Teil 23 der OSTHESSEN|NEWS-Serie

"Gastrosterben? Nicht bei uns!" - "Das La Favola ist unser Baby"

Sandra (Bildmitte) und Salvatore Vella (rechts) mit Maria Francesca Fontanelli und Calogero Destro sowie Schwiegersohn Luca (links) vom Ristorante La Favola in Bad Hersfeld
Fotos: Hans-Hubertus Braune

24.12.2025 / BAD HERSFELD - Es gibt lange Arbeitstage, an deren Abend man sich danach sehnt, sich in seiner Lieblingsgastronomie ganz gemütlich etwas Leckeres zwischen die Kiemen zu schieben - sei es ein schönes Schnitzel oder einfach nur ein saisonaler Salat - aber schmecken muss es. Doch: immer mehr gastronomische Existenzen liegen in Trümmern.



Personalmangel oder die Energiekrise samt Inflation. Das "Gastrosterben" ist real. Es gibt allerdings auch Hoffnung, denn nicht jede Gastro ist im Abwärtstrend. OSTHESSEN|NEWS präsentiert Beispiele aus unserer Region. Heute: Das Ristorante La Favola in Bad Hersfeld.

Schwiegersohn Luca bringt neue Ideen mit

Wer ins La Favola in Bad Hersfeld eintritt, um seine Mittagspause oder das abendliche Essen mit der Familie und Freunden zu genießen, fühlt sich wie im Urlaub. Der Gastraum im geschichtsträchtigen Haus am Hanfsack 7 ist sizilianisch eingerichtet. Die Familie stammt von der Mittelmeer-Insel. Sandra und ihr Ehemann Salavatore empfangen ihre Gäste mit einem fröhlichen Lächeln.

Sie führen die Familientradition fort und sind froh und zugleich stolz, dass Schwiegersohn Luca aus Italien zu ihnen nach Osthessen gezogen ist. Ihre Tochter Vanessa hilft im Ristorante aus, hat aber ihren eigenen beruflichen Weg gewählt. Der 14-jährige Sohn liebt das Essen seiner Eltern, aber: "Du kennst ihn ja. Gabriele hat nur eines im Kopf. Fußball, Fußball, Fußball", lacht Sandra und freut sich über die Entwicklung ihres Sohnes. Das Talent spielt in der U15 der SG Barockstadt Fulda-Lehnerz sehr erfolgreich in der Hessenliga.

Schwiegersohn Luca ist mit seinen 20 Jahren bereits ausgebildeter Koch und unterstützt nun Salvatore in der Küche vom La Favola. Er habe viele Ideen mitgebracht, welche sie jetzt gemeinsam ausprobieren. Die beiden Köche lieben ihren Beruf, die Zubereitung der Speisen mit dem mediterranen Touch. Italienisches Herzblut und Temperament geben dem La Favola eine bemerkenswerte Authentizität.

Sandra und das Team, welches aus insgesamt vier Mitarbeitern sowie Aushilfen besteht, verwöhnen die Gäste mit angenehm spürbarer Leidenschaft. Selbst wenn das Ristorante abends bis auf den letzten Platz voll ist, Sandra Vella hat immer ein Lächeln parat. Ihre Aufmerksamkeit und Freundlichkeit fallen auf und machen den Besuch noch angenehmer. Früher habe sie beim Papa immer mal ausgeholfen, die Gastronomie war aber nicht ihr berufliches Ziel. "Ich habe Arzthelferin gelernt. Dann habe ich aber immer mehr ausgeholfen und nach der Ausbildung entschieden, in den Familienbetrieb einzusteigen", sagt sie im Gespräch mit OSTHESSEN|NEWS.

Umzug von der Dudenstraße zum Lingg-Haus im Hanfsack

1995 lernte Sandra ihren Mann Salvatore kennen, ein Jahr später ging es nach Deutschland. Die Eltern Maria Francesca Fontanelli und Calogero Destro eröffneten zunächst ihr Ristorante in der Dudenstraße. Zuvor haben sie in Sizilien bereits ein Restaurant geführt. Als 2007 das "Panda" im Hanfsack 7 in Bad Hersfeld rausging, haben sie die Chance genutzt. "Allein schon wegen der Terrasse", sagt Sandra Vella. Diese hat ebenso wie der Innenbereich 75 Plätze und ist in den Sommermonaten hinter dem Gebäude ein beliebter Treffpunkt zum Schlemmen und, um die lauen Abende zu genießen. Sandras Eltern Maria Francesca Fontanelli und Calogero Destro schauen auch gerne vorbei. Sie genießen seit wenigen Monaten ihren Ruhestand, ihre Liebe zum Familienbetrieb La Favola bleibt natürlich.

Die Vellas bieten neben der mediterranen Küche auch Weine aus ihrer Heimat Sizilien an. Sie legen viel Wert auf frische Zutaten aus Italien, welche ihnen der befreundete Großhändler aus Schlitz (Vogelsbergkreis) wöchentlich liefert. Was auf ihrer Speisenkarte zusätzlich auffällt. Sie führen vegetarische und vegane Speisenangebote. "Gerade die vegetarischen Varianten werden immer beliebter", erzählen Sandra und Salvatore Vella. Ihre Lieblingspizza ist übrigens die mit Rucola und Tomaten.

"Das La Favola ist unser Baby. Wir stecken alles rein. Das kam mit den Jahren immer mehr", sagen sie. 2013 haben sie ihr Ristorante komplett renoviert. Montags und dienstags gönnen sie sich zwei Ruhetage. Von Mittwoch bis Sonntag hat das La Favola jeweils mittags ab 11:30 Uhr bis 14 Uhr und abends ab 17:30 Uhr geöffnet. Abends wird eine Reservierung empfohlen. "Wir versuchen aber natürlich auch, für spontane Gäste einen Platz zu finden".

Mit ihrem Standort in Bad Hersfeld sind sie sehr zufrieden. Dort wo einst Lingg von Lingenfeld in der damaligen Klause logierte, verwöhnen die Vellas ihre Gäste und bieten ihnen einen kulinarischen Kurzurlaub in ihre Heimat Sizilien. (Hans-Hubertus Braune) +++

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