Bürgermeister Stolz emotional

Tegut-Aus nach 80 Jahren: "Aushängeschild des Kreises" wirft das Handtuch

Bürgermeister Heiko Stolz spricht von einem tiefen Einschnitt für die Region Fulda.
Grafik: O|N

12.03.2026 / NEUHOF - Der angekündigte Rückzug der Migros Zürich aus dem deutschen Markt und der geplante Verkauf großer Teile der Tegut-Gruppe an Edeka sorgt auch in der Gemeinde Neuhof für viele Fragen - und für spürbare Wehmut. Jahrzehntelang war Tegut eng mit der Region Fulda verbunden. Bürgermeister Heiko Stolz (CDU) spricht deshalb von einem tiefen Einschnitt - sowohl wirtschaftlich als auch emotional.



Die Genossenschaft Migros Zürich hatte zuvor erklärt, dass sich das Marktumfeld in Deutschland zunehmend verschlechtert habe. Trotz umfangreicher Sparmaßnahmen und reduzierter Verluste sieht die Unternehmensführung langfristig keine wirtschaftliche Perspektive mehr für Tegut. Ein wesentlicher Teil der Märkte soll deshalb von Edeka übernommen werden, parallel laufen Gespräche über weitere Standorte. Auch der traditionsreiche Name "Tegut" soll künftig verschwinden.

Abschied trifft die Region hart

Für Stolz kommt diese Entwicklung nicht völlig überraschend. "Die Anzeichen waren erkennbar. Es wurde analysiert und wirtschaftlich betrachtet", sagt der Rathauschef. Dennoch sei der Abschied für die Region schwer zu verkraften. "Für die Region ist es sehr traurig. Tegut war ein Aushängeschild des Landkreises Fulda."

Der Bürgermeister verbindet mit dem Unternehmen auch persönliche Erinnerungen. "Ich habe mit Tegut schon seit über 30 Jahren zu tun. Dass es vom Markt verschwindet, tut mir auch persönlich sehr weh", erklärt Stolz. Gerade ältere Generationen in der Region hätten eine besondere Verbindung zu der Marke aufgebaut. "Viele Menschen sind mit Tegut mitgewachsen - gerade meine Generation. Im Herzen von Neuhof war Tegut beheimatet." Auch wenn inzwischen mit dem neuen Fachmarktzentrum eine gute Nahversorgung im Ort vorhanden sei, gehe mit dem möglichen Verschwinden der Marke ein Stück Identität verloren.

Optimismus für Standort in Neuhof

Besonders wichtig sei ihm nun die Zukunft der Beschäftigten. "Ich würde es sehr begrüßen, wenn möglichst viele Mitarbeiter übernommen werden könnten - auch aus der Zentrale", betont der Bürgermeister. Entscheidend sei, dass möglichst viele Arbeitsplätze in der Region erhalten bleiben.

Für den Tegut-Markt in Neuhof selbst zeigt sich Stolz vorsichtig optimistisch. Konkrete Informationen gebe es zwar noch nicht. "Wir haben keine direkten Hinweise zur Zukunft", erklärt er. Seine persönliche Einschätzung sei jedoch klar: "Ich gehe davon aus, dass der Markt in Neuhof bestehen bleibt. Es würde mich sehr wundern, wenn der Markt nicht weitergeführt wird." (Constantin von Butler) +++

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