"Nicht zukunftsfähig!"

Millionengrab bei Tegut zwingt Migros zum Verkauf - Edeka übernimmt Großteil

Die Genossenschaft Migros Zürich (GMZ) zieht sich aus dem deutschen Markt zurück. Im Zuge dieser strategischen Neuausrichtung hat sie einen Vertrag mit Edeka zur Übernahme eines wesentlichen Teils der Tegut-Gruppe unterzeichnet.
Archivfotos: O|N/Rene Kunze

11.03.2026 / ZÜRICH/REGION - Hammer bei Tegut! Die Genossenschaft Migros Zürich (GMZ) zieht sich aus dem deutschen Markt zurück und verkauft das Fuldaer Unternehmen. Im Zuge dieser strategischen Neuausrichtung hat sie einen Vertrag mit Edeka zur Übernahme eines wesentlichen Teils der Tegut-Gruppe unterzeichnet. Parallel führt die GMZ fortgeschrittene Gespräche mit weiteren Marktteilnehmern, um nachhaltige Lösungen für Mitarbeitende, Kundschaft und Standorte zu sichern. Außerdem soll damit einhergehend auch der Name "Tegut" in Zukunft nicht mehr weitergeführt werden - dies bestätigte Annabel Ott, Leiterin der Unternehmenskommunikation bei der GMZ, gegenüber OSTHESSEN|NEWS.



Die Genossenschaft Migros Zürich (GMZ) hat im Rahmen der Sanierung der Tegut-Gruppe eine strategische Neubeurteilung vorgenommen. Das verkündete die GMZ am Mittwochvormittag in einer Pressemitteilung. Trotz massiver Kosteneinsparungen, welche die operativen Verluste der Tegut-Gruppe im vergangenen Jahr um mehr als die Hälfte reduziert haben, verschärfte sich das Marktumfeld in Deutschland weiter und führte zu rückläufigen Umsätzen. Die umfassende Analyse der Situation hat deutlich gemacht, dass Tegut unter diesen Bedingungen mit der spezifischen Positionierung und der vergleichsweise kleinen Unternehmensgröße langfristig wirtschaftlich nicht zukunftsfähig ist.

Verschiedene Gespräche mit Mitbewerbern zur Übernahme einzelner Tegut-Standorte im Zuge der Sanierung, gepaart mit den Erkenntnissen der strategischen Marktanalyse, haben die GMZ dazu bewogen, den Rückzug aus Deutschland zu beschließen. Die Option einer Gesamtübernahme von Tegut durch einen Händler, der bisher nicht im deutschen Markt präsent ist, hat sich dabei als nicht umsetzbar erwiesen. Bei den daraufhin vertieften Gesprächen mit Handelsketten aus dem deutschen Markt standen von Beginn weg die Sicherung möglichst vieler Arbeitsplätze und die Fortführung der Filialen im Mittelpunkt der Überlegungen.

Name "Tegut" wird nicht mehr weitergeführt

"Die Entscheidung, Tegut zu veräußern, ist uns äußerst schwergefallen. Das große Engagement der Kolleginnen und Kollegen in den herausfordernden vergangenen Monaten verdient meinen höchsten Respekt. Dennoch hat die Analyse eindeutig gezeigt, dass eine Gesamtveräußern unter den aktuellen Marktbedingungen die beste langfristige Perspektive für alle Beteiligten bietet – insbesondere für die Mitarbeitenden, aber auch für die Kundinnen und Kunden", erklärt Patrik Pörtig, Geschäftsleiter der Migros Zürich.

Edeka sichert sich wesentlichen Teil der Tegut-Gruppe

Mit Edeka wurde bereits eine Einigung erzielt und ein entsprechender Vertrag ist unterzeichnet. Der Vertrag umfasst die Übernahme eines wesentlichen Teils der Tegut-Gruppe. Dazu gehören ein wesentlicher Teil des Filialportfolios mit den Vertriebsmitarbeitenden, das Logistikzentrum in Michelsrombach, die Herzberger-Bäckerei sowie die Smart Retail Solutions, Betreiberin der Teo-Standorte in Deutschland. Parallel dazu führt die Migros Zürich Gespräche mit weiteren Marktteilnehmern, um eine Lösung für die Zukunft möglichst aller Standorte zu gewährleisten.

Über den Kaufpreis wurde zwischen den Parteien Stillschweigen vereinbart. Die Übergabe der Filialen an Edeka sowie weitere Marktteilnehmer steht noch unter dem Vorbehalt einer Zustimmung durch das Bundeskartellamt, das die wettbewerbsrechtlichen Aspekte der Transaktion prüft. Die GMZ bittet um Verständnis, dass aufgrund der Vertraulichkeit aktuell keine weiteren Details zu den Filialstandorten und den laufenden Gesprächen mit weiteren Interessenten bekannt gegeben werden können.

Die finanziellen Auswirkungen der Transaktion werden im Jahresabschluss 2025 sichtbar sein, der am 24. März veröffentlicht wird. Die Gesamtabwicklung führt zu außerordentlichen Aufwänden, die das Ergebnis der Genossenschaft Migros Zürich und der Migros-Gruppe belasten werden. OSTHESSEN|NEWS bleibt weiter an dem Thema dran! (ms/pm) +++

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