Einsatz am Limit

Stundenlang im Stau gefangen: Schnee-Chaos wird zur absoluten Geduldsprobe

Stillstand im Schnee: Auf der A4 zwischen Bad Hersfeld und Friedewald ging am Steigungsstück stundenlang nichts mehr.
Fotos: Philipp Apel

27.01.2026 / REGION - Heftiger Schneefall hat Osthessen am Montag weitgehend lahmgelegt. Besonders betroffen war die A4 zwischen Bad Hersfeld und Friedewald im Landkreis Hersfeld-Rotenburg. Vor allem am Steigungsstück ging zeitweise nichts mehr: Zahlreiche Autos, Lastwagen und auch Reisebusse blieben im Schnee stecken. Kilometerlange Staus bildeten sich, viele Menschen saßen stundenlang in ihren Fahrzeugen fest.



Bereits in der Nacht hatte es mehrere Zentimeter Neuschnee gegeben. Die Autobahnen waren laut Einsatzkräften "voll mit Schnee", der Winterdienst kam kaum hinterher. Fahrzeuge verloren auf der glatten Fahrbahn die Traktion, insbesondere schwere Lkw blockierten den Anstieg und brachten den Verkehr komplett zum Erliegen.

Feuerwehr schleppt Fahrzeuge ab

Vor Ort übernahm unter anderem das Deutsche Rote Kreuz die Betreuung der gestrandeten Autofahrer. Bianca Mucke vom DRK Kreisverband Hersfeld-Rotenburg erklärte gegenüber OSTHESSEN|NEWS, dass man eine umfassende Betreuung geleistet habe. Man habe Menschen versorgt, "die schon seit Stunden hier stehen". Dazu gehörte auch die Ausgabe von Heißgetränken, unter anderem "Kaffee und Tee". Besonders herausfordernd sei gewesen, dass mehrere Reisebusse gestrandet waren und viele Fahrgäste versorgt werden mussten.

Parallel dazu arbeitete die Feuerwehr Bad Hersfeld über viele Stunden hinweg daran, die Situation zu entschärfen. Pressesprecher Jonas Seitz erklärte, dass sich "in Folge des massiven Schneefalles in der Nacht zahlreiche Pkw, Lkw und Busse im Steigungsstück zwischen Bad Hersfeld und Friedewald im Stau befunden" hätten. Um überhaupt voranzukommen, wurden die Löschfahrzeuge mit Schneeketten bereift. Anschließend habe man die gestrandeten Fahrzeuge Stück für Stück "hochgezogen".

Sprachbarrieren, Schneefall, Schwerstarbeit

Der Einsatz zog sich über einen langen Zeitraum. Seitz machte deutlich, dass die Feuerwehr bereits am Nachmittag "seit elf Stunden im Einsatz" gewesen sei. Zusätzlich erschwerten etliche Sprachbarrieren die Kommunikation mit den Betroffenen. Der anhaltende Schneefall stellte die Einsatzkräfte zudem vor große körperliche Herausforderungen.

Erst im Laufe des späten Nachmittags entspannte sich die Lage langsam. Die Fahrspuren konnten geräumt werden, der Verkehr kam schrittweise wieder ins Rollen. Der Einsatz auf der A4 zeigte eindrücklich, wie schnell extreme Witterung den Verkehr zum Stillstand bringen kann - und wie wichtig das koordinierte Zusammenspiel der Helfer vor Ort ist. (Constantin von Butler) +++

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