Mini-Supermarktkette expandiert

Im ländlichen Raum: Tante Enso will bis zu 36 Tegut-Märkte übernehmen

Die Mini-Supermarktkette Tante Enso will 36 Tegut-Filialen übernehmen.
Archivbilder (2): O|N / Hans-Hubertus Braune

05.05.2026 / REGION - Die Mini-Supermarktkette Tante Enso plant einen größeren Ausbau ihres Filialnetzes: Bis zu 36 Märkte der Handelskette Tegut sollen übernommen werden. Anfang März wurde bekannt, dass die Traditionskette nach 80 Jahren aus der Supermarktlandschaft verschwindet. Für das Bremer Unternehmen, das bereits einen Markt in Hohenroda-Mansbach (Landkreis Hersfeld-Rotenburg) betreibt, bedeutet der Schritt eine deutliche Erweiterung seines Filialnetzes.



Ziel ist es vor allem, die Nahversorgung in kleineren Orten, insbesondere im ländlichen Raum, langfristig zu sichern. Wie das Bremer Unternehmen mitteilte, handelt es sich um Standorte, für die sich zuvor keine anderen großen Handelsketten, darunter Rewe und Edeka, interessiert hatten. Nach Gesprächen mit dem Schweizer Mutterkonzern Migros konnte sich Tante Enso den Zugriff auf diese Filialen sichern. Nach Einschätzung des Unternehmens passen die Märkte aufgrund ihrer Größe und Lage gut zum eigenen Konzept.

An der Spitze des Unternehmens steht Thomas Gutberlet, der noch bis 2024 als Geschäftsführer der Supermarktkette Tegut tätig war. Gegenüber OSTHESSEN|NEWS betont er: "Tante Enso hat sich dem ländlichen Raum verschrieben - aus meiner Erfahrung bei Tegut heraus wusste ich, dass sich einige Märkte für unser Konzept anbieten würden. Daher haben wir uns für diesen Schritt entschieden." Wichtig zu betonen sei, dass die Mitarbeiter aller Märkte übernommen werden sollen. "Unser Konzept ist zwar automatisiert, jedoch haben wir auch Öffnungszeiten und brauchen Beschäftigte"

Mit Tante Enso verfolgt er nun das Ziel, einen Teil der Tegut-Standorte zu übernehmen und in das eigene Konzept zu integrieren. Für die Mini-Supermarktkette ist die geplante Übernahme ein bedeutender Schritt in der Unternehmensentwicklung. Aktuell betreibt das genossenschaftlich organisierte Unternehmen knapp 90 Märkte und zählt rund 70.000 Teilhaber.

Übernahme steht unter Vorbehalt

Die Übernahme steht allerdings noch unter Vorbehalt: Eine Zustimmung des Bundeskartellamts steht aus. Welche Filialen für das Unternehmen in Hessen von Interesse sind, will es nach eigenen Angaben in den kommenden Tagen bekannt geben. Perspektivisch ist geplant, sie schrittweise auf das Tante-Enso-Konzept umzustellen. Dieses verbindet klassische Dorfläden mit moderner Technik: Neben Zeiten mit Personal vor Ort sind die Märkte auch digital zugänglich und bieten ergänzend regionale Sortimente sowie zusätzliche Dienstleistungen. (ems) +++

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