Haupt- und Finanzausschuss

Sondersitzung zur Dyba-Allee: Kommission und Bischof sollen befragt werden

Soll die Johannes-Dyba-Allee umbenannt werden?
Foto: Marvin Myketin

30.09.2025 / FULDA - Soll die Johannes-Dyba-Allee umbenannt werden? Mit dieser Frage beschäftigte sich der Haupt- und Finanzausschusses am Montagabend im Fuldaer Stadtschloss. Und mit dieser Frage wird er sich auch noch weiterhin beschäftigen - es soll eine Sondersitzung des Ausschusses zu diesem Thema geben.


Hintergrund: Dyba war von 1983 bis zu seinem Tod im Jahr 2000 Bischof des Bistums Fulda. Im Licht neuer Erkenntnisse über Missbrauchsfälle im Bistum steht er nun besonders in der Kritik. Eine unabhängige Kommission hatte vor wenigen Monaten ihren Abschlussbericht vorgestellt. Darin wurde dokumentiert, dass es während Dybas Amtszeit zahlreiche Fälle sexualisierter Gewalt durch Priester gab.

In der Sondersitzung sollen unter anderem der Sprecher der Kommission, Ex-OB Gerhard Möller, und auch Bischof Dr. Michael Gerber befragt werden. "Der Bischof hat bereits signalisiert, dass er für Gespräche zur Verfügung steht. Es geht hier um Fragen einer möglichen Erinnerungskultur und da sollte es möglich gemacht werden, auch die Vorstellung des Bischofs und des Bistums zu hören", erklärt Oberbürgermeister Dr. Heiko Wingenfeld (CDU). Je nach gesundheitlicher Verfassung des Bischofs könnte dies noch in diesem Jahr erfolgen.

Ausschussvorsitzender Hans-Dieter Alt (CDU) gibt zu bedenken: "Unsere Aufgabe wird dadurch erschwert, dass die betroffenen Persönlichkeiten bereits verstorben sind. Wir wollen nicht leichtfertig eine Entscheidung treffen. Wir brauchen eine intensive Auseinandersetzung mit den Ergebnissen der Kommission." Er schlägt außerdem vor, dass die Gespräche mit dem Bischof unter Ausschluss der Öffentlichkeit stattfinden sollen - die Sondersitzung selbst, aber öffentlich.

Fragen zum Hessentag, schwierige Finanzlage

Der Ausschuss beschäftigte sich am Montag auch mit einigen Fragen rund um den anstehenden Hessentag. Darunter, auf Anträge der Grünen, die Sicherstellung der Barrierefreiheit, einen Bollerwagenverleih, die Radfreundlichkeit und der Hitzeschutz. Laut dem Oberbürgermeister sind diese Themen alle Bestandteil der laufenden Planungen zum Hessentag. Die Barrierefreiheit laufe im Dialog mit Betroffenen, der Bollerwagenverleih soll vom Hessentagsbüro geprüft werden, sobald es in die detaillierte Planung geht, und die Radfreundlichkeit werde im Rahmen des Verkehrskonzeptes beachtet. Auch der Hitzeschutz ist bei der Hessentagsplanung ein Thema. "Wir halten es für eine selbstverständliche Aufgabe, dass wir bei einer solchen Großveranstaltung vor den verschiedensten Einflüssen Schutz gewähren. Dazu gehört auch das Thema Hitze", so Wingenfeld.

Ein eher leidiges Thema sind die Finanzen und die Haushaltslage der Stadt. "Die Steuereinnahmen liegen im laufenden Jahr unter dem Plan. Das spiegelt sich auch in der Prognose für das Jahresende wider", so der Oberbürgermeister. Hier sei allerdings der Zensus noch nicht mitberechnet. "Das Land Hessen ist am stärksten von den Abweichungen betroffen. Das bekommen die Kommunen zu spüren", so Wingenfeld mit Blick auf die finanzielle Lage. Die Haushaltsberatungen beginnen in der Stadtverordnetenversammlung am Donnerstag. Schon jetzt sind die Aussichten darauf alles andere als rosig. (Moritz Pappert) +++

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