Entsteht ein Monopol?

Edeka übernimmt 202 Tegut-Filialen: Bundeskartellamt prüft das Vorhaben

Edeka hat nun die Übernahme von hunderten Filialen beim Bundeskartellamt angemeldet.
Archivfoto: O|N

25.03.2026 / REGION - Dass Rewe und insbesondere Edeka einen Großteil der Filialen nach dem Tegut-Aus übernehmen möchten, sollte bereits jedem zu Ohren gekommen sein. Edeka hat jetzt die Riesen-Übernahme als erstes offiziell bestätigt und beim Bundeskartellamt gemeldet. Nun prüft die zuständige Behörde das Vorhaben – ist hierbei alles rechtens? Könnte Edeka in der Region in eine Monopolstellung gelangen?



Laut dem jetzigen Stand der Informationen möchte Edeka auch das neugebaute Logistikcenter in Hünfeld-Michelsrombach, eine zentrale Verwaltungsimmobilie in Fulda sowie die Herzberger Bäckerei und auch 41 automatisierte Teo-Märkte in der Region übernehmen. Auch zwei nicht näher benannte Gewerbeimmobilien in Bad Brückenau und Kassel sollen in diesem Umfang schon bald zu Edeka gehören – all das zusätzlich zu 202 regulären Tegut-Filialen in Deutschland.

Sachlage muss regional geprüft werden

"Im Rahmen des Fusionskontrollverfahrens prüfen wir das Zusammenschlussvorhaben eingehend im Hinblick auf seine wettbewerblichen Auswirkungen auf den Beschaffungs- und Absatzmärkten", erklärte ein Sprecher des Bundeskartellamtes gegenüber OSTHESSEN|NEWS. Weiterhin heißt es, dass diesbezüglich aktuell umfangreiche Ermittlungen, insbesondere bei Unternehmen im Lebensmitteleinzelhandel und auf der Lieferantenseite, durchgeführt werden müssten.

Wird es also bald ein Edeka-Monopol in der Region geben? Das Bundeskartellamt kann die Lage aktuell aufgrund des großen Umfangs noch nicht konkret einschätzen. Man müsse hierbei einzelne Marktregionen betrachten, prüfen, woher die Kunden der Filialen kommen, wo sie einkaufen und welche anderen Anbieter im Umkreis agieren. "Sollte es in einem gewissen Umkreis dazu kommen, dass zu viele Filialen der gleichen Marke an einem Ort existieren, könnte es sein, dass die Übernahme einzelner Märkte nicht genehmigt wird. Hier muss man dann die Einzelfälle betrachten – in der Vergangenheit ist dieser Fall schon öfter eingetreten", so das Bundeskartellamt.

Befänden sich etwa in einem gewissen Umkreis beispielsweise ein einziger Edeka-Markt, ein Aldi-Markt und zwei Tegut-Filialen, könnte es Probleme geben und es wäre möglich, dass der Markt nicht von Edeka übernommen werden darf.

Andere Mitbewerber wie Rewe sind aktuell noch in Gesprächen mit der Migros-Gruppe und haben offiziell noch keine Übernahmen angemeldet. Was nun und vor allem in welchem Umfang mit den restlichen Tegut-Filialen passiert, steht aktuell also noch in den Sternen – zunächst muss allerdings als Erstes der Antrag von Edeka geprüft werden. (pg)+++

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