Das Ende einer Ära

Goodyear-Areal: Zukunft ungewiss - Was wir wissen und was nicht

Blick auf das ehemalige Goodyear-Werk in der Künzeller Straße
Foto: O|N / Hendrik Urbin / Christian P. Stadtfeld

16.01.2026 / FULDA - Nach 125 Jahren endet eine Ära in Fulda: Das traditionsreiche Goodyear-Werk in der Künzeller Straße musste Ende September 2025 endgültig schließen. 1.050 Beschäftigte verloren ihren Arbeitsplatz, die Region steht vor einem wirtschaftlichen Schlag. Nun gibt es neue Entwicklungen: Goodyear plant den Verkauf des Areals an die W&L Logistics GmbH i.G. - doch die endgültige Zukunft des Standorts ist noch unklar.


Was wir wissen

Geplanter Verkauf: Stephan Ester von der Goodyear-Pressestelle bestätigt, dass das Unternehmen beabsichtigt, das ehemalige Werksgelände in Fulda an die W&L Logistics GmbH i.G. zu verkaufen.

Unternehmensinformationen: Die Firma hat ihren Sitz in Frankfurt am Main. Geschäftsführer ist Christoph Jonathan Straube, zugleich Vorstand der W&L AG aus Bad Soden am Taunus, einem Immobilien-Projektentwickler. Eine offizielle Stellungnahme der W&L AG blieb bislang aus.

Übergabezeitpunkt: Goodyear teilt mit, dass die Übergabe der Immobilie an den neuen Eigentümer nach Abschluss der Stilllegungsarbeiten voraussichtlich im Mai 2026 erfolgen wird. Das Unternehmen betont, dass es den Übergang verantwortungsbewusst gestalten, die Mitarbeiter unterstützen und einen sicheren Rückbau gewährleisten werde.

Bedeutung des Standorts: Das Werk in der Künzeller Straße war über 125 Jahre ein zentraler Arbeitgeber. Nach der Schließung im November 2023 waren 1.050 Arbeitsplätze betroffen, Proteste in der Region folgten. Auch die Produktion in Goodyears Werk in Fürstenwalde läuft Ende 2027 aus.

Stadt Fulda reagiert: Stadtbaurat Daniel Schreiner betont, dass die Kommune eine gewerbliche und industrielle Nutzung auf dem Areal sichern möchte. Ziel sei es, neue Arbeitsplätze zu schaffen und Steuereinnahmen zu sichern. Im Sommer 2025 sicherte sich die Stadt mit einer Vorkaufssatzung die Handlungsfähigkeit, um unliebsame Käufer zu verhindern.

Weitere städtische Maßnahmen: Oberbürgermeister Dr. Heiko Wingenfeld erklärt, dass die Stadt prüfe, eine rund 8.000 Quadratmeter große Parkplatzfläche entlang der Michael-Henkel-Straße selbst zu erwerben. Zudem wird untersucht, ob das per Satzung gesicherte Vorkaufsrecht für die übrigen Flächen ausgeübt werden soll.

Was wir nicht wissen

Endgültige Nutzung: Unklar ist, wie genau die W&L Logistics GmbH das Areal nutzen will. Ob dort neue Arbeitsplätze entstehen oder lediglich Immobiliengeschäfte abgewickelt werden, ist bisher nicht bekannt.

Verkauf des gesamten Areals: Es ist unklar, ob der Verkauf das gesamte ehemalige Goodyear-Werk umfasst oder nur die überwiegenden Teile. Die Details der Flächenaufteilung zwischen Stadt und Käufer sind bislang offen.

Details zur Vorkaufssatzung: Wie die Stadt ihr Vorkaufsrecht konkret einsetzen wird, steht noch nicht fest. Unklar ist, ob ein möglicher Erwerb in Zusammenarbeit mit weiteren Investoren erfolgen soll.

Zeitplan für Investitionen: Wann und welche Schritte nach der Übergabe im Mai 2026 erfolgen, ist bislang nicht kommuniziert. Ob sofort neue Betriebe ansiedeln werden, bleibt offen. (Constantin von Butler) +++

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