Wilde Achterbahnfahrt mit Paukenschlag!

Edeka ist großer Gewinner vom Tegut-Aus mit 600 Mio. Franken-Verlust

Migros ist gescheitert und das wilde Abenteuer Tegut nach 13 Jahren beendet - mit Verlust von 600 Millionen Schweizer Franken.
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11.03.2026 / KOMMENTAR - Dieser Wirtschafts-Hammer trifft die Region Fulda tief ins Mark. Denn Tegut ist nicht nur eine Lebensmittelmarke, sondern fest mit der Domstadt - unserer Heimat - verwurzelt. Schon als das einstige Familienunternehmen Gutberlet an die Schweizer Migros Genossenschaft im Jahr 2013 verkauft wurde, war der Einschnitt hart. Und jetzt trifft es die Lebensmittelmarke durch das Abstoßen an Edeka noch viel härter. Denn: Migros ist gescheitert und das wilde Abenteuer Tegut nach 13 Jahren beendet - mit Verlust von 600 Millionen Schweizer Franken.



Ganz überraschend kommt die Meldung über den Nachrichten-Ticker allerdings nicht. Tegut steckte in der finanziellen Krise. Darunter litt auch die Qualität in den Märkten. Ebenfalls bezeichnend war die hohe Fluktuation bei den Mitarbeitern, besonders an entscheidenden Management-Positionen. Hinzu kam dann der Druck aus der Schweiz im Dezember 2024, Tegut müsse bis Ende 2026 in den schwarzen Zahlen sein, sonst sei Schluss.

Doch bis zum Ablauf dieses Ultimatums aus der Migros-Chefetage kam es erst gar nicht: Tegut hat nicht einmal das 1. Quartal 2026 überlebt. Die Achterbahnfahrt ist vorbei. Und Fakt ist dabei auch: Die Verkaufsgespräche wurden nicht erst seit gestern, sondern mindestens seit einem halben Jahr geführt. Mit hohem Verlust hat Migros Zürich jetzt Tegut verkauft - und mit dem deutschen Markt abgeschlossen. Ein Paukenschlag mit Folgen für die deutschen Lebensmittelhändler und ein Millionengrab für die Schweizer.

Oranger Riese verschwindet: Extreme Sparzwänger und dickes Minus

Früher, unter Wolfgang Gutberlet, dem Sohn von Tegut-Gründer Theo Gutberlet, galt Tegut als Vorzeigeunternehmen mit Strahlkraft weit über Hessen hinaus. Es stand für "… gute Lebensmittel", war Vorreiter im Bereich Bio und auch als Arbeitgeber attraktiv. Dieses Image wandelte sich durch Sparzwänge über die Jahre und die Innovation ließ nach.

Jetzt wächst der Druck auch in der Region, denn Tegut engagierte sich - zuletzt noch prominent verkündet, als Hauptsponsor beim Hessentag 2026 in Fulda. Wenn die Marke des orangenen Riesen nun verschwindet, sind damit auch Veränderungen im Marketing verbunden. Die Region wird sich zukünftig nach einem neuen Partner umschauen müssen. Und ein weiteres traditionsreiches Fuldaer Unternehmen wird beerdigt.

Parallel wachsen die Marktanteile von Edeka in Mitteldeutschland und der Lebensmittel-Konzern bekommt ein nagelneues Logistik-Zentrum an der A7 - im Herzen Deutschlands - zum kleinen Preis. Ein großer Gewinner geht damit aus der Pleite jedenfalls hervor. (Christian P. Stadtfeld) +++

O|N Chefredakteur Christian P. Stadtfeld meint: Dieser Wirtschafts-Hammer trifft die Region Fulda tief ins Mark.

Tegut-Gründer Theo mit seinem Sohn Wolfgang Gutberlet, der das Unternehmen im Jahr 2013 an Migros Zürich verkauft hat.
Foto: O|N Archiv

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