieder neues Leben entstanden ist.
(Moritz Pappert) +++

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