Leasing‑Hub oder Stadtentwicklung?

18-Millionen-Euro-Entscheidung: Stadt ringt um Mega‑Areal in der Innenstadt

17 Hektar mitten in der Fuldaer Innenstadt bereiteten den Stadtverordneten am Montagabend Kopfzerbrechen. Während der Sitzung des Haupt- und Finanzausschusses herrschte über das Vorgehen zur Gestaltung des ehemaligen Gummi-Areals weitgehend Einigkeit.
Archivbild: O|N / Christian P. Stadtfeld / Hendrik Urbin

27.01.2026 / FULDA - 17 Hektar mitten in der Fuldaer Innenstadt bereiteten den Stadtverordneten am Montagabend Kopfzerbrechen. Während der Sitzung des Haupt- und Finanzausschusses unter Vorsitz von Hans-Dieter Alt (CDU) herrschte über das Vorgehen zur Gestaltung des ehemaligen Gummi-Areals weitgehend Einigkeit. Allen schien es wohler zu sein, das bestehende Vorkaufsrecht der Stadt wahrzunehmen.



Zum Hintergrund: Der potenzielle Käufer des Geländes, die W&L Logistics GmbH i. G., will nach OSTHESSEN|NEWS-Informationen das Areal als Umschlagsplatz für Leasingfahrzeuge nutzen. Dies entspricht nicht den von städtischen Vertretern geäußerten Hoffnungen und Vorstellungen für das weitläufige Gelände. Die Stadt hatte sich im Vorfeld mittels eines Beschlusses ein Vorkaufsrecht gesichert.

Von diesem Gebrauch zu machen würde bedeuten, das machte Ausschussvorsitzender Alt klar, dass die Stadt 18 Millionen Euro mehr als geplant für Investitionen einstellen müsste. Dies müsste durch Kredite aufgefangen werden. Die Kreditaufnahme der Stadt stiege dann von 49 auf 67 Millionen Euro. Für diesen Vorkauf warb unter anderem CDU-Fraktionsvorsitzende Patricia Fehrmann, die den Plan des bisher einzigen Bieters für das Gelände, dort einen Leasing-Hub einzurichten, nicht zukunftsfähig fand.

Gut investiertes Geld: Handlungsfähigkeit und Chancen sichern

"Ein Vorkauf ist sehr gut investiertes Geld", erklärte für die SPD/Volt-Fraktion Jonathan Wulff. Die Handlungsfähigkeit und die Chancen für die Stadt bekräftigten Michael Grosch (FDP) und Martin Jahn (CWE). Auf dem Gelände befinden sich vier denkmalgeschützte Gebäude, alle zur Künzeller Straße hin, beantwortete Stadtbaurat Daniel Schreiner (parteilos) eine entsprechende Nachfrage von Ute Riebold (Die Partei).

Bedenken des AfD-Abgeordneten Frank Schüßler bezüglich vermutlich hoher anfallender Kosten bei der Dekontaminierung des Geländes wusste Schreiner zu zerstreuen: Das Risiko für die Geländesanierung sei bereits eingepreist.

Der Beschluss, den die Stadtverordneten einstimmig fassten, bedeute nicht, dass die Stadt ihr Vorkaufsrecht auch zwingend wahrnehme, erläuterte Oberbürgermeister Dr. Heiko Wingenfeld (CDU), sondern lediglich, dass sie sich die Möglichkeit des Vorkaufs offen halte. Hans-Dieter Alt kündigte an, dass der bisherige Interessent bei einer kommenden Sitzung am 2. Februar seine Vorstellungen erläutern werde. (Bernd Götte) +++

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