Zukunft des Goodyear-Geländes offen

Investor zu O|N über Vorkaufsrecht der Stadt: "Ich hoffe, sie üben es nicht aus"

Christoph Straube mit Oberbürgermeister Dr. Heiko Wingenfeld - ob es zu einer Einigung kommt, ist unklar
Fotos: Marvin Myketin

11.02.2026 / FULDA - Die Entscheidung um das rund 17 Hektar große Areal des Reifenherstellers Goodyear in Fulda wird mit Spannung erwartet. Am Dienstagabend hat der Vorstand der W&L AG, Christoph Straube, die konkreten Pläne dem Haupt- und Finanzausschuss in einer Sondersitzung imn Fuldaer Schloss vorgestellt. So viel vorweg: Die Inhalte sind vertraulich und entschieden wurde auch noch nichts.



Wie der Vorsitzende des Haupt- und Finanzausschusses, Hans-Dieter Alt, gegenüber OSTHESSEN|NEWS nach der Sitzung mitteilt, habe Christoph Straube den Ausschussmitgliedern umfangreich seine Pläne und sein Konzept vorgestellt. "Dadurch, dass die Sitzung vertraulich war, sind auch die Inhalte vertraulich", erklärt Alt. Der Haupt- und Finanzausschuss wird nun seine Haltung zu den Plänen den Fraktionen der Stadtverordnetenversammlung mitteilen. Danach erfolgt eine Stellungnahme gegenüber des Magistrats.

Erst dieser entscheidet dann, ob das Vorkaufsrecht gezogen wird. Vor wenigen Tagen hat die Stadtverordnetenversammlung den Magistrat ermächtigt, bei Bedarf vom Vorkaufsrecht der Stadt für das frühere Goodyear-Areal Gebrauch zu machen - ohne dass dafür ein weiterer Beschluss des Gremiums erforderlich ist. Auch der Haushalt wurde entsprechend ergänzt und Kreditmittel von bis zu 18 Millionen Euro für einen möglichen Kauf eingeplant.

Das sagt Christoph Straube zu O|N

Nach aktuellen Plänen will die W&L AG aus Bad Soden im Taunus das Gelände kaufen. Die Pläne des Unternehmens: Ein Umschlagplatz für Leasingfahrzeuge. Christoph Straube sagte im Vorfeld der Sondersitzung am Dienstag exklusiv zu OSTHESSEN|NEWS: "Wir wollen versuchen, die Bestandsgebäude so wenig wie möglich zu verändern und planen einen modernen Automobil-Hub. Alles rund ums Kfz. Unser Ziel ist es, mit den Städten Hand in Hand zu arbeiten und gemeinsam einen Nenner zu finden." Der Bedarf für einen solchen Standort sei laut Straube extrem hoch.

Zur Möglichkeit, dass die Stadt Fulda ihr Vorkaufsrecht ausüben könnte, sagt Straube: "Ich hoffe, sie üben es nicht aus. Wir schauen, dass wir einen gemeinsamen Nenner finden. Wir haben deutschlandweit über eine Million Quadratmeter und verschiedene Autologistikparks. Wir wissen genau, was wir da machen. Wir wissen speziell mit dem Umgang mit Altlasten und den verschiedenen Problemen umzugehen. Da ist die Frage: Wer macht es dann besser? Die Stadt ist ja kein Projektentwickler und dafür zuständig, Mieter zu finden, sondern das ist unser Job."

Abschließend macht Straube gegenüber O|N klar: "Früher gab es Vorverkaufsrecht nur, wenn es im öffentlichen Interesse städtebauliche Veränderungen gab, also bei Parks oder Straßen. Aber mittlerweile hat sich das leider verändert, da muss man fast bei jedem Grundstück mit einem Vorkaufsrecht rechnen." (Moritz Pappert) +++

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