22 Brände in nur drei Wochen

Vom Waldbrand bis zum Altstadt-Inferno: 1.600 Helfer gehen an ihre Grenzen

Rund 1.600 Einsatzkräfte waren innerhalb von drei Wochen im Vogelsbergkreis gefordert.
Archivfotos: O|N

07.08.2026 / REGION VB - Wald- und Flächenbrände, ein verheerendes Feuer in der Lauterbacher Altstadt und immer wieder stundenlange Einsätze bei großer Hitze: Die Feuerwehren und Hilfsorganisationen im Vogelsbergkreis waren in den vergangenen Wochen nahezu pausenlos gefordert. Insgesamt rund 1.600 Einsatzkräfte rückten innerhalb von drei Wochen aus. Landrat Dr. Jens Mischak und Kreisbrandinspektor Marcell Büttner würdigen nun das große Engagement der Helfer.



"Solche Ereignisse führen uns vor Augen, wie wertvoll es ist, dass wir Menschen haben, die im Ehrenamt für uns da sind und für unsere Sicherheit sorgen", betont Mischak. Sein Dank gelte dabei nicht nur den Einsatzkräften an den Brandstellen, sondern auch allen Helfern, die im Hintergrund für Verpflegung, Material und organisatorische Unterstützung sorgten.

Große Flächen bei Bränden zerstört

Allein zu 22 Wald- und Flächenbränden wurden die Feuerwehren im Kreisgebiet innerhalb der vergangenen drei Wochen alarmiert. Zehn dieser Feuer breiteten sich auf größeren Flächen aus. Beim Waldbrand nahe Lingelbach, kurz vor Beginn des Herzberg Festivals, standen rund 10.000 Quadratmeter in Flammen. Zwischen den Lauterbacher Stadtteilen Maar und Heblos wurden am Mittwoch sogar etwa acht Hektar Wald- und Freifläche von dem Brand erfasst.

Der Großbrand in Lauterbach

Besonders herausfordernd war zudem der Großbrand auf dem Lauterbacher Marktplatz. Das Feuer war gegen 17.20 Uhr in einem Fachwerkhaus ausgebrochen und hatte sich aufgrund der eng stehenden Gebäude rasch auf benachbarte Häuser ausgebreitet. Rund 450 Kräfte von Feuerwehr, Technischem Hilfswerk, Hilfsorganisationen und Katastrophenschutz waren im Einsatz.

"Das war ein Einsatz unter ganz schwierigen Bedingungen, die Helfer sind bis an die Grenzen ihrer Belastbarkeit gegangen. Mit hoher Professionalität, mit Mut und mit einer enormen Bereitschaft haben sie es geschafft, das Feuer einzudämmen und haben somit Schlimmeres in der eng bebauten Altstadt verhindert", erklärt der Landrat.

Unterstützung über Gemeindegrenzen hinweg

Während der Löscharbeiten mussten benachbarte Gebäude fortlaufend gekühlt und durch Riegelstellungen geschützt werden. Auch Einsatzkräfte aus Schlitz und Fulda unterstützten die Arbeiten. Getränkehändler und Supermärkte versorgten die Helfer bei den hohen Temperaturen mit kalten Getränken.

Doch nicht nur in Lauterbach war überörtliche Unterstützung erforderlich. "Unsere Katastrophenschutz-Einheiten aus zehn verschiedenen Städten und Gemeinden waren in den letzten Wochen ebenfalls im Einsatz", ergänzt Büttner. Für ihn und Mischak steht deshalb fest: "Auf unsere Einsatzkräfte und auf das Ehrenamt ist Verlass." (Constantin von Butler) +++

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