Streit um Erinnerungskultur wächst
Haben wir in Fulda nicht andere Probleme, als die Johannes-Dyba-Allee?
Fotos: Hendrik Urbin
23.08.2026 / KOMMENTAR -
Seit fast einem Jahr diskutiert die Fuldaer Stadtpolitik intensiv über die Zukunft der Johannes-Dyba-Allee. Die große Frage: Verliert der frühere Bischof seine Allee oder nicht? Sitzungen über Sitzungen, vertraulich – ohne die Öffentlichkeit, unabhängige Kommissionen haben berichtet, die Fraktionen streiten, der amtierende Bischof wurde gehört - aber ein Ergebnis gibt es noch immer nicht.
Langsam muss man die Frage stellen: Haben wir in Fulda nicht andere Probleme, als über Straßennamen zu philosophieren, zu diskutieren oder zu streiten?
Wir haben echte Probleme: Die Stadtkasse schrumpft, Steuereinnahmen fehlen, Traditionsunternehmen schließen, die Wirtschaft stöhnt und hat größte Probleme, die gesellschaftlichen und politischen Herausforderungen sind enorm - und Fulda veranstaltet Sitzungen über Sitzungen zur Zukunft der Dyba-Allee?
Straßenumbenennung als Krisenbewältigung? Nein!
Die Straßenumbenennung steht weiter im Raum. Ernsthaft? Soll so Krisenbewältigung und Aufarbeitung von Geschichte aussehen? Nein! Und warum wird jetzt, 26 Jahre nach Dybas Tod, darüber so intensiv diskutiert? Die erzkonservative Stadtgesellschaft ist über den Vorstoß von der SPD - die auf jeden Fall eine Umbenennung will - geschockt, die CDU wackelt und die junge Generation der Menschen, die in Fulda leben, weiß gar nichts mit der Umbenennungsposse anzufangen.Vielmehr sollten sich die Damen und Herren Kommunalpolitiker darum kümmern, dass die Geschichte des Missbrauchs in der katholischen Kirche dauerhaft in Erinnerung bleibt. Eine wirkliche Erinnerungskultur wird nicht durch den Austausch von Straßenschildern erreicht. (Christian P. Stadtfeld) +++
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