"Ich habe gebetet"

Zwischen Angst und Erleichterung: So erlebte eine Inhaberin den Großbrand

Am vergangenen Mittwoch fing es in einem Obergeschoss eines Gebäudes in der Altstadt an zu brennen.
Archivfoto: O|N

05.08.2026 / LAUTERBACH - "Wir hatten sehr große Angst": Für Alexandra Schneider-Rockel, Inhaberin des Hörgeräteakustikers Harbauer, waren die Stunden des Großbrands in der Lauterbacher Altstadt ein Wechselbad der Gefühle. Ihr Akustikstudio liegt nur wenige hundert Meter vom Brandgeschehen entfernt, und die Sorge um das Geschäft war groß. Umso größer ist heute die Erleichterung: Dank des beherzten und unermüdlichen Einsatzes der Feuerwehr blieb das Studio unbeschädigt und konnte inzwischen wieder seine Türen öffnen.



Der Großbrand hat Schneider-Rockel stark bewegt. Am Mittwochabend erreichte sie die Schreckensnachricht über den Brand. "Ich habe einen Anruf bekommen, dass es in der Altstadt brennt." Sofort fuhr sie in die Stadt, obwohl zunächst nicht klar war, wie nahe die Flammen ihrem Geschäft kommen würden.

Aufgrund der räumlichen Nähe hatte sie große Angst, selbst betroffen zu sein. "Wir hatten sehr große Angst, weil wir sehr nahe dran waren. Wir dachten, wir wären ebenfalls betroffen", schilderte die Inhaberin ihre Gedanken.

Stunden der Ungewissheit

Vor Ort erlebte sie die enorme Leistung der Einsatzkräfte. Feuerwehr und Helfer kämpften sich durch die Rauchwolken und taten alles, um eine Ausbreitung des Brandes zu verhindern und die Betroffenen zu unterstützen. Bilder, die vielen wohl noch lange im Kopf bleiben werden. Zu Hause verfolgte Schneider-Rockel die Entwicklungen anschließend bei OSTHESSEN|NEWS und hoffte, dass ihr Geschäft verschont bleiben würde. "Ich habe gebetet, nicht betroffen zu sein." Dank der außergewöhnlichen Leistung der Einsatzkräfte blieb ihr Hörakustikstudio unbeschädigt.

Dankbarkeit für die Einsatzkräfte

In den Tagen nach dem Brand waren Teile der Altstadt weiterhin gesperrt. Am Donnerstag und Freitag blieb der Marktplatz gesperrt, während das Technische Hilfswerk (THW) Sicherungsarbeiten durchführte. Besonders beeindruckt zeigte sich Schneider-Rockel vom starken Zusammenhalt in Lauterbach. Viele Menschen versorgten die Einsatzkräfte mit Getränken und Essen. "Das war ein wirklich starker Zusammenhalt", sagte sie stolz.

Sorge und Solidarität in der Kundschaft

Gleichzeitig spürte sie die Sorgen ihrer Kunden. Zahlreiche Menschen riefen an, um sich nach den Mitarbeitern und dem Geschäft zu erkundigen. "Sie hatten alle sehr große Angst, ob wir überhaupt noch existieren", berichtete die Inhaberin. Alle vereinbarten Termine wurden zunächst abgesagt, was bei der Kundschaft auf großes Verständnis stieß. Auch jetzt, wenige Tage nach dem Großbrand, sei das Brandereignis noch ein zentrales Gesprächsthema. Seit Montag ist das Geschäft wieder zu den regulären Zeiten geöffnet.

Um die Betroffenen zu unterstützen, beteiligt sich das Akustikstudio an einer Spendenaktion: Für jede verkaufte Brille des Optikgeschäfts in der Bahnhofstraße und jedes verkaufte Hörgerät werden fünf Prozent des Umsatzes an die Brandopfer gespendet. "Das ist unser Beitrag, um den Menschen zu helfen", sagte die Inhaberin. (jk) +++

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