Einsatzkräfte am Limit

Brandkatastrophe in der Altstadt: Alle packen mit an - Neu: VIDEO vom Tag

Professor Stefan Winter (rechts) begutachtet die Brandherde aus der Luft aus einem schwebenden Personenkorb aus
100Fotos: Hans-Hubertus Braune

31.07.2026 / LAUTERBACH - Am Tag nach dem verheerenden Brandausbruch in Lauterbach (Vogelsberg) laufen die Lösch- und Sicherungsarbeiten auf Hochtouren. Bei Temperaturen weit über 30 Grad geben die Einsatzkräfte der Hilfs- und Rettungsorganisationen sowie die Mitarbeiter der Behörden und zusätzlich alarmierten Handwerksbetriebe alles, um ein erneutes Aufflammen zu verhindern.



Es geht aber auch darum, das Einstürzen der stark beschädigten Fachwerkhäuser zu verhindern. Zumindest die Fassaden sollen möglich gehalten werden. Völlig zerstört sind die Wohnungen in den Obergeschossen von insgesamt fünf Häusern.

Der für den Abend von den Meteorologen angekündigte starke Wind bereitet den Einsatzkräften zusätzliche Sorgen. "Wir wurden angerufen, weil zwei Autokräne dringend gebraucht wurden. Die Firma Brückemann aus Gedern hat sofort zugesagt und war innerhalb von 40 Minuten hier. Viele Kräne sind derzeit auf Baustellen unterwegs. Deshalb war es schwierig. Im Augenblick sind Dachdecker oben im Korb zusammen mit dem Statiker Professor Stefan Winter. Er hilft uns, Glutnester zu finden", sagte Obermeister Clemens Schneider von der Vogelsberger Zimmererinnung.

Die Handwerker nahmen verbrannte Dachbalken und Verkleidungen ab. Diese wurden über einen zweiten Kran nach unten transportiert in einen bereitgestellten Container. Die Kräfte der Feuerwehr Fulda waren zeitgleich über ihre Drehleiter in Stellung, um die Glutnester ablöschen zu können. "Wir wollen so verhindern, dass durch den angekündigten Wind neue Brandherde entstehen", sagte Schneider weiter.

Neben diesem Aufgabenfeld waren weitere Kräfte der Feuerwehr Lauterbach und der angrenzenden Kommunen weiterhin vor Ort, um die Löscharbeiten zu unterstützen. Auch am Nachmittag stieg immer wieder Rauch empor. Stadtbrandinspektor Jürgen Eifert sowie die Führungskräfte der Behörden, vom Technischen Hilfswerk, der Polizei und die Statiker kamen regelmäßig zu Lagebesprechungen zusammen. Hinter dem Rathaus wurde die Einsatzzentrale aufgebaut, im Rathaus gab es belegte Brötchen, Pizzabrötchen, Obst, Süßigkeiten und Getränke für die Einsatzkräfte. "Wir tauschen die Kräfte früher aus, damit die Einsatzzeiten nicht zu lange werden", sagte Eifert.

Die Kräfte der THW-Ortsverbände Lauterbach, Neuhof und Fulda bereiteten währenddessen Abstützmaßnahmen in den hauptsächlich vom Brand betroffenen Gebäuden vor. Die Drohnenstaffel vom Deutschen Roten Kreuz Neuhof begleitete die Maßnahmen aus der Luft. So arbeitet die Blaulichtfamilie Hand in Hand zusammen.

Die ganze Stadt steht unter Schock. Der Brand in der Altstadt ist das Gesprächsthema. Immer wieder schauen die Menschen an den Absperrungen, leiden mit den Bewohnern, die Hab und Gut verloren haben. Sie sind aber auch dankbar, wie alle zusammenhalten, wie die ehrenamtlichen Kräfte alles geben, wie die Behörden, die Betriebe, die Nachbarn, die Geschäfte unterstützen, wo sie nur können. Es zeigt sich im Ernst der Lage, wie die Hilfsbereitschaft, wie die Menschlichkeit in Lauterbach funktionieren.

Zur Brandursache liegen aktuell noch keine Informationen vor. Offensichtlich ist der Brand im Obergeschoss eines der Gebäude ausgebrochen. Vier Anwohner und zwei Feuerwehrleute mussten wegen des Verdachts der Rauchgasvergiftung in umliegende Kliniken gebracht werden. Die Arbeiten dauern am Donnerstagnachmittag weiterhin an und werden sich ganz sicher weiter hinziehen. Erst dann wird man sehen, wie es mit den betroffenen Gebäuden weitergeht. (Hans-Hubertus Raune) +++

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