"Eine wirtschaftliche Perspektive geben"

Rewe plant Übernahme von Tegut-Filialen: Was kann das jetzt bedeuten?

Am Donnerstag wurde bekannt, dass das Unternehmen am Mittwoch, den 15. April, einen Vertrag über die mögliche Übernahme von insgesamt bis zu 40 Tegut-Märkten unterzeichnet hat.
Symbolfoto: O|N/Erik Spiegel

17.04.2026 / REGION - Die Rewe-Group steigt in die Tegut-Zukunft ein: Am Donnerstag wurde bekannt, dass das Unternehmen am Mittwoch, den 15. April, einen Vertrag über die mögliche Übernahme von insgesamt bis zu 40 Tegut-Märkten unterzeichnet hat. Doch was genau bedeutet das konkret? Welche Pläne hat die Rewe-Group bereits?



Mitte März verkündete die Schweizer Genossenschaft Migros ihren Rückzug aus dem deutschen Markt und verkaufte das Fuldaer Unternehmen Tegut. Kurz darauf wurde klar: Edeka übernimmt rund 200 Filialen. Jetzt möchte auch Rewe – mit dem Tochterunternehmen Penny – Filialen übernehmen. Dazu erhielt OSTHESSEN|NEWS am Donnerstagnachmittag eine Stellungnahme der Rewe-Group. Darin heißt es: "Der Großteil der Standorte soll in das Vertriebsnetz von Rewe integriert werden, die übrigen Standorte sollen künftig von Penny betrieben werden."

Als einer der bedeutendsten Lebensmittelhändler verfüge die genossenschaftlich organisierte und tarifvertraglich gebundene Rewe-Group über eine beinahe 100-jährige Erfahrung in der Nahversorgung. Dennoch muss auch hier – wie auch bei den geplanten Edeka-Filialen – die Transaktion unter dem Vorbehalt der Freigabe durch das Bundeskartellamt stehen.

Kundinnen und Kunden würden profitieren

Sollte das Bundeskartellamt sein "Go" geben, möchte die Rewe-Group die "qualitativ hochwertige Nahversorgung in den Regionen stärken." Die übernommenen Märkte sollen dabei im weiteren Verlauf modernisiert und an Sortiment- und Logistiksysteme der Rewe-Group angebunden werden. "Kundinnen und Kunden der neuen Rewe- und Penny-Märkte profitieren dann von der gewohnten Warenverfügbarkeit, klareren Sortimenten, starkem Eigenmarkenportfolio und einem stabilen Preisniveau", heißt es in der Pressemitteilung. Rewe wolle sich an die Werte von Tegut anpassen, so bleibe die Nähe zu regionalen Produzenten erhalten, ebenso die Versorgung mit Bio- und hochwertigen Produkten aus der Region. Für viele Orte entstünde damit eine verbesserte Einkaufsinfrastruktur, die dauerhaft verlässlich bleiben soll.

"Wir wollen die Verantwortung für die Standorte und ihre Teams übernehmen"

Was in der Meldung besonders hervorgeht: "Allen Mitarbeitenden der betroffenen Tegut-Märkte würde ein Jobangebot unterbreitet." Dazu macht Peter Maly, Vorstand der Rewe-Group, deutlich: "Wir wollen die Verantwortung für die Standorte und ihre Teams übernehmen. Das bedeutet für uns, die Arbeitsplätze genauso zu sichern wie die qualitativ hochwertige Nahversorgung. Damit können wir den Mitarbeitenden und den Märkten eine wirtschaftliche Perspektive geben. Für uns steht im Zentrum, tragfähige Standorte zu entwickeln sowie die Beschäftigten bei uns zu fördern und willkommen zu heißen."

"Sobald die Freigabe erteilt wird, modernisieren wir die neuen Märkte auf unser Markthallen-Konzept. Damit bieten wir unseren Kundinnen und Kunden ein umfangreiches Frischeangebot sowie eine große Auswahl an attraktiven Marken und Eigenmarken zu discount-günstigen Preisen", ergänzt Stefan Görgens, Bereichsvorstand Penny Deutschland.

Die Genossenschaft Migros Zürich (GMZ) hat zahlreiche Gespräche mit potenziellen Erwerbern geführt. Die vereinbarte Übergabe an Rewe und Penny ist das Ergebnis davon. Weitere Details zu den betroffenen Standorten könnten aufgrund laufender Verfahren und der Vertraulichkeit nicht genannt werden.

Wie es mit den betroffenen Tegut‑Standorten weitergeht, entscheidet nun das Bundeskartellamt. Erst danach steht fest, welche Märkte unter Rewe oder Penny weitergeführt werden. Klar ist: Die kommenden Wochen werden entscheidend für Beschäftigte, Kundinnen und Kunden sowie die regionale Nahversorgung. (mis) +++

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