Grund: Missbrauchsfälle im Bistum
SPD/Volt-Fraktion will Johannes-Dyba-Allee in Kastanienallee zurückbenennen
Archivfoto: O|N/Martin Angelstein
31.08.2025 / FULDA -
Die ursprünglich als Kastanienallee bekannte Straße am Dom wurde im Jahr 2000 nach dem Tod von Johannes Dyba in "Johannes-Dyba-Allee" umbenannt. Nun soll sie wieder ihren alten Namen erhalten, jedenfalls nach dem Willen von SPD und Volt, die einen entsprechenden Antrag zur kommenden Stadtverordnetenversammlung eingebracht haben.
"Straßen mit prominenten Namensgebern sind immer gleichzeitig eine öffentliche Ehrung. Und jede öffentliche Ehrung muss sich an moralischen Maßstäben messen lassen. Im Fall der Johannes-Dyba-Allee bedeutet das, dass wir als Stadt Fulda Verantwortung gegenüber den Opfern von kirchlichem Missbrauch zeigen müssen und nicht einer selektiven Heldenverehrung", erklärt der Fraktionsvorsitzende Jonathan Wulff (SPD) den Antrag.
Die SPD/Volt-Fraktion verweist auf den Bericht der unabhängigen Kommission zur Aufarbeitung sexualisierter Gewalt im Bistum Fulda (OSTHESSEN|NEWS berichtete). Während der Amtszeit von Johannes Dyba kam es zu zahlreichen Missbrauchsfällen durch Priester im Bistum Fulda. Als Bischof trug Dyba die Letztverantwortung für den Umgang mit diesen Missbrauchsfälle. "Bischof Dyba eignet sich nicht als Namenspatron, weil Straßennamen Menschen ehren sollen, deren Wirken in unserer Gesellschaft unstrittig positiv erinnert werden kann. Das ist hier definitiv nicht der Fall", so der SPD-Stadtverordnete Wulff.
Zugleich verweisen SPD und Volt auf den anstehenden Hessentag in Fulda. Das Landesfest geht zurück auf Ministerpräsident Georg-August Zinn, der mit dem Satz "Hesse ist, wer Hesse sein will" den Geist von Offenheit und Vielfalt zum Ausdruck brachte. "Völlig unabhängig davon, wie man persönlich zu Bischof Dyba stand, benötigen wir eine Lösung für einen Straßennamen, der mit einer Figur verbunden ist, die Missbrauchsfälle in ihrer Amtszeit hinnahm, statt entschieden einzugreifen. Eine Dyba-Allee passt dabei nicht zu einer modernen Stadt, die für Vielfalt und Schutz jedes Einzelnen steht und sich 2026 auch so in Hessen präsentieren will", so der SPD/Volt-Fraktionsvorsitzende.
Archivfotos: O|N/ Carina Jirsch/Moritz Bindewald/Henrik Schmitt
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