Region in Aufruhr

Tegut-Zukunft ungewiss: Bürgermeister und IHK reagieren auf Migros-Rückzug

Die Nachricht über den Rückzug der Migros Zürich (GMZ) aus dem deutschen Tegut-Geschäft hat die Region und weit darüber hinaus überrascht.
Archivfoto: O|N

12.03.2026 / REGION FD - Die Nachricht über den Rückzug der Migros Zürich (GMZ) aus dem deutschen Tegut-Geschäft hat die Region und weit darüber hinaus überrascht. Nun soll Edeka große Teile der Tegut-Gruppe übernehmen. Für ein traditionsreiches Unternehmen könnte dies das endgültige Aus bedeuten. Vertreter des Landkreises Fulda – darunter Bürgermeister, IHK und weitere regionale Akteure – haben Stellung bezogen.



Alexandra Ballweg, Rathauschefin von Poppenhausen: "Auch ich habe von den aktuellen Entwicklungen rund um das Unternehmen tegut zunächst aus den Medien erfahren. Noch vor zwei Wochen fand ein offizielles Gespräch mit Vertretern des Unternehmens unter anderem zur Zukunft der Filiale Poppenhausen statt, in dem diese konkrete Thematik nicht zur Sprache kam. Daher gehe ich davon aus, dass auch die Mitarbeitenden der tegut-Filiale in Poppenhausen sowie viele weitere Beschäftigte von dieser Nachricht überrascht wurden. Zum jetzigen Zeitpunkt liegen der Gemeinde keine konkreten Informationen darüber vor, welche Auswirkungen die angekündigten Veränderungen auf den Standort in Poppenhausen haben werden. Entsprechend können derzeit keine verlässlichen Aussagen zur weiteren Entwicklung der Filiale oder zur Situation der Mitarbeitenden getroffen werden. Selbstverständlich stehen wir im Austausch und bemühen uns, schnellstmöglich nähere Informationen zu erhalten, um die Situation für die Bürger sowie für die Beschäftigten vor Ort besser einschätzen zu können und die Filiale in Poppenhausen zu halten.

Michael Konow, Hauptgeschäftsführer IHK Fulda: "Tegut steht wie kaum ein anderes Unternehmen für die Wirtschaftsregion Osthessen und sichert gerade im ländlichen Raum oftmals die Grundversorgung. Das Unternehmen ist ein wichtiger Ausbildungsbetrieb und hat mit den ehemaligen Vizepräsidenten Wolfgang und Thomas Gutberlet die Arbeit unserer IHK Fulda über Jahrzehnte mitgestaltet. Wir hoffen für die Mitarbeitenden, dass ihre Arbeitsplätze erhalten bleiben und dass möglichst viele Standorte erhalten werden können."

Johannes Rothmund, Bürgermeister von Eichenzell: "Zu konkreten Auswirkungen auf den Standort am Rhönhof in Eichenzell ist mir noch nichts Näheres bekannt. Ich gehe aber davon aus, dass sowohl der Standort als auch die Arbeitsplätze erhalten werden können. Unklar ist, ob auch diese Filiale von EDEKA oder einem anderen Marktteilnehmer übernommen wird. Wir werden die Entwicklung in den nächsten Tagen und Wochen genau beobachten und stehen im Kontakt mit dem Eigentümer der Flächen."

Benjamin Tschesnok, Bürgermeister von Hünfeld: "Die Trennung des Schweizer Migros-Konzerns von tegut ist für unsere Region und natürlich auch für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ein herber Schlag. Tegut war ein Traditionsunternehmen, hatte weit über die Region hinaus Bekanntheit und mit dem Logistikzentrum in Michelsrombach hatte sich Tegut zum Wirtschaftsstandort Hünfeld bekannt. In all den Jahren haben sich viele tegut-Mitarbeitende mit ihrem Unternehmen identifiziert. Wichtig ist jetzt ein positiver Blick in die Zukunft, gerade in der heutigen Zeit. Die Stadt Hünfeld hofft, dass sich die neuen Eigentümer ebenfalls mit unserer Region identifizieren und eine gute und zukunftsorientierte Lösung für die Mitarbeitenden, alle Kunden und die Region finden werden."

Peter Klug, Bürgermeister von Bad Salzschlirf: "Das wäre furchtbar für Bad Salzschlirf und die lokale Nahversorgung, da es der einzige Markt vor Ort ist. Gerade für die älteren Menschen, welche nicht mehr so mobil sind, wäre dies eine Tragödie. Ich habe gleich heute Morgen mit dem Marktleiter telefoniert, er weiß auch noch nichts, wie es weitergeht und seine MitarbeiterInnen sind verunsichert. Wir stehen daher im Austausch und er meldet sich, sobald er etwas Neues weiß. Ich drücke ganz fest die Daumen, dass dieser Markt mit den MitarbeiterInnen erhalten bleibt." (ms/mis/js) +++

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