Vertraulichkeit in der Sache "Dyba-Allee"

HFA-Chef Alt (CDU) verteidigt Geheimhaltung gegen SPD-Kritik

Johannes Dyba hatte das Bistum von 1983 bis zu seinem Tod im Jahr 2000 geleitet. Ihm wird vorgeworfen, u.a. von der Gefahr durch pädophile Priester gewusst haben zu müssen. Deswegen überlegt man in Fulda, die nach ihm benannte Straße umzubennen.
Archivfotos: O|N

18.08.2026 / FULDA - Ob die Fuldaer Johannes-Dyba-Allee ihren Namen behalten soll oder nicht, darüber beraten die Fuldaer Stadtverordneten seit etlichen Monaten. Jetzt wurden auch Bischof Dr. Michael Gerber sowie ein Betroffener angehört, jedoch hinter verschlossenen Türen. Die SPD-Fraktion fordert jetzt die Aufhebung der Vertraulichkeit und wirft dem Haupt- und Finanzausschuss Fehlverhalten vor. HFA-Vorsitzenden Hans-Dieter Alt (CDU) beruft sich auf die "Mehrheitsentscheidung".


Gegenüber OSTHESSEN|NEWS erklärte Alt: "Für die Gespräche mit Bischof Dr. Gerber und Betroffenenvertretern habe ich dem Ausschuss vorgeschlagen, die Öffentlichkeit auszuschließen. Der Ausschuss ist jeweils mit großer Mehrheit meinem Vorschlag gefolgt. Insoweit handelt es sich nicht um eine isolierte Einzelentscheidung des Vorsitzenden, sondern um eine Mehrheitsentscheidung der Ausschussmitglieder."

Ausschlaggebend für den Vorschlag sei der sehr sensible Inhalt der Gespräche, der persönliche Bereiche betreffe. "Ich war und bin der Überzeugung, dass sowohl unsere jeweiligen Gesprächspartner wie auch die Mitglieder des Ausschusses in vertraulicher Sitzung offener und ungezwungener die Aussprache führen können", heißt es weiter. Jonathan Wulff (SPD) sieht das anders: "Ich glaube, der HFA hat einfach einen Fehler gemacht. Niemand kann gewollt haben, die Perspektive der Opfer sexueller Gewalt aus dem Entscheidungs- und Diskussionsprozess herauszuhalten."

Keine Öffentlichkeit erforderlich

Für Hans-Dieter Alt (CDU) führt die Kritik zur Irritation. "Aufgabe des Ausschusses ist es, eine Entscheidung über die eingebrachten Anträge auf Umbenennung der Dyba-Allee zu treffen. Dazu wurden die Gesprächsrunden organisiert. Sie dienten der Information und damit der Meinungsbildung der Ausschussmitglieder. Dieser Zielsetzung wurde vollständig Rechnung getragen. Wer die Öffentlichkeit zu diesen sensiblen Gesprächen beteiligen will, verbindet damit politische Ziele. Zur sachlichen Meinungsbildung des Ausschusses ist die Öffentlichkeit nicht erforderlich."

Über die Anträge zur Umbenennung der Straße soll am 7. September abgestimmt werden. (nia) +++

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