Vertrag unterzeichnet, Kartellamt prüft
Rewe steigt ein: Bis zu 40 Tegut‑Filialen könnten den Betreiber wechseln
Archivfoto: O|N/Moritz Bindewald
17.04.2026 / REGION -
Eine Nachricht, die Mitte März unsere gesamte Region und ganz Deutschland überraschte: Die Supermarktkette Tegut zieht sich aus dem deutschen Markt zurück und verkauft das Fuldaer Unternehmen. Kurz darauf wurde klar: Edeka übernimmt rund 200 Filialen. Um ein Monopol in der Region zu verhindern, prüft das Bundeskartellamt dieses Vorhaben. Jetzt möchte laut der hessenschau ein weiteres Unternehmen Tegut-Filialen übernehmen. Dabei handelt es sich um Rewe.
Am 12. März erhielt OSTHESSEN|NEWS folgende Antwort der Rewe-Group: "Bitte haben Sie Verständnis, dass wir uns grundsätzlich nicht zu anderen Unternehmen äußern." Jetzt - etwa einen Monat später - ist allerdings klar: Rewe plant, bis zu 40 Filialen der Supermarktkette Tegut zu übernehmen. Wie das Unternehmen am Donnerstag gegenüber der hessenschau mitteilte, wurde der entsprechende Vertrag mit dem bisherigen Eigentümer Migros in Zürich unterzeichnet. Die Übernahme steht jedoch auch hier noch unter dem Vorbehalt der Zustimmung durch das Bundeskartellamt.
Sollte die Behörde grünes Licht geben, will Rewe den Großteil der Märkte selbst betreiben. Einige Standorte sollen an die Discountertochter Penny gehen. Zu Kaufpreis und konkreten Filialstandorten äußerte sich Rewe bislang nicht. Die meisten Tegut‑Märkte liegen in Hessen, wo Rewe den Beschäftigten ein Jobangebot machen will.
Nach gestrichenen Stellen das Aus für Tegut in Deutschland
Schon vor dem offiziellen Rückzug aus dem deutschen Markt galt Tegut als Sanierungsfall: Schon Ende 2024 wurden rund 120 Stellen gestrichen und mehr als 30 Filialen verkauft. Kurz nach der Rückzugsankündigung im März 2026 wurde bekannt, dass Edeka rund 200 der insgesamt gut 300 Tegut‑Filialen übernehmen will. Auch dieser Vertrag wurde bereits unterzeichnet, steht jedoch ebenfalls unter kartellrechtlichem Vorbehalt. Zusätzlich soll auch Aldi Nord Interesse an einzelnen Standorten haben. Kartellrechtler warnt vor zu großer Marktmacht
Die geplanten Übernahmen stoßen bei Experten auf Kritik. Der Düsseldorfer Kartellrechtler Rupprecht Podszun warnt vor einer weiteren Konzentration im Lebensmitteleinzelhandel. Die großen Ketten verfügten bereits jetzt über erhebliche Marktmacht. Er rechnet daher mit einer besonders intensiven Prüfung durch das Bundeskartellamt – und hält es sogar für möglich, dass die Behörde die Vorhaben ganz oder teilweise untersagt.So zählt Rewe neben Edeka, der Schwarz‑Gruppe (Lidl, Kaufland) und Aldi zu den größten Lebensmittelhändlern Deutschlands. Die Supermarktkette betreibt bundesweit rund 3.800 Filialen, Penny weitere 2.100.
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