"Feuer aus" in der Altstadt
Anwohner berichtet: "Wir hatten Angst" - Großbrand beschäftigt die Menschen
Fotos: Hans-Hubertus Braune
01.08.2026 / LAUTERBACH -
Der Schrecken steht Paul Westphal immer noch in den Gliedern. Er war am Mittwochnachmittag gerade von der Arbeit nach Hause gekommen, wollte mit den Kindern planschen, als seine Frau rief: "Komm schnell hoch, es brennt". Dann geht alles wie im bösen Film. Der dreifache Familienvater erkennt die Situation sofort, schickt Frau und Kinder raus auf die Straße, schnappt sich schnell noch wichtige Unterlagen aus der Wohnung im Graben.
Hunderte Feuerwehrleute kämpften gegen die Flammen an. Fünf Häuser sind teils komplett zerstört oder zum Großteil schwer beschädigt. In fünf Wohnungen ist praktisch nichts mehr vorhanden. Auch mehrere Geschäfte sind von dem verheerenden Großbrand in der Altstadt von Lauterbach im Vogelsbergkreis betroffen.
Der Großbrand ist gelöscht. "Seit vergangener Nacht um 1 Uhr können wir sagen´Feuer aus´. Es geht jetzt noch darum, die statischen Dinge zu betrachten. Die Einsatzstelle wird so gesichert, dass wir Folgeschäden etwa durch herabfallende Dachziegel oder Einstürze vermeiden", sagt Stadtbrandinspektor Jürgen Eifert am Freitagmittag gegenüber OSTHESSEN|NEWS. Nach einer Abschlussbesprechung auf dem Hof des Rathauses soll die Einsatzstelle von der Feuerwehr an die Bauaufsicht des Landkreises übergeben werden. In der Nacht sorgte die Feuerwehr Freiensteinau für die Brandwache.
Am Mittag mussten die Kräfte der Lauterbacher Feuerwehr nochmal in einen Bereich des zentralen Brandortes hineingehen und ein weiteres Glutnest ablöschen. Eine Situation, die bei dem Ausmaß des Brandherdes völlig normal ist. Die zum Großteil völlig zerstörten Dächer werden von einem Handwerksbetrieb mit Planen abgedeckt.
Runder Tisch und Ministerbesuch am Sonntag
Doch wie geht es nun weiter? "Ich werde am Montag einen Runden Tisch mit den Eigentümern der Häuser und den Geschäftsleuten abhalten, um sie über den Stand der Lage abzuholen und wie das weitere Vorgehen mit der Bauaufsicht geplant ist", sagte Marx.Was genau zu dem Brandausbruch führte und wie hoch der Sachschaden beziffert werden muss, steht noch nicht fest. Gerüchte dazu sind völlig unangebracht. Dass der Brand im Erdgeschoss ausgebrochen ist, kann nach Zeugenaussagen jedenfalls ausgeschlossen werden.
Paul Westphal und seine Familie dürfen immerhin wieder zurück und doch ist er mit den Gedanken bei den Nachbarn. Die Aufarbeitung und der Wiederaufbau dürften noch lange andauern. (Hans-Hubertus Braune) +++
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