Übergabe voraussichtlich Mai 2026

Bestätigt! Käufer für Goodyear-Areal gefunden - So geht es jetzt weiter

Die "Gummi" musste im September 2025 seine Pforten schließen. Damit endete eine Ära.
Archivfotos: O|N/Rene Kunze

16.01.2026 / FULDA - Die Blicke richten sich nach vorn: Die "Gummi" in der Künzeller Straße musste Ende September für immer schließen. 1.050 Menschen verloren ihren Arbeitsplatz - für die Region ein herber Schlag. Nun gibt es neue Entwicklungen hinsichtlich der zukünftigen Nutzung des Areals, wie Stephan Ester von der Goodyear-Pressestelle bestätigt: "Wir beabsichtigen, das ehemalige Werksgelände in Fulda an die W&L Logistics GmbH i.G. zu verkaufen." Gegenstand des Unternehmens ist der "An- und Verkauf sowie die Vermietung und Verpachtung von Immobilien".



Diese hat ihren Sitz laut Handelsregister in Frankfurt am Main. Ihr Geschäftsführer ist Christoph Jonathan Straube. Selbiger ist auch Vorstand der W&L AG aus Bad Soden am Taunus, einem Immobilien-Projektentwickler. Eine offizielle Anfrage bei der W&L AG blieb bislang unbeantwortet.

Der endgültige Abschluss des Verkaufs unterliege der Erfüllung aller Vertragsbedingungen und den üblichen Registrierungen, schreibt unterdessen Goodyear. "Die Übergabe der Immobilie an den neuen Eigentümer wird nach Abschluss der Stilllegungsarbeiten voraussichtlich im Mai 2026 erfolgen.", heißt es weiter. Seit der Ankündigung des Schließungsvorhabens im Jahr 2023 habe sich Goodyear weiterhin dazu verpflichtet, diesen Übergang verantwortungsbewusst zu gestalten, die Mitarbeiter zu unterstützen und einen sicheren Rückbau zu gewährleisten.

Bedeutender Traditionsstandort

Rückblick: Nach 125 Jahren war für das traditionsreiche Goodyear-Werk in Fulda Schluss. Die Hiobsbotschaft erschütterte im November 2023 die osthessische Region (O|N berichtete). Beim Reifenhersteller waren somit 1.050 Arbeitsplätze betroffen, eine große Protestwelle wurde ausgelöst. Doch der Standort konnte nicht gerettet werden. Die Produktion in einem weiteren Werk im brandenburgischen Fürstenwalde läuft Ende 2027 aus.

Stadt will Gewerbe und Industrie - Vorkaufssatzung zur Handlungsfähigkeit

Fuldas Stadtbaurat Daniel Schreiner (parteilos) erklärte im November 2024, dass die Stadt die Absicht hege, eine gewerbliche und industrielle Nutzung auf dem Areal beizubehalten. "Dort soll, wenn es irgendwie möglich ist, ein neuer Betrieb einziehen. Wir brauchen Arbeitsplätze, wir brauchen Steuereinnahmen, das wäre die Top-Lösung." Im Sommer 2025 sicherte sich die Stadt dann im Rahmen einer Vorkaufssatzung die Handlungsfähigkeit. Ein unliebsamer Käufer hätte so verhindert werden können.

Die Stadt Fulda hat sich in einem Statement zu den Planungen geäußert und über das weitere Vorgehen informiert. (mkr) +++

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