Edeka will Tegut-Märkte übernehmen

Intensive Untersuchung notwendig: Kartellamt leitet Hauptprüfverfahren ein

Die Übernahme von Edeka muss weiterhin noch geprüft werden.
Symbolbild: O|N / Maurice Schuhmacher

24.04.2026 / REGION - Nach dem Tegut-Aus buhlen aktuell vor allem Rewe und Edeka um eine Vielzahl der Filialen. Im vergangenen Monat meldete Edeka die Übernahme von 202 Standorten und 41 "Teo"-Märkten und diverser weiterer Immobilien an (OSTHESSEN|NEWS berichtete darüber). Nach rund einem Monat konnte das Fusionskontrollverfahren im ersten Anlauf nicht vollständig abgeschlossen werden – nun geht es in das sogenannte "Hauptprüfverfahren".



Am Dienstag hat das Bundeskartellamt die Beteiligten beim Fusionskontrollverfahren Edeka/Tegut über die Einleitung des Hauptprüfverfahrens informiert. Somit verlängert sich die Frist zur Entscheidung um weitere vier Monate und endet somit vorerst am 24. August.

Bundeskartellamt schaut besonders intensiv auf die Branche

Andreas Mundt, Präsident des Bundeskartellamtes, äußerte sich zum Fusionsverfahren folgendermaßen: "Unmittelbar nach der Anmeldung des Zusammenschlussvorhabens Edeka/tegut haben wir umfangreiche Ermittlungen eingeleitet. Neben der bereits laufenden Befragung aller relevanten Unternehmen im deutschen Lebensmitteleinzelhandel, bereiten wir derzeit auch eine Befragung der Lieferanten des LEH vor." Angesichts der hohen Marktkonzentration untersucht das Bundeskartellamt laut Aussage des Präsidenten die Branche besonders intensiv.

Laut Angaben der Behörde war die Einleitung nötig, da noch weitere Ermittlungen zur Aufklärung der Marktverhältnisse erfolgen müssten. Durch die hohe Verbreitung und Konzentration der Tegut-Filialen in der Region müsse man speziell bei solchen Fusionsverfahren besonders präzise die Einzelfälle der regionalen Marktsituation prüfen. Eine pauschale und deutschlandweite Entscheidung ist insbesondere in dieser Branche nicht nur nicht möglich, sondern auch unrealistisch. Konkret wird hierbei geprüft, wie stark die Verteilung von Märkten in enger eingegrenzten Marktbereichen wäre.

Wie es nun beim Tegut-Edeka-Deal weitergeht, bleibt also zumindest für weitere vier Monate offen. Sollten die Ausmaße der Übernahme in den nächsten Monaten nicht für rechtmäßig befunden werden, könnte eine Untersagung des Zusammenschlusses erfolgen - es bleibt also weiterhin spannend. (pg) +++

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