Treffen im Bischofshaus
Dyba-Debatte geht weiter: Stadt und Bistum beraten hinter verschlossener Tür
Foto: Moritz Bindewald
28.05.2026 / FULDA -
Die Diskussion um die Johannes-Dyba-Allee in Fulda geht in die nächste Runde - diesmal in deutlich persönlicherer Atmosphäre. Auf Einladung von Bischof Dr. Michael Gerber kamen am Mittwochabend Vertreter des Bistums Fulda sowie Mitglieder des Haupt-, Finanz- und Wirtschaftsausschusses der Stadt im Bischofshaus zusammen.
Hintergrund des Treffens ist der Abschlussbericht der Unabhängigen Kommission zur Aufarbeitung sexueller Gewalt im Bistum Fulda und die daraus entstandene Debatte um Straßenumbenennungen sowie den künftigen Umgang mit Erinnerungskultur. Das Kernthema: die mögliche Rückbenennung der Johannes-Dyba-Allee in Kastanienallee.
Ausschuss tauscht sich mit Stadt und Bistum aus
An dem Austausch nahmen neben den Ausschussmitgliedern unter Vorsitz von Hans-Dieter Alt (CDU) auch Oberbürgermeister Dr. Heiko Wingenfeld (CDU), die Vorsitzenden des Bau- und Kulturausschusses sowie Gerhard Möller (CDU) teil. Der frühere Fuldaer Oberbürgermeister war Sprecher der Unabhängigen Kommission, die den Bericht zur Aufarbeitung sexueller Gewalt erstellt hatte.Nach Angaben von Stadt und Bistum verlief das Gespräch in einer offenen und respektvollen Atmosphäre. Im Mittelpunkt stand die Frage, wie künftig mit historischen Persönlichkeiten und deren Bewertung umgegangen werden soll - insbesondere im Zusammenhang mit der Johannes-Dyba-Allee.
Suche nach würdigen Formen des Gedenkens
Oberbürgermeister Dr. Heiko Wingenfeld und Ausschussvorsitzender Hans-Dieter Alt erklärten gemeinsam: "Wir begrüßen es sehr, dass dieses Gespräch auf Einladung des Bischofs heute stattfinden kann. Das Bistum hat im vergangenen Jahr den Bericht der Aufarbeitungskommission mit hoher Transparenz vorgestellt - das verdient unseren Respekt. Nun gilt es, im Dialog mit den städtischen Gremien und dem Bistum zu erarbeiten, wie angemessene und würdige Formen der Erinnerungskultur entwickelt werden können." Johannes Dyba bleibt Teil der Stadtgeschichte
Auch Bischof Dr. Michael Gerber machte deutlich, dass sich das Bistum der Verantwortung im Umgang mit der eigenen Geschichte stellen wolle. "Wir wollen unsere Geschichte nicht schönfärben, wir wollen sie auch nicht umschreiben, denn Bischof Dyba ist und bleibt Teil der Kirchen- und der Stadtgeschichte", sagte Gerber.Die endgültige Entscheidung über den künftigen Umgang mit der Johannes-Dyba-Allee liege allerdings bei den kommunalen Gremien der Stadt Fulda. Ergebnisse sollen demnach erst in einer nächsten öffentlichen Sitzung nach außen dringen. Das Treffen im Bischofshaus wurde von allen Beteiligten als wichtiger Schritt für den weiteren Dialog bewertet. (pm/cb) +++